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Potsdam-Mittelmark Kein Platz für wohlerzogene Hunde
Lokales Potsdam-Mittelmark Kein Platz für wohlerzogene Hunde
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19:22 11.09.2015
Dirk Grünberg und Dalmatinerhündin Nele suchen nach einem festen Platz fürs Training. Quelle: H. Helwig
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Kienwerder

Jeder fordert von den Hundehaltern wohlerzogene Tiere. Doch die Schulen, in denen die Vierbeiner die Benimmregeln lernen sollen, sind bei Behörden und Verwaltungen wohl eher unbeliebt. Diese Erfahrung muss jetzt Dirk Grünberg machen, der seit mehr als zehn Jahren einen festen Platz für seine Hundeschule sucht. Derzeit nutzt er einen Teil des Geländes der ehemaligen Hautklinik im Güterfelder Siedlungsteil Kienwerder für das Training mit Hunden und Haltern. Zum 31. September muss er allerdings die Sprung- und Laufhürden sowie die anderen Übungselemente eingepackt, den Zaun um den Platz abgebaut und das Gelände verlassen haben.

Die Bauaufsicht der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark hat dem Hundetrainer Ende Mai dieses Jahres nach einer zweijährigen Duldung die weitere Nutzung des Platzes untersagt. Dieser liegt im Landschaftsschutzgebiet und ist als Waldfläche deklariert, begründet die Behörde. Sollte Grünberg diese Frist nicht einhalten, muss er eine Geldstrafe von 2000 Euro zahlen. Die Nutzungsuntersagung kam mit dem Bauantrag zurück, den die Bauaufsicht abgelehnt hatte.

Die Eigentümerfamilie ist froh, Grünbergs Hundeschule auf dem Gelände zu haben. Sonst hätte wohl der Vandalismus in den zerfallenden denkmalgeschützten Gebäuden noch mehr zugenommen, sagt der Rechtsbeistand. Gemeinsam mit Grünberg hat der Grundstücksverwalter überlegt, den Trainingsplatz auf die gegenüber liegende Seite des Geländes zwischen der Rückfront der ehemaligen Klinik und dem früheren Verwaltungsgebäude zu verlegen. Dieser Standort gilt allgemein als Grünfläche außerhalb des Landschaftsschutzes. Statt eines großen Platzes könnten drei kleinere Felder für die Welpenarbeit, das Unterordnungstraining und die Übungen zur Wendigkeit und Flinkheit der Hunde entstehen. Zwischen den Plätzen soll die vorhandene Grünlandschaft erhalten bleiben.

Doch die Bauvoranfrage wurde im Stahnsdorfer Bauausschuss erst einmal mit sechs Enthaltungen und einer Gegenstimme abgeschmettert. Grünbergs Hundeschule passe nicht zur ehemaligen medizinischen Nutzung der Gebäude beziehungsweise zu den Vorstellungen einer künftigen Bildungsstätte oder eines Hotels, heißt es. Der mehrfache Welt-, Europa- und Deutsche Meister im Hundesport weiß, dass er ohnehin gehen muss, sollte sich ein Investor für das Areal gefunden haben. Aber die Zeit bis dahin hätte ihm etwas Luft verschafft, sich nach einer dauerhaften Bleibe umzusehen. Grünberg hat Stahnsdorfs Bürgermeister Bernd Albers (Bürger für Bürger) um einen Gesprächstermin gebeten, um mit ihm gemeinsam einen Kompromiss zu finden. Eine Antwort hat er noch nicht erhalten.

Schon einmal schien die Lösung für die Hundeschule zum Greifen nah. Grünberg sollte eine Fläche in der Alten Potsdamer Landstraße neben dem neuen Standort der Berliner Polizeireiterstaffel erhalten. Doch die etwa 30 000 Euro für die Kampfmittelberäumung kann der Hundetrainer nicht aufbringen. Inzwischen hat die Gemeindeverwaltung ihre Zusage für das Gelände nach den jüngsten Kommunalwahlen ohnehin wieder zurückgenommen. Die neuen politischen Herren in Stahnsdorf haben die Brache nun selbst als geeignete Erweiterungsmöglichkeit für einen Sportplatz entdeckt.

Sollte sich bis Ende September keine Lösung für die Hundeschule finden, kann Grünberg seine Hundehalter nur noch provisorisch im Wald oder im Stadttraining unterweisen, sagt er.

Die Hundeschule gibt es seit 1995

Bis 2009 konnte Hundetrainer Dirk Grünberg eine Fläche am Jagdschloss Stern in Potsdam nutzen. Dann kündigte die Schlösserstiftung den Nutzungsvertrag mit ihm.

Seit 2005 lebt Dirk Grünberg ausschließlich vom Betrieb der Hundeschule. Von Beruf ist er Diplomingenieur für Verkehrswesen.

Seit 1995 gibt es die Hundeschule Grünberg, die Dirk Grünberg zusammen mit seinem Vater gründete.

Sieben Huskies hält Grünberg als eigene Hunde. Der Dalmatiner auf dem Foto gehört Grünbergs Freundin.

„Bunte Hunde“ ist ein Gemeinschaftsprojekt der Hundeschule mit der Awo. In dem Projekt können sich benachteiligte Kinder einmal in der Woche um ein Tier kümmern.

Zu den Aktivitäten der Hundeschule gehören nicht nur die Ausbildung und Betreuung von Hunden sondern auch das Zusammenführen von Hunden mit Menschen, die keine eigenen Hunde halten können.

Von Heinz Helwig

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