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Bad Belzigerin hilft Behinderten und Familien

Dankbarkeit ist der Lohn Bad Belzigerin hilft Behinderten und Familien

Haus, Garten, Enkel – eigentlich hatte sich Zita Mokrzki ihren Ruhestand ruhiger vorgestellt. Doch die gelernte Krankenschwester und Fürsorgerin konnte nicht anders. Als Ehrenamtliche steht sie heute Familien mit behinderten Angehörigen bei der Bewältigung von Alltagsdingen zur Seite.

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Zeit für ein nettes Gespräch findet Zita Mokrzki immer.

Quelle: Uwe Klemens

Bad Belzig. Ihr ganzes Berufsleben hat Zita Mokrzki damit verbracht, für andere Menschen da zu sein. Auch danach mochte sich die heute 73-Jährige nicht gänzlich davon zurückziehen. Mehrmals pro Woche ist sie als Helferin im Familienentlastenden Dienst (FED) ehrenamtlich im Einsatz.

„Diese Arbeit gibt mehr sehr viel. Man bekommt so viel Dankbarkeit zu spüren. Wenn mir auf der Straße schon von weitem jemand voller Freude zuruft ’Hallo Zita’, macht mich das glücklich“, sagt die aus Schakental bei Aschersleben stammende Bad Belzigerin. Krankenschwester zu werden, war als junges Mädchen ihr größter Wunsch. Bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz half ihr die ältere Schwester, die damals in Potsdam lebte und ihre „Kleine“ dorthin nachholte. Im katholischen St-Joseph-Krankenhaus lernte sie alles, was für den Beruf wichtig war. Als 20-Jährige kam sie 1962 ins gerade ein Jahr zuvor eröffnete, nagelneue Belziger Krankenhaus. „Die Arbeit auf der inneren Frauenstation war so, wie ich es mir gewünscht hatte und machte unheimlich viel Spaß.

Als 1970 ihr drittes Kind geboren wurde, schaffte sie es einfach nicht mehr, Kindererziehung und die Nacht- und Wochenenddienste auf der Station unter einen Hut zu bringen und wechselte in die Poliklinik, wo sie die Zusatzausbildung zur Fürsorgerin absolvierte. „Eigentlich hatte mich mir fest vorgenommen, wenn die Kinder groß sind, wieder auf die Station zu wechseln, aber daraus wurde dann doch nichts, erinnert sie sich. Denn gerade das Fürsorgerische, also die Betreuung von Menschen über das rein medizinische hinaus, war ihr inzwischen zur Herzensangelegenheit geworden.

Davon, dass das Gesundheitssystem in der DDR gut organisiert war und das System der Polikliniken gut durchdacht war, ist Zita Mokrzki bis heute überzeugt. Dem Umbau das Gesundheitswesens viel das System dennoch zum Opfer. Um die Anerkennung als Fürsorgerin zu bekommen, absolvierte Zita Mokrzki einen Anpassungslehrgang und wechselte als Sozialarbeiter ins Landratsamt, wo sie bis 2000 blieb.

„Endlich Zeit zum Lesen und Reisen, für’s Haus und den Garten“ beschreibt sie, warum sie, trotz allem Spaß an der Arbeit, in den Vorruhestand ging. Als eine Frau, die sie kannte, krank wurde und ihr behindertes Kind nicht betreuen konnte, sprang sie ein. Bald darauf gehörte sie zum festen Ehrenamtlichen-Team des FED, der Familien mit behinderten Familienmitgliedern betreut. „Alles, was eben so anfällt“, fasst sie dessen Aufgabenbereich zusammen: Spielen, Lesen, Spazierengehen, Ausflüge, Begleitung zum Therapiereiten- und Schwimmen und die Frühbetreuung am Morgen, wenn die Behinderteneinrichtung noch zu ist, die Eltern aber aus dem Haus müssen, gehören dazu.

Von Uwe Klemens

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