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Potsdam-Mittelmark Bauern bei Raps in den Startlöchern
Lokales Potsdam-Mittelmark Bauern bei Raps in den Startlöchern
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00:36 20.07.2015
KBV-Vorsitzender Jens Schreinicke (v.r.), Krahnes Agrarchef Thomas Vogt und Tierbereichsleiter Steffen Abert prüfen die geschrotete Wintergerste. Quelle: C. Nack
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Krahne

Die Wintergerste in Potsdam-Mittelmark ist so gut wie vom Halm. Bei Raps, frühem Roggen und frühem Weizen sitzen die Bauern in den Startlöchern. „Nach einem Probedrusch am Sonntag wollen wir noch diese Woche mit Raps beginnen“, sagt Thomas Vogt von der Krahner Agrargenossenschaft „Thomas Müntzer“. Die Ertragseinbuße durch die Trockenheit von Mitte April bis Mitte Juni schätzt er auf ein Viertel.

Grasschnitt brachte nur die Hälfte

Die Spanne im Landkreis ist groß. Während die Brielower Agrar GmbH nach drei Supererntejahren mit einem „durchschnittlichen Ertrag“ rechnet, sieht Thomas Härtel von der Buckauer Agrargenossenschaft schwarz. Dort werden Verluste von 30 bis 60 Prozent befürchtet. „Wir und unsere Nachbarn standen beim Regen hintenan.“ Problem sei die schlechte Qualität mit Kleinst- und Schmachtkörnern. „Der Roggen wird statt als Brotgetreide wahrscheinlich nur als Futter weggehen und Verträge nicht erfüllt werden können“, berichtet Härtel dem Kreisbauernverband. Der erste Grasschnitt habe nur die Hälfte gebracht. Ähnliches zeichne sich beim Mais ab, der sich nach dem letzten Regen etwas erholt habe. Die jetzt erfolgte Freigabe durch den Bundesrat, auch Brachflächen als Futtergrundlage zu nutzen, komme zu spät.

Vor-Ort-Besichtigung. Quelle: C. Nack

In ganz Potsdam-Mittelmark sind 30.000 Hektar Getreide abzuernten, davon entfallen rund 20.000 Hektar auf Roggen. Bei der Wintergerste lag der Durchschnittsertrag im Kreis laut Fachdienstleiterin Birgit Rettig bei 50 Dezitonnen je Hektar, während es landesweit 60 Doppelzentner waren. „Wer nur Milchkühe hat, neu gebaut und keine anderen Standbeine hat, für den wird es eng“, so Jens Schreinicke, der seit Februar an der Spitze des mittelmärkischen Kreisbauernverbandes (KBV) steht. Denn der aktuelle Milchpreis von 27 Cent pro Liter sei im Keller. Gründe seien die „erpresserische“ Preispolitik der Einzelhandelsketten nach dem Wegfall der Quote, das Exportembargo Russlands und rückgängige China-Exporte.

Quote, Russland und China

„Wir bräuchten 34 Cent, um wirtschaftlich produzieren zu können“, rechnet Vogt vor. „Derzeit werden bezogen auf die Milchmenge monatlich 24.000 Euro verbrannt.“ Die beiden Biogasanlagen müssten zur Quersubventionierung herhalten. Die Krahner, die ihre derzeit 460 Milchkühe auf 660 aufstocken wollen, haben im vorigen Jahr in eine nagelneue Milchviehanlage mit lasergesteuerten Melkrobotern und hohem Kuhkomfort investiert. „Bei uns hat jede Kuh einen Liegeplatz plus zehn Prozent“, versichert Vogt.

Das vom Bündnis für Agrarwende jetzt auf den Weg gebrachte Volksbegehren gegen die Massentierhaltung sieht KBV-Chef Schreinicke kritisch. „Denn die Debatte wird emotional geführt ohne eine Definition zu haben, was eigentlich Massentierhaltung ist.“ Ein sachlicher Dialog, um aufzuklären und Parameter abzustimmen, wäre aus Sicht des Berufsstandes die bessere Alternative. Gemeinsam mit dem Landesbauernverband kündigt KBV-Geschäftsführerin Silvia Wernitz in größeren Städten verschiedene Aufklärungsaktionen an. Wernitz räumt Versäumnisse dabei ein, den Verbraucher bei der Entwicklung der Landwirtschaft mitzunehmen. Schreinicke: „Hof- und Erntefeste reichen da nicht aus.“

Von Claudia Nack

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