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Bauland im Grünen ist Mangelware

Treuenbrietzen Bauland im Grünen ist Mangelware

Der Weg zum Traumhaus im Grünen ist in Treuenbrietzen aktuell lang und er wird immer teurer. Baugrundstücke sind Mangelware. Die Kommune hat bereits eigene Areale entwickelt, wird jedoch von der Landesplanung im Zuwachs reglementiert. Umfragen unter Grundbesitzern und Werbung für das Bauen in der Altstadt sollen die Situation entschärfen.

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Die Wasserwirtschaftsgesellschaft „Nieplitztal“ (WWN) verlegt im neuen Baugebiet am Kapitän-Lehmann-Weg in Treuenbrietzen erste Hausanschlüsse für erste Eigenheime.

Quelle: Foto: Thomas Wachs

Treuenbrietzen. Die Nachfrage nach Bauland ist in Treuenbrietzen aktuell deutlich stärker als das Angebot. Grundstücke für Eigenheime sind Mangelware. Interessant werden Treuenbrietzen und vergleichbare Orte im Fläming wie Brück und Niemegk offenbar immer mehr auch für Häuslebauer, die sich in Berlin oder Potsdam sowie im direkten Speckgürtel der Ballungsgebiete kein Bauland mehr leisten können. Vor allem junge Familien suchen Platz für ein Häuschen im Grünen.

Doch sehen sich die Kommune in ihren Entwicklungsmöglichkeiten gebremst. Die gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg reglementiert den Zuwachs an Wohnungen und Bauland.

Die Stadtverwaltung Treuenbrietzen geht nun in die Offensive. Das Bauamt hat potenzielle Bauflächen im gesamten Stadtgebiet ermittelt. „Im Ergebnis konnten rund 270 mehr oder weniger große Areale aufgelistet werden“, erklärt Bauamtsleiter Christoph Höhne. In Schreiben an die Eigentümer hat die Verwaltung zudem angefragt, ob sich die Besitzer einen Verkauf vorstellen könnten. „Dazu gab es 20 positive Rückmeldungen“, erzählt Christoph Höhne.

Problem ist die Reform der Landesentwicklungsplanung

Für einen Termin mit der Gemeinsamen Landesplanung in dieser Woche hat er nun 32 Flächen im Innenbereich im Gepäck, die er im Zuge einer Abrundung der Siedlungsgebiete für die zusätzliche Wohnbebauung diskutieren möchte. Ab September werde die Problematik dann auch in den Fachausschüssen der Stadtverordnetenversammlung weiter beraten.

„Das Problem ist die Reform der Landesentwicklungsplanung“, sagt Höhne. Denn dadurch gilt auch Treuenbrietzen nicht mehr als Grundzentrum. Das wirkt sich nicht nur auf die Verteilung von Geld aus Landesmitteln aus. Lediglich die Kreisstadt Bad Belzig kann mit dem Status als Mittelzentrum noch mit Zuwendungen zur Entwicklung rechnen. Den übrigen Orten werden im Landesplan maximal 5 bis 7,5 Prozent Wachstum zugelassen.

Doch sei der Bedarf viel größer. „Pro Monat erreichen uns bis zu drei Nachfragen für Baugrundstücke. Und dabei kommt ja gar nicht jeder, der auf der Such ist, auch ins Rathaus“, erzählt Höhne. Entsprechend schnell war das neue Baugebiet am Kapitän-Lehmann-Weg vermarktet. Fast alle der dort von der Stadt über einen B-Plan ausgewiesenen neun kommunalen Grundstücke sind vergriffen.

Überzogene Preisvorstellungen

Probleme bei der Entwicklungsplanung sieht Höhne auch durch bereits ausgewiesene Bebauungspläne, die von ihren privaten Eigentümern allerdings mitunter seit Jahren noch gar nicht genutzt werden. So auf der Bahnhofsseite am Baggersee. „Sie gehen zwar in die Entwicklungsbilanz ein, blockieren aber den realen Zuwachs“, so Höhne. Weiteres Problem seien die Preisvorstellungen privater Besitzer. Mit ihren überzogenen Forderungen schreckten sie Bauherren teilweise ab, „die dann nach Beelitz ziehen, wo sie für diesen Preis dann noch kürzerer Wege nach Berlin haben“, sagt Christoph Höhne. Daher sei auch für Treuenbrietzen der Ausbau des Nahverkehrs zwingend, um für Zuzügler interessanter zu werden.

Bot die Kommune ihre Parzellen am Kaptitän-Lehmann-Weg für 44 Euro je Quadratmeter inklusive neuer Straße an, werden attraktive private Grundstücke bereits bis zu 60 Euro gehandelt. Zuletzt lag der aus Verkäufen ermittelte Richtwert für Treuenbrietzen laut Gutachterausschuss des Landkreises, der jährlich die Erlöse auswertet, noch bei 35 Euro je Quadratmeter erschlossenes Bauland.

Werbung für die Altstadt wird forciert

Mit Schildern auf Grundstücken will die Kommune nun auch stärker für das Bauen in der Innenstadt werben. „Dafür gibt es aber bei jungen Leuten noch eine Hemmschwelle“, erzählt Höhne. Dabei gebe es auch dort attraktive Bereiche und Höfe, die sich lukrativ entwickeln ließen. Zur Lückenschließung seien auch moderne Gebäude möglich.

Steven Baltot möchte mit seiner Frau und dem Nachwuchs, der sich ankündigt, demnächst von Berlin in die Heimatstadt zurückkehren. „Wir haben knapp zwei Jahre gebraucht, um ein Grundstück in Treuenbrietzen zu finden“, erzählt er. „Das Angebot war mehr als dürftig oder hatte viele Einschränkungen“, so der Bauherr. „Unser Traumgrundstück an der Bismarck-Straße fanden wir nur mit Hilfe unseres Architekten“, so Baltot.

Dort habe der private Eigentümer „keinesfalls den Preis treiben wollen und sogar noch darauf geachtet, dass junge Familien eine Chance bekommen“, sagt der 27-Jährige. Er hält 50 Euro je Quadratmeter „für maximal zumutbar für Familien“. Als Problem sieht er es , wenn Bauträger Grundstücke aufkaufen und Bauherren zwingen, ein Haus nur von dieser Firma zu nehmen. Das wirke sich auch auf Immobilienportale aus. „Dort tauchen Bauträger überall mit vielen Angeboten auf und man findet kaum noch Grundstücke zur freien Verfügung“, erzählt Steven Baltot vom langen Weg zum Traumgrundstück.

Von Thomas Wachs

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