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Potsdam-Mittelmark Bald beginnt die Sanddornernte
Lokales Potsdam-Mittelmark Bald beginnt die Sanddornernte
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17:09 21.08.2017
Claudia Dauter vom Sanddorn-Garten der Familie Berger in Petzow bei der Ernte. Quelle: Archivfoto/Julian Stähle
Petzow

Den kleinen gelben Sanddornbeeren auf den Petzower Feldern hat das unbeständige Wetter der vergangenen Wochen und Monate nichts anhaben können. „Glücklicherweise hat der Sanddorn nicht gelitten. Als Wildobst ist er nicht so empfindlich gegenüber Kälte und anderen extremen Witterungsbedingungen“, sagt Dorothee Berger, die sich im Petzower Sanddorngarten um den Vertrieb und die Weiterentwicklung des Bio-Sortiments kümmert. Anfang September beginnt die Ernte der Powerfrucht. „In diesem Jahr erwarten wir eine durchschnittliche Saison. Wir können bereits einen guten Besatz erkennen“, so die Tochter der Unternehmensgründerin Christine Berger. Seit 2008 führen sie das Unternehmen gemeinsam.

Traditionell wird die Sanddornernte in Petzow mit einem Fest eröffnet – in diesem Jahr findet es am 9. und 10. September bereits zum 14. Mal statt. Und es soll anlässlich der 700-Jahr-Feier in Werder ein Besonderes werden, wie Familie Berger ankündigt. Jedes Jahr kommen Dorothee Berger zufolge immer mehr Gäste und die Veranstaltung hat sich mittlerweile zu einem Höhepunkt in der Region entwickelt. „Durch die gemeinsame Organisation des Festes mit dem Verein Pro-Agro und Antenne Brandenburg konnte das Fest über die Landesgrenzen hinaus bekannt gemacht werden“, sagt sie. Auch die Vereine und Verbände aus dem Ort engagieren sich für das Sanddornerntefest.

Eigens für das Fest kreierter Wildschwein-Burger mit Sanddorn-Soße

Unter dem Motto „700 Jahre Werder“ will Familie Berger gemeinsam mit der Stadt auf die lange Geschichte von Petzow zurückblicken. „Neben der Gutsbesitzerfamilie Kaehne und dem Architekten Lenné hat auch der Deutsche Schriftstellerverband zur Entwicklung des Ortes beigetragen“, erklärt Dorothee Berger. Geplant ist, in historischen Kostümen von der Geschichte Petzows und der des Sanddorns zu berichten. Die begann in den 1980er-Jahren mit größeren Sanddornplantagen auf der Flächen der damaligen Landwirtschaftlichen Produktionsgenosenschaft (LPG) Glindow. Schon in den 70er-Jahren wurden in Brandenburg gezielt Möglichkeiten des Plantagenanbaus der vitaminreichen Frucht ausgelotet. Heute sind nicht etwa Mecklenburg-Vorpommern und die deutsche Ostseeküstenregion führend im Sanddornanbau, sondern Brandenburg und insbesondere das Gebiet um Petzow.

Zum Erntefest werden auch wieder neue Produkte ins Sortiment aufgenommen und zum ersten Mal präsentiert. „In diesem Jahr stehen pikante Variationen mit Sanddorn im Fokus, wie zum Beispiel Sanddorn-Barbecue-Soßen mild und feurig, Sanddorn-Burger-Soße, Sanddorn-Chutney und Sanddorn-Meerrettich“, so Dorothee Berger. Die Köche der Regionalmannschaft Berlin/Brandenburg haben eigens für das Erntefest einen Wildschwein-Burger mit den Sanddorn-Soßen aus Petzow kreiert und werden ihn am Festwochenende in der Showküche anbieten. Exklusiv ist dann auch die Sanddorn-Bratwurst zu haben. Außerdem wird der erste Sanddorn-Federweiße verkostet. Eine Sanddorn-Pfirsich-Bowle mit den ersten frisch geernteten Beeren des Jahres runde das Angebot ab, berichtet Dorothee Berger.

Sanddorn-Kosmetik erweitert den Shop

Seit mehr als 20 Jahren stellt die Firma Christine Berger Sanddorn- und Wildobstprodukte mit den Früchten aus eigenem Anbau her.

Der Anbau, die Entwicklung der Produkte und der Vertrieb liegen in einer Hand. Die Früchte reifen frei von Umweltbelastungen und chemischen Düngemitteln auf den Feldern Brandenburgs.

Erntefrisch werden die vitalstoffreichen Beeren schonend verarbeitet und entfalten in mehr als 70 Produkten ihr Aroma. 2010 wurde der Sanddorn bio-zertifiziert.

Mittlerweile ist neben Lebensmitteln auch Sanddorn-Naturkosmetik im Sortiment.

Weitere Highlights des Erntefestes sind der regionale Genießer- und Handwerkermarkt, Fahrten auf die Sanddornfelder mit einem Oldtimerbus, die Besichtigung der gläsernen Schauproduktion und die musikalischen Darbietungen auf der Bühne. Am Sonnabend treten unter anderem der Shantychor der Wasserschutzpolizei Brandenburg und „Werder-Sänger“ Karsten Perenz auf.

Das ganze Programm gibt es im Internet unter www.sandokan.de

Von Luise Fröhlich

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