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Bad Belziger Schüler sind Spitze in Chemie

Fläming-Gymnasiasten siegen auf Kreisebene Bad Belziger Schüler sind Spitze in Chemie

Große Klasse: In zwei Teams haben acht Schüler des Bad Belziger Fläming-Gymnasiums am Kreisausscheid der internationalen Chemie-Olympiade teilgenommen. Eine Gruppe trug den Sieg davon. Am Ende des Wettbewerbes steht das große Finale auf Bali.

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Nils Hanff, Elise Heckendorf und Vinzenz Tischer haben den Chemie-Mannschaftswettbewerb gewonnen und sich für das Auswahlverfahren zur Internationalen Chemieolympiade qualifiziert.

Quelle: Johanna Uminski

Bad Belzig. Die Überraschung in den Gesichtern von Elise Heckendorf, Nils Hanff und Vinzenz Tischer war den Gymnasiasten deutlich anzusehen. In zwei Teams nahmen sechs Schüler des Bad Belziger Gymnasiums in Kleinmachnow am Chemie-Mannschaftswettbewerb der Klassenstufen 8 teil. An dem Tag wurde fleißig experimentiert, protokolliert und über Theorie diskutiert. Gegen mehr als 20 andere Mannschaften aus Potsdam-Mittelmark setzen sich die beiden Teams des Bad Belziger Gymnasiums durch. Ein Team trug den Sieg nach Bad Belzig, das andere errang den fünften Platz.

Mit dem Sieg konnten sich die drei Achtklässler für das Auswahlverfahren zur Internationalen Chemieolympiade qualifizieren. Wenn die drei Schüler alle vier Runden im Auswahlverfahren schaffen sollten, geht es für sie am Ende des Jahres nach Bali (Indonesien) zum internationalen Wettbewerb. „Der erste Platz ist schon was Besonderes“, sagt Elise Heckendorf über den Erfolg des Chemie-Mannschaftswettbewerbes in Kleinmachnow. Vor allem aber war es überraschend gewesen, ergänzt Nils Hanff. „Wir haben mit dem letzten oder vorletzten Platz gerechnet“, sagt Vinzenz Tischer. Doch am Ende sollte es ganz anders kommen.

Austausch unter jungen Forschern

Die Internationale JuniorScienceOlympia (IJSO) fand zum ersten Mal 2004 in Jakarta (Indonesien) statt. Ziel des Wettbewerbes: Man will den Austausch unter der nächsten heranwachsenden Forschergeneration schon frühzeitig über Grenzen von Ländern und Kulturen hinweg stärken.

Über einen vierstufigen Auswahlwettbewerb führt der Weg ins deutsche Nationalteam. In der 1. Runde werden in den Bundesländen Hausaufgaben oder Mittelstufenwettbewerbe in Naturwissenschaften durchgeführt.

Die besten 30 bis 45 Teilnehmer nehmen im Oktober an einem Auswahlseminar an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung teil. Die besten sechs Schüler besuchen im November in der vierten Runde ein Vorbereitungsseminar am IPN (Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik) an der Universität Kiel.

Die Internationale Olympiade findet vom 1. bis 11. Dezember auf Bali (Indonesien) statt. Weitere Informationen unter www.wettbewerbe.ipn.uni-kiel.de/ijso/

Nach einem praktischen Teil folgten ein schriftlicher Test und Fragebogen. „Manche Fragen waren leicht, andere schwer“, sagt die 13-jährige Elise Heckendorf. Besonders anspruchsvoll waren die Experimente aufgrund des Zeitfaktors. Bei einem Experiment mussten die Schüler eine Münze auf ihren Kupfergehalt untersuchen. Dabei wurde das Geldstück in eine Silbernitrat-Lösung in einem Bücherglas gelegt, wodurch sich die Oberfläche der Münze verfärbte. Wenn das Geld lange genug in der farblosen Lösung liegt, wird diese blau. „An der Intensität der Beobachtung lässt sich ein qualitativer Vergleich zum Kupferanteil durchführen“, sagt Chemielehrerin Heike Andreas.

Ein halbes Jahr haben sich die Schüler auf den Chemie-Mannschaftswettbewerb vorbereitet. „Alle zwei Wochen haben wir montags mit unserer Chemielehrerin Aufgaben gelöst“, sagt Vinzenz Tischer. Die Besten aus dem Jahrgang hat die Lehrerin zum Wettbewerb nach Kleinmachnow geschickt. „Nils hat die Gleichungen gelöst“, sagt Elise, die in ihrer Freizeit tanzt, zeichnet und gerne Volleyball spielt. „Ich möchte später Innenarchitektin werden.“ Der 13-jährige Vinzenz bewegt sich am liebsten in seiner Freizeit. Er spielt Fußball und seit sechs Jahren Geige. Auch bei ihm soll in Zukunft Chemie eine wichtige Rolle spielen. „Ich will Arzt werden.“

Schriftliche Prüfung für die Internationale Chemieolympiade

Alle drei Schüler sind von den Naturwissenschaften fasziniert. „Chemie findet man einfach überall“, sagt Elise Heckendorf. Im Team ragt vor allem Nils Hanff hervor. „Ich verstehe alles sofort“, sagt der 14-Jährige, der in seiner Freizeit Modellflugzeuge bastelt und diese fliegen lässt. Nach dem überraschenden Sieg in Kleinmachnow wartete auf die drei Schüler eine schriftliche Prüfung für die Internationale Chemieolympiade. „Wir mussten einen schriftlichen Test in Chemie, Physik und Biologie schreiben“, sagt der Achtklässler, der auch gerne am Computer spielt. „Ich bin weitergekommen“, weiß Nils Hanff, der sich damit für die zweite Runde qualifiziert hat. Ob Elise Heckendorf und Vinzenz Tischer auch weiter sind, wissen sie noch nicht.

Über den Sieg beim Chemie-Mannschaftswettbewerb freuen sich auch die zwei Chemielehrerinnen Yvonne Pohle und Heike Andreas, die die Schüler für den Wettbewerb in Kleinmachnow fit gemacht haben. „Ich wusste, dass sie leistungsstark sind“, betont Pohle. Sie habe auf den ersten Platz gehofft, aber nicht wirklich damit gerechnet, so die Pädagogin weiter. „Wir sind superstolz.“ Der Erfolg der Schüler sei immer wieder eine Form der Anerkennung ihrer Arbeit. „Und der motiviert auch die jüngeren Schüler, sich an Wettbewerben zu beteiligen, zu knobeln und ausdauern zu arbeiten“, sagt Chemielehrerin Heike Andreas.

Von Johanna Uminski

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