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Baumblütenfest in Werder Alkohol, Adrenalin und Apfelwein
Lokales Potsdam-Mittelmark Baumblütenfest in Werder Alkohol, Adrenalin und Apfelwein
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07:43 06.05.2016
Die Ruhe nach dem Sturm: Viele Besucher machten sich zeitig auf den Rückweg. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Ein kontrastreicher Tag liegt hinter der Blütenstadt Werder/Havel. Wer noch in aller Ruhe zuerst die Schmalzstulle unterm Apfelbaum genießen konnte, erlebte ein paar hundert Meter weiter Herzschmerz und Drogenrausch. Der große Ansturm blieb am Donnerstag aus. Trotzdem hatte die Polizei alle Hände voll zu tun.

Werder, 5. Mai 2016: Den Herren der Schöpfung lacht die Sonne. Zu Himmelfahrt herrscht bestes Ausflugswetter. Dementsprechend gut besucht ist das Baumblütenfest.

13 Uhr, Bahnhof Werder: Bahnreisende erlebten gleich nach dem Aussteigen auf dem Werderaner Bahngleis, wie sehr die Polizei ihr Personal zur Baumblütenzeit aufgestockt hat. Es schien, als wären alle Brandenburger Polizisten an diesem Tag nach Werder gekommen. Sie zeigten Präsenz, beinahe an jeder Ecke und zogen in Fünfergruppen ihre Kreise durch die vielen Besucher auf der Insel und in der Stadt. Und das zu Recht: Immer wieder zogen sie vor allem verdächtige Jugendliche aus dem Verkehr, die ihre Taschen ausräumen mussten. Die Polizisten durchsuchten sie nach Glasflaschen, Waffen oder Drogen, und wurden fündig.

Bilanz der Polizei vom Donnerstag

Besuchermassen blieben am Donnerstag aus

15.32 Uhr, Friedrichshöhe: Im Vergleich zu den vergangenen Wochentagen herrschte am Herrentag auf der Friedrichshöhe reges Treiben. Darauf hatte Bierverkäuferin Nadine Korn aus Straußberg gehofft. An den anderen Werktagen, sagte sie, ist es eher langweilig. Nur vereinzelt verirren sich Gäste zur ehemaligen Ausflugsgaststätte auf der Friedrichshöhe nahe des Bahnhofs.

17.30 Uhr: Gemütliches Sitzen im Weingarten. Quelle: Luise Fröhlich

Verdächtige Jugendliche hielten die Polizei auf Trapp

19.45 Uhr, Insel Werder: Auf der Insel tobte derweil das Leben. Zwischen Rummel und Partystimmung auf den Bühnen tummelten sich vor allem Jugendliche. Auffällig war, dass die Polizisten immer wieder einzelne von ihnen durchsuchten. Im Laufe des Tages hatte es einige Drogenverstöße gegeben. Ein Jugendlicher wurde von der Polizei auf einer Wiese an den Händen gefesselt und festgehalten. Vermutlich war er aggressiv geworden oder wollte flüchten. Ein Anwohner, der die Szene über den Gartenzaun beobachtet hatte, beschwerte sich über die Art des Umgangs mit dem verdächtigen Jugendlichen. Die Beamten hätten ihn viel zu grob behandelt, sagte er.

Überall patrouillierte die Polizei durch die Straßen. Quelle: Luise Fröhlich

Eine Straße weiter wurden die Ordnungshüter zu einer Schlägerei gerufen. Ein Besucher soll in eine Rangelei mit einem Ausländer verwickelt gewesen sein. Lallend beklagte er sich darüber, dass er festgehalten wurde und nicht der angebliche Ausländer, der den Streit angezettelt haben soll, wie er sagte. Im Gespräch mit den Polizisten zeigte er sich uneinsichtig, woraufhin die Stimmung kippte. „Greif ich euch an?“, fragte er mehrmals in einer lautstarken Auseinandersetzung mit einem der fünf Polizisten, die um ihn herum standen. Kurze Zeit später beruhigte er sich.

Kein Platz mehr im Bus nach Potsdam. Quelle: Luise Fröhlich

21.55 Uhr, Werder Post: Der erste Bus in Richtung Potsdam war voll bis auf den letzten Stehplatz. Viele Gäste hatten sich bereits eine Stunde zuvor langsam auf den Weg nach Hause gemacht. Pünktlich um 22 Uhr verklang dann auch der letzte Ton der Live-Musik vor dem Colonial Café.

Bilanz der Polizei vom Donnerstag: Mann schwer am Kopf verletzt

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Von Luise Fröhlich

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