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Potsdam-Mittelmark Barbara Ritter ist ein echter Bücher-Junkie
Lokales Potsdam-Mittelmark Barbara Ritter ist ein echter Bücher-Junkie
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06:11 03.06.2016
Vor 25 Jahren übernahm Bettina Ritter die vormalige Volksbuchhandlung in Bad Belzig. Quelle: Saskia Popp
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Bad Belzig

Liebevoll streicht Bettina Ritter über einen Buchrücken, schiebt hier und da einen Band einige Millimeter weiter ins Regal, rückt einen Stapel zurecht. Die 56-Jährige ist Buchhändlerin mit Leib und Seele – und dabei die einzige in Bad Belzig. Am 1. Juni feiert die Buchhandlung Ritter ihr 25-jähriges Jubiläum. Begonnen hat die Leidenschaft fürs gedruckte Werk jedoch viel früher.

„Schon als Kind habe ich alles gelesen, was mir in die Finger kam“, erinnert sich Bettina Ritter. Die Liebe zu den Büchern liegt ihr im Blut, die Mutter war Buchbinderin. Wohlhabend jedoch war die Familie nicht. Ausgeschlossen, dass die Eltern der kleinen Bettina all die Literatur kauften, nach der sie verlangte. Es blieb der Weg in die Bücherei, alle Bibliothekare habe sie gekannt, sagt Ritter. Der Schritt in die Buchhandelslehre in Ludwigsfelde und das anschließende Studium in Leipzig war für Bettina Ritter nur logisch. „In Leipzig habe ich dann als Studentin auch auf der Buchmesse arbeiten können“, sagt Ritter, „das war ein Paradies!“ Schließlich ging sie in den Volksbuchhandel, bis dieser nach der Wende im Herbst 1990 faktisch nicht mehr existierte.

„Ich hatte die Wahl, privat weiterzumachen oder arbeitslos zu werden“, so die Händlerin. Sie entschied sich, Bestände und Regale aufzukaufen und ein eigenes Geschäft zu eröffnen. Auf nur 60 Quadratmetern hat Bettina Ritter in der Sandberger Straße 3000 Werke vorrätig. Ob Nachschlagewerke oder Psychothriller, Liebesromane, Jugendliteratur oder Hörbücher, Ritter hat sie alle. Dabei orientiert sie sich – anders als die großen Ketten – nicht einfach an Bestsellerlisten und kurzfristigen Moden. „Ich weiß, was meine Kundschaft gern liest“, sagt Bettina Ritter selbstbewusst. Politisches sei viel gefragt, Kriminal- und Schicksalsromane mögen die Bad Belziger auch.

Gute Leseförderung

Im Mai erhielt die Buchhandlung Ritter das Gütesiegel Leseförderung mit 23 anderen Buchhandlungen in Berlin und Brandenburg.

Dieses Siegel vergibt der Börsenverein Deutscher Buchhandel jedes Jahr an Buchhandlungen, die sich besonders für Kinder und Jugendliche engagieren.

An den Schulen in Bad Belzig und Umgebung ist die Buchhandlung regelmäßig an Lese- und Vorlesewettbewerben beteiligt. Besonders durch das laute Lesen kindgerechter Geschichten lernen die Kleinen das richtige Lesen.

Bei den Kunden kommt das gut an. „Ich gehe gern hier einkaufen“, bekennt Renate Schmidt. Die 63-jährige Bad Belzigerin recherchiert oft im Internet nach neuem Lesestoff, gekauft wird aber bei Bettina Ritter im Geschäft. Renate Schmidt findet das bequem. Eine Bestellung im Laden komme genauso schnell an wie im Internet, zudem gebe es Lese-Empfehlungen von Ritter persönlich, auf die sie sich verlassen könne. „Bei Amazon wurde mir schon viel Schlechtes empfohlen“, ärgert sich Schmidt.

Das Internetkaufhaus Amazon ist der größte Widersacher der Buchhändler – sogar große Buchhandelsketten ächzen unter den Einbußen durch den Onlinehändler. Inhabergeführte Buchläden wie den von Bettina Ritter trifft das Onlineshopping noch viel härter. „Natürlich ist das ein Problem, genau wie der Taschenbuchverkauf in Supermärkten und Drogerien“, sagt Ritter. Sie begegnet der Konkurrenz mit gutem Service. „Ich versuche, so viele Bücher wie möglich zu lesen.“, erklärt Ritter ihre Taktik, „so kann ich wirklich Tipps geben, die zu den Kunden passen.“

Ein Werk allerdings hat Barbara Ritter nie angefasst, obwohl es in Bad Belzig nicht weniger beliebt war als im Rest der Welt. „Ich hab nicht eine Zeile von „50 Shades of Grey“ gelesen,“ gibt Bettina Ritter lachend zu. Der Weltbestseller über die erotischen Vorlieben des Millionärs Christian Grey habe sie einfach nicht interessiert. „Und er verkauft sich ja auch so.“

Von Saskia Popp

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