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Bad Belziger Kleinkunstbühne spaltet die Stadt

Saisonauftakt im Pogo Bad Belziger Kleinkunstbühne spaltet die Stadt

Entschleunigung hieß es am Freitag im Bad Belziger Jugend-, Kultur- und Medienzentrum Pogo. Der Kabarettist Henning Schmidtke sorgte bei seinen Zuschauern für gute Laune und Lachtränen. Für das Pogo gibt es indes wenig Grund zur Freude: Die Stadtpolitik keilt gegen das Kulturprogramm.

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Komiker mit Bildungsauftrag: Henning Schmidtke brachte Freitagabend das Bad Belziger Pogo zum Lachen

Quelle: Foto: Saskia Kirf

Bad Belzig. Der Kabarettist Henning Schmidtke hat am Freitagabend die Bühnensaison im Bad Belziger Jugend-. Medien- und Kulturzentrum Pogo eröffnet.

Mit seinem Programm „Hetzkasper – zu blöd für Burnout“ fühlt der niedersächsische Komiker den Puls der Zeit. Einer Zeit, in der sich jeder eigentlich zurücklehnen und den Komfort genießen könnte, sich aber lieber entscheidet, abgehetzt durchs Leben zu eilen. Im Pogo traf Schmidtke damit genau den Geschmack der Zuschauer.

Gut ein Dutzend Amüsierwilliger hatte sich eingefunden und wurde nicht enttäuscht. Schmidtke, 46, suchte von Anfang an die Interaktion mit seinem Publikum. Seine Wechsel zwischen Liedern am Klavier und Wortbeiträgen erschien nie effektheischend, sondern viel mehr auflockernd und stimmig.

Zwar macht es sich der Kabarettist an manchen Stellen bisweilen etwas leicht: Er wählt zur Imitation etwa diejenigen Prominenten aus, die sich sogar ohne schauspielerischem Talent darstellen ließen – Grönemeyer, Lindenberg, Bohlen. Auch manchen Witz, den Schmidtke darbietet, kennt man nicht erst seit dem Quatsch Comedy Club. Doch die charmante, sympathische Darbietung und nicht zuletzt die wirklich witzigen Songs gleichen diesen kleinen Mangel aus. Schmidtke stellte sein Publikum zufrieden – darum geht es.

Nach diesem Auftakt wird das Kleinkunstbühnenprogramm am 14. Oktober mit dem norddeutschen Singer-Songwriter Dominic Donner fortgesetzt, im November sind die Kabarettisten Martin Valenske und Henning Ruwe zu Gast in Bad Belzig.

Das Kabarettprogramm des Pogo ist in der Stadt umstritten; die Politik wirft dem Jugendzentrum vor, sein eigentliches Kerngeschäft – die Jugendsozialarbeit – zu vernachlässigen. Die CDU möchte gar die Arbeitsgruppe Pogo auflösen, in der kommenden Woche soll darüber beraten werden. Bei den Verantwortlichen herrscht Unverständnis: „Wir sind nicht nur Jugendzentrum, sondern haben auch Kultur und Medien im Namen stehen“, sagt der stellvertretende Standortleiter Cliff Buschhart, „wir haben ein breites Programm und die Sozialarbeit steht im Mittelpunkt.“ Buschhart weist in diesem Zusammenhang auf die vielfältigen Projekte in der Arbeit mut Schülern und geflüchteten Menschen hin: „Die Jugendarbeit hat sich seit der Gründung des Pogo verändert, sie ist dezentraler geworden.“ Es sei an der Zeit, dass die Stadtpolitik dies verstehe.

Von Saskia Kirf

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