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Bauern drohen hohe Verluste

Getreide in Wittbrietzen vertrocknet Bauern drohen hohe Verluste

Mit bis zu 40 Prozent Verlust müssen Landwirte nach langer Trockenheit bei der bevorstehenden Roggenernte in diesem Jahr rechnen. Den Milchkühen dagegen macht die gegenwärtige Hitze zu schaffen. Damit sie nicht verdursten, brauchen sie bis zu 170 Liter Wasser am Tag.

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Bevor sie gute Milch gibt, braucht sie an jedem Hitzetag bis zu 170 Liter Wasser.

Quelle: dpa

Wittbrietzen. „Die Roggenkörner sind so winzig wie abgebrochene Bleistiftminen. Der Anblick tut richtig weh“, sagt Landwirt Jürgen Frenzel von der Agrar GbR in Wittbrietzen. Gegenwärtig bringen die Bauern die Wintergerste ein. Dabei werden sie gerade eine Durchschnittsernte schaffen. Aber für Frenzel ist schon jetzt absehbar, beim Brotgetreide auf 300 Hektar drohen durch die Dürre in den vergangenen Wochen Einbußen von bis zu 40 Prozent. Für die Gesellschaft bedeutet dies annähernd 120 000 Euro weniger in der Kasse. Nicht viel besser sieht es bei der Triticale aus, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen. Das Getreide bauen die Wittbrietzener auf 350 Hektar an und ein Großteil wird als Futter für die Tiere gebraucht.

Die Tropenhitze der vergangenen Tage macht den Kühen des Betriebes ganz schön zu schaffen, sagt Frenzel. Die Gesellschaft hat 800 Kühe zu versorgen und die saufen bei Bullenhitze bis zu 170 Liter Wasser am Tag. Frenzel ist stolz, dass die Kühe regelmäßig auf die Weide gebracht werden. Und damit sie trotz Dürre auch ausreichend Grünfutter bekommen, werden Flächen vor der Mahd sogar beregnet. Bis zu 850 Kubikmeter Wasser müssen dafür am Tag aus der Tiefe des Bodens gepumpt werden. Seit dem Wegfall der Milchquote machen laut Frenzel die Discounter den Preis. Diese Tatsache beschert dem Betrieb in diesem Jahr ein Defizit von insgesamt einer halben Million Euro.

Unter diesen Umständen hat der Betrieb nicht einen Tag bereut, dass er 2014 in eine Biogasanlage investiert hat. „Die sichert uns berechenbare Einnahmen und tragen nicht unwesentlich dazu bei, dass der Betrieb insbesondere nach schlechte Erntejahren weiter existieren und investieren kann“, sagt Frenzel. Dabei war die Anlage nicht weit weg von der Kita im Dorf anfangs nicht unumstritten. Nach Aufklärungen und Bürgergesprächen konnten die Landwirte die Vorbehalte im Dorf deutlich reduzieren. „Inzwischen haben sich die Kinder und Erzieher die Anlage sogar schon aus der Nähe anschauen können“, sagt Frenzel. „Aber die Behälter werden ausschließlich mit Gülle und Stalldung gefüttert, also nicht mit Mais von Flächen, auf denen Rohstoffe für Lebensmittel wachsen könnten.” Die Biogasanlage hat eine Kapazität von 400 Kilowattstunden, 80 davon wird der Agrarbetrieb beanspruchen, den Rest verkaufen. Für die Anlage ließ der Betrieb drei Riesenbehälter acht Meter hoch mit einem Durchmesser von 25 Meter bauen. Um seine Energiekosten für die Stallanlagen und die Futteraufbereitung zu senken, wurde 2013 eine Solaranlage auf dem Strohlager installiert. Annähernd 200 000 Euro wurden investiert, dafür spart man nun monatlich bis zu 1500 Euro ein.

Von Regine Greiner

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