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Potsdam-Mittelmark Wie Bäcker Bärmanns Käsekuchen Berlin erobern soll
Lokales Potsdam-Mittelmark Wie Bäcker Bärmanns Käsekuchen Berlin erobern soll
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18:14 26.02.2018
Bäckermeister Hilmar Bärmann schickt neben seiner Eierschecke (im Bild) auch eine Quarktorte ins Rennen. Quelle: Dirk Fröhlich
Wiesenburg

Am Freitagmorgen um Punkt fünf Uhr war es soweit: Hilmar Bärmann musste Eierschecke und Quarktorte aus der Obhut der Wiesenburger Backstube entlassen. Sieg oder Niederlage liegen nun nicht mehr in seinen Händen.

Bäckermeister Hilmar Bärmann (50) aus Wiesenburg nimmt in diesem Jahr als einziger Bäcker aus dem Hohen Fläming am Käsekuchen-Wettbewerb in Berlin teil. Quelle: Josephine Mühln

Der Bäckermeister nimmt als Einziger aus der Region am Käsekuchen-Wettbewerb in Berlin teil. Und dorthin sind seine beiden Kuchen bereits gefahren worden. Bärmann selbst folgt ihnen erst am Sonntag, wenn die besten Käsekuchen und ihre Bäcker der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Im Dezember erreichte ihn eine folgenschwere Mail

Es war im Dezember, als Hilmar Bärmann eine Mail von Karin Raschinsky erreicht hat. Eine Bekannte von ihr habe Bärmanns Eierschecke probiert und fortan davon geschwärmt – ob er sich nicht vorstellen könne, damit am Wettbewerb teilzunehmen.

„Interesse hatte ich schon, aber anfangs habe ich trotzdem ein bisschen gehadert“, erzählt der 50-Jährige. Raschinsky, deren Agentur „Manufaktur-Helden“ den Wettbewerb organisiert, habe ihm schließlich die Zweifel nehmen können und so war die Teilnahme beschlossene Sache.

Rezept für die Quarktorte ist eine Eigenkreation

Seit Mitte Januar stehen in der Backstube deshalb nun schon alle Zeichen auf Käsekuchen, wie Bärmann berichtet. Denn da habe er begonnen, verschiedene Rezepte zu suchen und auszuprobieren. „Das Rezept für die Quarktorte ist eine Eigenkreation, es existiert quasi erst seit vergangener Woche“, verrät der Bäckermeister.

„Ich habe viel rumprobiert, dann sollten meine Mitarbeiter testen und ihre Meinung abgeben. Manche Kuchen waren noch zu trocken oder beim Geschmack musste nachgebessert werden, aber essbar waren sie alle“, sagt Bärmann und lacht. Etwa zehn Quarktorten habe er gebacken, bis das Ergebnis alle überzeugt hat.

Bewertung in drei Käsekuchen-Kategorien

Der Käsekuchen-Wettbewerb wird in diesem Jahr bereits zum zwölften Mal ausgetragen.

Insgesamt nehmen 29 Bäcker teil, darunter sind 15 Hobbybäcker.

Sie kommen unter anderem aus Berlin, Lehnin, Götz und Neu-Isenburg (Hessen).

Die Kuchen werden in den Kategorien „Gebackene Käsetorte“, „Free Style“ und „Eierschecke“ bewertet.

In fünf Bewertungskriterien werden einzelne Fehler aufgelistet, darunter Gesamtbild, Oberfläche, Schnittfläche, Geschmack und Geruch.

Die zu erreichende Bestnote ist 5,0.

Die Jury besteht aus vier Gruppen mit je zwei Experten – einem Bäcker- und einem Konditormeister. Die Kuchen werden auf alle Jurygruppen aufgeteilt. Bei einem Gleichstand kann dann ein jeweiliger Gegentest von einer anderen Gruppe erfolgen.

Am Sonntag, 25. Februar, startet ab 15 Uhr eine große öffentliche Käsekuchen-Show in der Arminius-Markthalle in Berlin, Arminiusstraße 2-4.

Neben Quark und aufgeschlagenem Eiweiß ist Buttermilch die wichtigste Zutat. „Und die Torte sollte bei niedriger Temperatur, dafür aber länger backen.“ Als zweiten Wettbewerbsbeitrag schickt Bärmann seine Eierschecke ins Rennen.

Das Rezept stammt aus seiner Lehrzeit

„Da bin ich am Ende wieder auf das Rezept aus meiner Lehre zurückgekommen, mit Buttermilch, Pudding und abgeriebener Zitronenschale – das hat sich einfach bewährt. Es ist ein bisschen aufwendiger, dafür geschmacklich unschlagbar.“

Vor 33 Jahren hat der Wiesenburger seine Lehre zum Bäcker begonnen, anschließend folgte die Meisterausbildung in Caputh, die er 1989 abgeschlossen hat. „Das war seinerzeit ein Sonder-Meisterlehrgang der Handwerkskammer, weil es zu wenig Meister gab“, erinnert sich Bärmann. Im September 1992 hat er schließlich das Geschäft in Wiesenburg übernommen – ein Familienbetrieb, auch Bärmanns Vater war schon Bäcker.

Die Wiesenburger Backstube ist ein Familienbetrieb. Schon Hilmar Bärmanns Vater war Bäcker. Quelle: Dirk Fröhlich

Gefragt nach den Chancen, die er sich beim Wettbewerb ausrechnet, bleibt der 50-Jährige bescheiden. „Andere Bäcker sind auch gut, es muss nicht der 1. Platz sein. Die Teilnahme selbst ist schon was wert und vielleicht besteht die Möglichkeit, sich untereinander auszutauschen.“

Drei Kriterien muss ein guter Käsekuchen erfüllen

Für den Bäckermeister selbst muss ein guter Käsekuchen übrigens vor allem drei Kriterien erfüllen: „Er sollte nicht zu trocken sein, lange frisch bleiben – drei bis vier Tage sollte man ihn also schon essen können – und einen zitronigen Geschmack haben.“ Ein Lieblingsgebäck hat Hilmar Bärmann indes nicht. „Alles was ich backe und verkaufe würde ich auch selber essen“, schließt er.

Alle Wettbewerbsteilnehmer bekommen ein Zertifikat und eine Urkunde. „Das allein ist schon etwas ganz Besonderes – für die Hobbybäcker und auch für die Profis – weil dieser Wettbewerb der Einzige in Deutschland ist“, sagt Karin Raschinsky.

„Außerdem erhält jeder das Fehlerprotokoll und kann die Einzelheiten der Bewertung noch mal nachlesen. Dafür haben wir extra ein Auswertungsprogramm entwickelt.“

Von Josephine Mühln

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