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Potsdam-Mittelmark Bauern und Imker bilden Whatsapp-Gruppe
Lokales Potsdam-Mittelmark Bauern und Imker bilden Whatsapp-Gruppe
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13:47 19.03.2019
Rainer Piontek (l.) und Ulrich Benedix von der Agro Saarmund erläutern Imkern ihren Anbauplan. Quelle: Frank Bürstenbinder
Mittelmark

 An der Nuthe ist smartes Imkern ist angesagt. Bienenzüchter und Bauern wollen eine Whatsapp-Gruppe bilden. Die Agro Saarmund meldet den Insektenfreunden direkt aufs Handy wann und wo die Spritzmaschine im Raps ist. Honigbienen sollen so erst gar nicht in den Kontakt mit Pflanzenschutzmitteln kommen, die im Verdacht stehen ihren Orientierungssinn nachhaltig zu schädigen. Digital übermittelt werden den Imkern auch die Standorte neuer Blühstreifen und Bienenweiden auf den sich über 3300 Hektar erstreckenden Flächen des größten Landwirtschaftsunternehmens in der Gemeinde Nuthetal.

Imker und Insekten

Die Agro Saarmund e G. betreibt auf rund 3300 Hektar Ackerbau und Mutterkuhhaltung.Die Genossenschaft muss mit mageren Böden auskommen, die an ertragsarmen Standorten nur 20 bis 25 Bodenpunkte bringen.

Hauptanbauart ist der Winterroggen, der auf 370 Hektar wächst. Der für die Imkerei interessante Winterraps wächst auf 185 Hektar. Sonnenblumen sind mit 30 Hektar vertreten. Die Flächen sind zum Teil weit verstreut.

Brandenburgs Imker treffen sich am kommenden Sonntag, 24. März, zu ihrer landesweiten Vertreterversammlung im MAFZ in Schönwalde-Glien. Im Landwirtschaftsministerium gibt es am 25. März einen „Insektengipfel“ zum Erhalt der Artenvielfalt.

Mit diesem konkreten Ergebnis für die künftige Zusammenarbeit ging das erste Imkerfrühstück zu Ende, zu dem die Agro Saarmund eingeladen hatte. Dahinter steckt die Initiative von Ulrich Benedix. Der Potsdamer wechselte im letzten Herbst von einem Rinderzuchtbetrieb im Fläming vor die Tore der Landeshauptstadt. Statt einer dreiviertel Stunde Anfahrt ist das Vorstandsmitglied des Landesbauernverbandes in wenigen Minuten am Arbeitsplatz. Mit nach Saarmund genommen hat das Mitglied der Geschäftsführung die Tradition der jährlichen Imkertreffen.

Imker Ulrich Schnell vom Imkerverein Teltow. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Der Erfahrungsaustausch hilft beiden Seiten mehr Verständnis für den anderen aufzubringen“, ist Landwirt Benedix überzeugt. Beim Imkerfrühstück lernen auch er und sein Pflanzenbauexperte Rainer Piontek dazu. Zum Beispiel, dass nicht alle Sonnenblumen als Bienenweide ideal sind. Unter anderem die Sorte Delfi, die auf rund 30 Hektar hauptsächlich bei Michendorf angebaut werden soll. „Delfi ist auf eine hohe Ölproduktion getrimmt, bringt aber keinen Nektar. Violetta und ein paar andere Sorten sind für unsere Bienen besser“, weiß Hobby-Imker Ulrich Schnell vom Imkerverein Teltow. Für die Landwirte eine neue Erkenntnis, über die sie nachdenken wollen.

Das Imkerfrühstück in Saarmund soll zu einer festen Institution werden. Dann kann im nächsten Jahr ausgewertet werden, ob es Sinn macht Pflanzenschutz in den Nachtstunden zu betreiben, wenn die Bienen ruhen. Ohne Behandlungen können die Rapsschläge bei Güterfelde und Stahnsdorf jedenfalls nicht bleiben, wenn man die Frucht nicht komplett dem Rapsglanzkäfer überlassen will. Rund 100 Stand- und Wanderimker sind in den Gemarkungen zwischen den Autobahnen 10 und 115 unterwegs. Das Unternehmen braucht die Bienen nicht nur zur Bestäubung der Rapspflanzen.

Bienen haben ihren Anteil

Die Hälfte der landwirtschaftlichen Nutzfläche besteht aus Grünland, das von rund 350 Mutterkühen beweidet wird. Je besser sich die Gräser entwickeln, um so besser das Futter für die Fleischrinder, die regional geschlachtet und in der hofeigenen Metzgerei zu Wurst- und Fleischprodukten verarbeitet wird. In vier der Genossenschaft gehörenden Läden gibt es mittlerweile Rouladen und Bierschinken aus Saarmund. Auch an diesem Standbein haben die Bienen ihren Anteil. Wie die Völker von Tierärztin Sandra Sommer aus Stahnsdorf oder von Michael Hofmann aus Rehbrücke.

Imkerfrühstück in der Agro Saarmund. Quelle: Frank Bürstenbinder

Rund 15 Imker aus der Region folgten der Einladung zum Imkerfrühstück im Vorfeld des „Insektengipfels“, zu dem Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) für den 25. März nach Potsdam eingeladen hat. In Saarmund mit dabei war auch Holger Ackermann vom Landesverband der Brandenburger Imker. Die Saarmunder Whatsapp-Gruppe aus Bauern und Imker bezeichnet er als „hervorragende Initiative“. Grabenkämpfe und gegenseitige Schuldzuweisungen wegen des Insektensterbens würden keine Lösung des Problems bringen, ist Ackermann überzeugt. Eine Forderung vor dem „Insektengipfel“ sprach Agro-Saarmund-Manager Benedix deutlich aus in Richtung Politik: „Es ist ein Unding, dass in Brandenburg Blühstreifen und Bienenweiden nicht gefördert werden. Nicht nur die Saat kostet Geld, sondern auch Personal und Diesel.“

 

Von Frank Bürstenbinder

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