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Bahnhof soll Aufzüge bekommen

Wilhelmshorst Bahnhof soll Aufzüge bekommen

Der Wilhelmshorster Bahnhof soll mit Hilfe von Aufzügen barrierefrei umgebaut werden. Die Gemeindevertreter haben jetzt klar für diese Variante votiert. Sie folgten damit dem Ergebnis einer Bürgerbefragung, die zuvor allerdings deutlich knapper ausgegangen war.

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Noch kommt man nur über Stufen zu den Bahnsteigen. Rollstuhlfahrer oder Eltern mit Kinderwagen sollen in Zukunft den Lift benutzen können. .

Quelle: Jens Steglich

Wilhelmshorst. Das Michendorfer Gemeindeparlament hat sich klar zum geplanten barrierefreien Umbau des Wilhelmshorster Bahnhofs positioniert. Elf von 17 anwesenden Gemeindevertretern sprach sich jüngst für den Einbau von Aufzügen aus. Insgesamt standen vier Varianten zur Wahl: Drei Abgeordnete plädierten für die Verlegung der Bahnstation an die Peter-Huchel-Chaussee und ebenfalls drei für die Schaffung eines ebenerdigen, beschrankten Fußgängerübergangs am derzeitigen Standort. Beim Erstwunsch votierte niemand für den Bau von Rampen. Die Abgeordneten folgten damit dem Votum aus einer Bürgerbefragung, bei der eine knappe Mehrheit – 31,9 Prozent – für Aufzüge plädierte.

Sollte widererwarten die Aufzug-Variante keine Aussicht auf Umsetzung haben, soll der Bürgermeister als Zweitwunsch der Kommune den Bau von Rampen für die Herstellung der Barrierefreiheit vorschlagen. Ein solches Szenario gilt aber als unwahrscheinlich, weil der Einbau von Liften auch bei einem Ortstermin als Favorit hervorging und in der Gesamtbetrachtung die kostengünstigste Lösung ist. Nach Berechnungen der Deutschen Bahn werden dafür etwa 2,4 Millionen Euro gebraucht. Wie berichtet, kann der Wilhelmshorster Bahnhof mit Geld aus einem neu aufgelegten Bundesprogramm für kleine Bahnstationen barrierefrei umgebaut werden. Zuvor hatten die Wilhelmshorster jahrelang um Barrierefreiheit gekämpft. Derzeit müssen zahlreiche Stufen am Ein- und Ausgang eines Fußgängertunnels überwunden werden, der zu den Bahnsteigen führt. Rollstuhlfahrer haben ohne fremde Hilfe keine Chance. Wilhelmshorst profitiert nun als einer von zehn Orten in Brandenburg von dem Modernisierungsprogramm. Bund und Land stellen für den Umbau des Bahnhofs etwa 2,34 Millionen Euro zur Verfügung. Nach der Förderzusage hatte die Deutsche Bahn drei Varianten vorgelegt und diese mit dem Vorschlag des Gemeindevertreters Achim Sattler (FBL-UWG) ergänzt, der am Bahnhof den ebenerdigen Fußgängerüberweg mit Schranken anregte. Für Schaffung eines neuen Bahnübergangs für Fußgänger werden aber kaum realistische Chancen gesehen. Die Bahn hat Sicherheitsbedenken angemeldet. „Und heutzutage werden ebenerdige Bahnübergänge eher zurückgebaut“, sagte der Wilhelmshorster Ortsvorsteher Gerd Sommerlatte (UWG-FBL).

Die Bürgerbefragung, an der Wilhelmshorster und ihre Nachbarn in Langerwisch teilnehmen konnten, zeigt freilich ein sehr unterschiedliches Meinungsbild in den beiden Orten. Während in Wilhelmshorst fast 40 Prozent für Aufzüge stimmte und die anderen drei Varianten jeweils etwa 20 Prozent bekamen, votierten 68 Prozent der Teilnehmer aus Langerwisch für eine Verlegung der Bahnstation an die Peter-Huchel-Chaussee. Zählt man alle Bürgervoten zusammen, kommt die Aufzug-Variante auf 31,9 Prozent und die Verlegung auf 30,9 Prozent.

Die zweitplatzierte Lösung fand in der Gemeindevertretung nur wenige Freunde. Sommerlatte warnte hier unter anderem vor der Gefahr, dass bei einer Verlegung der Station an die Huchelchaussee die Rückzahlung der Fördermittel droht, die beim des Bau des Park-and-Ride-Platzes am jetzigen Bahnhof in der Albert-Schweitzer-Straße eingesetzt wurden. Außerdem müsste dann die Gemeinde den Fußgängertunnel am alten Bahnhof mit allen Folgekosten für die Instandhaltung übernehmen, sagte Hartmut Besch (FDP).

Von Jens Steglich

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