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Bald auf direktem Weg in die Brautrummel

Grubo Bald auf direktem Weg in die Brautrummel

Rund 295 000 Euro Fördergeld der Europäischen Union fließen in den Ausbau und die Verbesserung von Wanderwegen im Fläming sowie in der Gemeinde Nuthetal. Damit soll die Brautrummel bei Grubo künftig direkter begehbar werden. Zudem sind zusätzliche Wege bei Niemegk sowie Informationstafeln und Rastplätze vorgesehen.

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Auch der Riesenstein bei Grubo soll besser ausgeschildert werden. Wolfgang Blasig, Hannelore Klabunde-Quast, Jörg Vogelsänger und Marco Beckendorf (von links) befürworten dies.

Quelle: Thomas Wachs

Grubo. Das Netz der Wanderwege im Naturpark Hoher Fläming kann jetzt abermals aufgewertet und ausgebaut werden. Am Montag übergab Brandenburgs Agrar- und Umweltminister, Jörg Vogelsänger (SPD), dafür mitten in der Brautrummel bei Grubo Fördergeld der Europäischen Union an den Landkreis Potsdam-Mittelmark. Mit einer Gesamtsumme von knapp 295 000 Euro werden bis zum Sommer 2017 drei Projekte bei Grubo, bei Niemegk sowie in der Gemeinde Nuthetal realisiert. Dazu trägt der Landkreis einen Eigenanteil von rund 73 400 Euro.

Größtes Vorhaben ist der Ausbau des Wanderweges in der Brautrummel bei Grubo. Er soll künftig direkt am Parkplatz in die eiszeitlich geprägte Schlucht führen. Bislang verläuft er parallel zunächst über ein Feld. „Dazu müssen Feldsteine entfernt und Wildwuchs beseitigt werden“, erklärt Dietmar Bölke gegenüber der MAZ. Als Mitarbeiter der Kreisverwaltung ist er für touristische Routen zuständig.

Von der Brautrummel geht es zum Riesenstein

Von der Brautrummel geht es zum Riesenstein.

Quelle: Thomas Wachs

Bei Grubo sollen zudem die von der Brautrummel abgehende „Schweinerummel“ sowie der Weg zum Riesenstein begehbarer gemacht werden. Dieses nacheiszeitlich entstandene Trockental der Brautrummel ist mit seinen blütenreichen Trockenrasen Teil des Europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 und landschaftlich besonders reizvoll.

Auf Rundkurs um Niemegk

Rund um Niemegk sollen mit dem Förderprojekt zudem zwei neue Rundwanderwege ausgewiesen werden. Sie erschließen die abwechslungsreiche Kulturlandschaft mit Mischwäldern, Weiden und weiten Äckern um die Kleinstadt. Diese Wege erhalten direkten Anschluss an den Burgwanderweg. Er verbindet die vier Flämingburgen Rabenstein, Wiesenburg, Eisenhardt und die Burg Ziesar auf 148 Kilometern Länge.

In Nuthetal entstehen neue Verbindungen

In der Gemeinde Nuthetal wird im Rahmen des Projektes eine Verknüpfung überregionaler Wanderwege erreicht. Dort ist über die Nuthe hinweg beispielsweise eine Verbindung zwischen dem Europawanderweg 10 und dem 66-Seen-Weg geplant. Damit und mit der Anbindung benachbarten Gemeinden an das überregionale Wegenetz werden zusätzliche Potenziale zur Entwicklung des Naturtourismus im Reisegebiet Fläming vor den Toren Potsdams und Berlins geschaffen.

Zu dem Gesamtprojekt gehören neue Rastplätze und Informationstafeln an allen Orten. „Attraktiver werden die Routen insbesondere mit der Beschilderung und den Picknickplätzen nach einheitlichem Muster“, sagte Dietmar Bölke. Zwei Bänke und ein Tisch oder eine überdachte „Futterkrippe“ sollen Wanderer zum Rasten einladen, erklärt er gegenüber der MAZ.

Wegenetz wächst um 72 Kilometer

„Mit dem Projekt wird das derzeit gut 850 Kilometer umfassende Netz von Wanderwegen im Landkreis um 72 Kilometer erweitert und qualitativ aufgewertet“, erklärte Landrat Wolfgang Blasig (SPD) am Montag beim Empfang des Förderbescheides. Das regionale Wanderwegenetz sei „ein wichtiger Bestandteil der touristischen Infrastruktur im Naturpark Hoher Fläming und der Reiseregion Fläming“, befand Vogelsänger. Es sollte stärker vermarktet werden, um Berliner und Bewohner des Speckgürtels für Urlaub und Freizeiterlebnisse direkt vor der Haustür zu locken, sagte der Minister. Dafür müsse nun jedoch noch die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln verbessert werden, forderte Landrat Blasig.

Jährlich 60 000 Euro für Wegepflege

Das am Montag überreichte Fördergeld reiche lediglich zum Aufbau neuer Strukturen. Groß sei jedoch auch der finanzielle Aufwand, um das Wegenetz dauerhaft zu unterhalten und zu pflegen, sagte Dietmar Bölke. „Das vom Kreistag inzwischen dafür aufgelegte Konzept ist eine gute Basis“, so der Tourismusbeauftragte. „Jährlich stehen aus diesem Haushaltsposten 60 000 Euro bereit“, erklärte Bölke gegenüber der MAZ.

Die Arbeiten für das am Montag gestartete Förderprojekt sollen jetzt ausgeschrieben und im Mai des nächsten Jahres abgeschlossen sein.

INTERVIEW

Monika und Willi Siebert

Monika und Willi Siebert.

Quelle: Thomas Wachs

Monika (73) und Willi Siebert (75) aus Grubo sind Landbesitzer an der Brautrummel. Für den neuen Wanderweg stellen sie Teile davon zur Verfügung.

Waren Sie sofort bereit, Teile ihres Grundstückes abzutreten?

Willi Siebert : Wir haben damit kein Problem. Auch für den Parkplatz hatten wir ja schon vor Jahren ein Stück verkauft. Die Flächen in der Rummel sind ja heute nicht mehr landwirtschaftlich nutzbar. Früher wurde dort ja noch Gras gemacht.

Nutzen Sie die Rummel selbst auch zum Wandern?

Monika Siebert : Mit unseren Kindern waren wir früher viel hier, so wie auch sie heute mit ihren Familien. Auch gingen wir mit den Kindergartenkindern oft hier her, als ich noch Erzieherin war.

Von Thomas Wachs

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