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Bahnhof als Postkartenmotiv

Beelitz-Heilstätten Bahnhof als Postkartenmotiv

Eine Postkarte mit der Ansicht des Bahnhofs Beelitz-Heilstätten aus der Zeit um 1930 hat der Eisenbahn-Fan und Sammler Günther Klebes aus Erlangen bei einer Internet-Auktion ersteigert. Der Absender wohnt in Israel. Auf welchem Weg die Postkarte dahin kam, ist unbekannt.

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„Ich komm!“ steht auf der Postkarte aus der Zeit um 1930, die den damaligen Bahnhof in Beelitz-Heilstätten zeigt.

Quelle: Sammlung Günther Klebes

Beelitz/Erlangen. Im Zeitalter der sozialen Medien, von E-Mails und WhatsApp-Nachrichten scheint die gute alte Postkarte nur noch etwas für Traditionalisten zu sein. Oder für Sammler wie Günther Klebes aus Erlangen. Der 69-jährige Franke liebt alte Postkarten. Genauer gesagt: solche mit Motiven aus der Geschichte der Eisenbahn im deutschsprachigen Raum. Jetzt ersteigerte er eine Ansichtskarte mit dem Motiv des Bahnhofs in Beelitz-Heilstätten. Das Foto muss um 1930 aufgenommen worden sein. .

„Ich bin bei einer luxemburgischen Internet-Auktion auf die Karte gestoßen. Dort war sie als ’Train of Germany’ angeboten worden. Erst beim näheren Hinsehen sah ich dann den Aufdruck ’Beelitz-Heilstätten’“, sagt der Schulbusfahrer. Postkarten, die die unterschiedlichen Züge und Brücken in Brandenburg zeigen, gehören schon länger zu seiner Sammlung, die mittlerweile rund 600 Exponate umfasst. Aber eine Ansicht aus Potsdam-Mittelmark war bislang nicht darunter. Versandt wurde das Stückchen Fotopapier, das in Berlin gedruckt wurde, übrigens nie.

„Erstaunlich fand ich auch, dass der Anbieter eine Adresse in Israel hatte“, erklärt Klebes. Weil er der einzige Bieter war, konnte er die Wunschkarte auch noch zum Schnäppchenpreis von gerade einmal 1,50 Euro erwerben. „Das ist eigentlich viel zu billig“, räumt der Käufer ein. Normalerweise wäre er sogar bereit gewesen, dafür bis zu fünf Euro auszugeben – denn es war eine selten angebotene Karte. Zusammen mit dem Porto für einen eingeschriebenen Auslandsbrief zahlte Klebes letztendlich aber doch den höheren preis. Es gäbe aber auch Philokartisten, die für eine Ansichtskarte einen zweistelligen Euro-Betrag hingeblättert hätten, versichert Klebes.

Wie das gute Stück irgendwann von Beelitz nach Israel gekommen war, darüber kann der Sammler nur spekulieren. „Ich weiß nicht, ob dahinter eine Auswanderung steht, oder einfach ein Bündel alter Postkarten nach einer Haushaltsauflösung an einen Händler veräußert wurde, der die Karten über das Internet weiter vermarktet hat.“ Der Sammler hat auch schon Karten aus Australien, Kanada oder Südafrika erworben.

Seine Sammelleidenschaft für Bahn-Postkarten ist übrigens keine Seltenheit. „Es gibt sogar eigene Ausstellungen für Eisenbahn-Philatelisten“, sagt Klebes. Der 69-Jährige sammelt nach eigenen Angaben begeistert „alles, was mit der Eisenbahn zu tun hat – außer echte Lokomotiven“. Bei ihm zu Hause stehen Modelle und historische Uniformmützen – die so genannten „Rotkäppchen“– neben zahllosen selbst geschossenen Fotos und Alben voll einschlägiger Telefonkarten und Briefmarken. Daneben arbeitete der Schulbusfahrer und dreifache Vater ehrenamtlich bei der Bahnhofsmission. Fragt man Klebes nach seinem Hobby, so antwortet er ohne Zögern: „Bahn fahren“. Selbst auf seiner Hochzeitsreise vor 35 Jahren fuhr er mit dem Glacier-Express von Sankt Moritz nach Zermatt. Für den Franken ist auch heute noch der Weg das Ziel.

Auch im Land Brandenburg war Günther Klebes schon auf Entdeckungstour mit der Bahn – auf seiner Fahrt an die Ostsee oder in den Spreewald.

Von MAZ-Redaktion

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