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Potsdam-Mittelmark Bardenitzer Dorfkirche wird trockengelegt
Lokales Potsdam-Mittelmark Bardenitzer Dorfkirche wird trockengelegt
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00:32 03.08.2015
Roswitha Briese und Herbert Schlunke kennen die Besonderheiten der Bardenitzer Kirche: Auf der Rückseite des Holz-Altars befindet sich ein Spruch. Quelle: Stefan Specht
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Bardenitz

Mächtig, mit einem steil aufragendem Turm an der Spitze, steht sie im Ort, die Bardenitzer Dorfkirche. Ihre Hülle besteht aus reinem Backstein, was sie im Landkreis Potsdam-Mittelmark zu etwas ganz Besonderem macht. „Als ich Kind war, war sie für mich eine der schönsten Kirchen in der Umgebung“, sagt Roswitha Briese, stellvertretende Vorsitzende des Gemeindekirchenrates. Auch wenn sich ihr Blick geweitet hat, erliegt die Bardenitzerin noch immer dem Charme dieses Gotteshauses. Bei dessen Sanierung steht jetzt der nächste Schritt unmittelbar bevor. Nachdem vor sechs Jahren bereits die Hülle erneuert wurde, soll das Gotteshaus noch in diesem Jahr trockengelegt werden. Rund 23.000 Euro werden die Arbeiten voraussichtlich kosten.

Die Kirche zu Bardenitz — hier noch vor der Hüllensanierung — dominiert das Dorfbild. Quelle: Thomas Wachs

Auch die noch immer nicht ganz geklärte Geschichte des Gebäudes trägt womöglich dazu bei, dass viele Bürger sich für dessen Erhalt engagieren. Dass die Kirche im Laufe der Jahrhunderte mehrere Male umgebaut und erweitert wurde, ist innen wie außen schnell zu sehen. Doch wann, warum und unter welchen Umständen das geschah, darüber sind sich Historiker nicht einig. „Fakt ist, unsere Kirche ist einmalig“, sagt Roswitha Briese.

Ungeklärte Baugeschichte

Die Dorfkirche von Bardenitz gehört zu den herausragenden Dorfkirchen des Landkreises Potsdam-Mittelmark. Sie ist die einzige reine Backstein-Dorfkirche dieses Raumes. Die benachbarte Dorfkirche von Pechüle hat immerhin noch einen Feldsteinturm.

Der Baubeginn ist nicht genau datiert, aufgrund der Stilelemente und der Baustruktur aber in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts zu sehen.

Bezeichnende Charakteristika der Kirche sind ihr mächtiger, von weitem sichtbarer Querwestturm mit Dachreiter, der östliche Blendgiebel und der merkwürdige Grundriss.

Die Kirche hat eine ziemlich komplizierte Baugeschichte, die von Experten bisher nur teilweise erkannt und korrekt wiedergegeben worden ist. Die Baustruktur war vermutlich ursprünglich vierteilig, mit Apsis, eingezogenem Chor, Schiff und Querwestturm. Die heutige Struktur ist durch einen teilweisen Neubau des Chores völlig verändert.

Auffällig ist die scheinbare Zweiteilung des Gebäudes. Der Chor scheint etwas verschoben und ist zudem noch höher als das Schiff. Errichtet wurden Schiff, Chor und vermutlich auch eine halbrunde Apsis im 13. Jahrhundert. Große Veränderungen gab es im 15. Jahrhundert. Vom Chor blieb bei der Vergrößerung des Gebäudes damals nur die Südwand stehen. Jahrzehnte später kam die Sakristei dazu. Aus dieser Zeit dürften auch die Reste spätgotischer Bemalung stammen, die es heute zu erhalten gilt. In den 70er -Jahren des vorigen Jahrhunderts kam es zu den bislang letzten Umbauten. Wahrscheinlich gut gemeint, führen sie heute zu vielen Problemen.

Ohne Spenden nicht möglich

„Die Emporen wurden abgerissen, die Sitzreihen so verändert, dass es nicht mehr einen Gang in der Mitte sondern Gänge an den Seiten gibt und es wurde reichlich Teer verwendet, um alles abzudichten“, berichtet Herbert Schlunke. Der Bardenitzer ist einer der engagierten Bürger, die sich um den Erhalt ihres Gotteshauses kümmern. Genau dieser Teer ist es, der Herbert Schlunke und seinen Mitstreitern nun Sorgen macht. „Der muss raus, sonst bekommen wir unsere Kirche nicht trocken“, so Herbert Schlunke. Die Kosten von rund 23.000 Euro dafür findet er immens, er weiß aber, dass für diese kleinteilige Arbeit viele Stunden nötig sein werden. „Ohne Spenden würden wir das nicht hinbekommen. Obwohl auch von den Bardenitzern Spenden eingehen, die ja für Eigenmittel benötigt werden, sind wir auf andere Spender angewiesen“, berichtet Roswitha Briese.

Einer der Geldgeber ist die Jugend-, Kultur-, Sport- und Sozialstiftung der Mittelbrandenburgischen Sparkasse. Deren Kuratoriumsvorsitzender Andreas Schulz sagt, „die Bardenitzer haben schon vor sechs Jahren beim ersten Bauabschnitt bewiesen, wie wichtig ihnen der Erhalt ihrer Kirche ist. Mit viel Engagement setzen sie sich für den Erhalt ihres Gotteshauses und damit auch für den Erhalt des sozialen Lebens im Ort ein.“ Für Roswitha Briese ist es schön zu sehen, wie ihr Ort zusammenhält. „Bei Arbeitseinsätzen ist es egal, ob man kirchlich ist oder nicht. Viele packen einfach mit an“, sagt sie.

Wenn die Trockenlegung geglückt ist, steht bereits der nächste Bauabschnitt auf dem Programm der Bardenitzer. Dann wird es darum gehen, den Innenraum zu sanieren. „Wichtig sind uns dabei auch die Wandmalereien, die zuletzt zum Vorschein kamen“, berichtet Herbert Schlunke. „Doch dafür muss die Kirche erst einmal richtig trocken sein. Dann sehen wir weiter.“

Von Stefan Specht

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