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Barbetrieb am Lustgarten

Beelitz Barbetrieb am Lustgarten

Das Haus im Herzen der Stadt Beelitz, das bisher als Genuss-Eck bekannt war, hat einen neuen Betreiber. Die Spargelbauer-Familie Jakobs hat das Genuss-Eck übernommen und ins Café Jakobs verwandelt, in dem es Snacks und immer freitags und samstags auch einen Barbetrieb gibt.

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Ein Teil des Teams im Café Jakobs: Mirko Kramer, Silke und Jürgen Jakobs, Franziska D.-Michel und Küchenchef Steffen Stadthaus (v.l.)

Quelle: Jens Steglich

Beelitz/Werder. Die Metamorphose dauerte zehn Tage: Im Schnellgang und fast unbemerkt hat sich das Genuss-Eck im Herzen der Stadt Beelitz ins Café Jakobs verwandelt. Die Schreibweise des Namens verrät es bereits: Hier geht es nicht um Jacobs-Kaffee, dieses Café mit Snacks und Barbetrieb wird von der Spargelbauer-Familie Jakobs betrieben. „Wir haben das Haus am 1. Juli übernommen“, sagt Jürgen Jakobs. Schon am 10. Juli eröffnete das neue Haus am Lustgarten nach kurzer Umbauphase seine Türen. „Wir sind schon stolz darauf, was wir innerhalb von zehn Tagen auf die Beine gestellt haben“, sagt Mitarbeiterin Franziska D.-Michler.

Die Verwandlung von Syring´s Genuss-Eck ins Café Jakobs ist sozusagen eine Staffelübergabe unter Spargelbauern. Thomas Syring hat den elterlichen Landwirtschaftsbetrieb in Zauchwitz mit 1000 Hektar übernommen und will sich darauf konzentrieren. Er gab deshalb seinen Feinkostladen auf. Das Haus in exponierter Lage am Eingangstor zur Altstadt sollte freilich nicht lange leer stehen. Zu wichtig ist dieser Ort für die Stadt, der das Gebäude gehört.

„Sowohl Thomas Syring als auch die Stadt Beelitz sind an uns herangetreten“, sagt Jürgen Jakobs, der keinen Hehl daraus macht, dass er zunächst zurückhaltend auf das Angebot reagierte. „Ich wollte es erst nicht machen. Meine Frau und ihr Team haben gesagt: Wir machen es!“ Was daraus geworden ist, nennt Mirko Kramer, der Barchef im Haus, modern, hipp und präsent. „Das ist Jakobs einmal anders.“ Das hippe Café als Kontrast zum „Landhaus rustikal“ auf den Spargelhöfen in Schäpe und Beelitz.

Die Jakobs haben – mit der Option der Verlängerung – einen Mietvertrag für drei Jahre unterschrieben und 50 000 Euro in die Neugestaltung des Hauses und ins Werbekonzept investiert. Der Besucher bekommt dort etwa verschiedene Wraps und Chickenburger genauso wie den hausgebackenen Blechkuchen und Eisspezialitäten angeboten. Und Beelitz hat jetzt eine Bar. Jeden Freitag und Samstag verwandelt sich das Café in einen Ort, an dem man mindestens bis 24 Uhr bei Musik und mit Cocktails und Longdrinks sich den Abend vertreiben kann. Es gibt auch ausgewählte Weine und Whiskys – etwa den Glina-Whisky aus der Privatbrennerei von Schultz’ens Siedlerhof aus Glindow. Barkeeper ist Raul, ein Rumäne, der 2015 noch Spargel auf Jakobs-Feldern gestochen hat. Was man da noch nicht wusste: Raul hat in seiner Heimat und in Italien in Bars gearbeitet, diverse Cocktailkurse belegt und ist inzwischen ein Profi. Jetzt ist er fest angestellt und seine Familie lebt mit ihm in Beelitz.

Bei der Neueröffnung des Cafés wurde derweil aufs Tempo gedrückt. „Uns war wichtig, vor den Ferien zu eröffnen, um gleich Anschluss zu bekommen“, so Jakobs. „Wenn ein Haus erst einmal länger leer steht, entsteht ein Image, das einem Nachfolger das Leben schwerer machen kann.“

So ungefähr ist es der ehemaligen Fleischerei Wolf in Werder ergangen. Es gab mehrere vergebliche Sanierungs-Versuche. Das Haus wurde zu einem Schandfleck im Zentrum der Blütenstadt, der jetzt aber verschwinden soll. Das marode Gebäude in der Brandenburger Straße 162 soll einem Neubau weichen, der sich in Form und Farbe in seine Umgebung einfügt. Investoren sind die Brüder Josef und Jürgen Jakobs. „Entstehen wird ein Wohn- und Geschäftshaus mit drei Büros und neun Wohnungen“, so Jürgen Jakobs. Acht Quartiere davon sollen altersgerecht sein. Die Baugenehmigung liegt bereits vor, der Abriss wird zurzeit beantragt. Baustart soll noch dieses Jahr sein, die Fertigstellung ist bis Ende 2017 geplant. Die Spargelbauer-Familie investiert in Werder inklusive des Immobilienkaufs 1,8 Millionen Euro. „Für uns ist das eine Altersabsicherung. Die Rente als Landwirt reicht zum Leben und zum Sterben nicht“, sagt Jakobs und stellt klar: „Der Spargelanbau bleibt unser Kerngeschäft.“

Nach Pfingsten kam Flaute beim Spargelverkauf

Die Beelitzer Spargelbauern haben dieses Jahr eine gute Ernte eingefahren, hatten nach Pfingsten aber mit einer zurückgehenden Nachfrage zu kämpfen. „Es war eine zweigeteilte Saison mit einem sehr guten Start. Nach Pfingsten lief das Geschäft recht zähflüssig“, so Spargelbauer Jürgen Jakobs.

Die Nachfrage-Delle, die sich in der Regel immer nach Pfingsten einstellt, sei dieses Jahr etwas größer als sonst gewesen. Die Leute waren nach den ersten sechs Wochen schon ein bisschen satt, sagte Jürgen Jakobs, der mit seinem Bruder Josef Spargelhöfe in Beelitz und Schäpe betreibt.

Die insgesamt 14 Anbaubetriebe in der Beelitzer Region ernteten diese Saison etwa 9000 Tonnen Spargel.

In und um Beelitz wird auf 1600 Hektar Spargel angebaut. In der Erntezeit werden in den Betrieben bis zu 3000 Saisonkräfte beschäftigt.

 

Von Jens Steglich

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