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Der Tiger und der kleine Trompeter

Geschichten vom Rande des Baumblütenfestes Der Tiger und der kleine Trompeter

Beim Werderaner Baumblütenfest stehen Blütenkönigin und die Obstbauern und ihre Weine im Mittelpunkt. Doch auch am Rande des Festes stehen Leute, die interessante Geschichten erzählen und mit kleinen Kniffen Festbesucher freigiebiger machen – zum Beispiel ein kleiner Trompeter und Sándor, der im Tigerkostüm den „Straßenfeger“ verkauft.

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Sándor verkauft im Tigerkostüm an der Inselbrücke in Werder den „Straßenfeger“ – die Zeitung der Obdachlosen. Fünf Jahre lebte der gebürtige Ungar in einer leerstehenden Kaserne in den Havelauen.

Quelle: Jens Steglich

Werder. Er sorgt am Hohen Weg in Werder für den Schwung, den der leicht angeheiterte Blütenfestbesucher braucht, um den Berg hochzukommen. Der kleine Trompeter, von dem hier die Rede ist, steht schon im fünften Blütenfestjahr am Wegesrand und spielt flotte Lieder und Märsche zum Vergnügen vieler Leute. Markus Karelis heißt er, ist 14 Jahre alt und lernte das Trompetenspielen in der Humperdinck-Kreismusikschule. „Er hat Nerven wie Drahtseile und keine Angst vor großem Publikum“, sagt sein Vater Uvis Karelis, der aus Lettland stammt und den die Liebe nach Werder verschlug. Seine Frau war einst als deutsche Austauschstudentin nach Riga gegangen, wo sie ihn kennenlernte. Seit 1996 leben sie in einem Haus am Hohen Weg und haben jedes Jahr zum Blütenfest die Besucherströme vor der Haustür. Der Sohn verdient sich dann ein bisschen Geld mit dem Trompetenspielen. Vom Vater bekam der Sohn dieses Jahr den guten Rat: „Stell’ dich in die Kuhle. Du musst klein aussehen, wenn die älteren Damen vorbeikommen.“

Der 14-jährige Markus Karelis spielt zum Blütenfest am Hohen Weg in Werder  Trompete

Der 14-jährige Markus Karelis spielt zum Blütenfest am Hohen Weg in Werder Trompete. „Die flotten Lieder mögen die Leute am meisten“, sagt er. Bereits im fünften Blütenfest-Jahr sorgt er für Stimmung an dem Weg, der zu Werders legendären Höhengaststätten führt – zur Bismarck- und zur Friedrichshöhe.

Quelle: Jens Steglich

Kleine Kniffe, die Festbesucher freigiebiger zu machen, kennt auch Sándor aus Glindow, der zum Blütenfest an der Inselbrücke den Straßenfeger verkauft – die Zeitung der Obdachlosen. Sándor, der sich im Stile eines Forrest Gump durchs Leben schlägt, stammt aus Ungarn und hauste fünf Jahre in einer leeren Kaserne in den Havelauen, bevor er eine Wohnung in Glindow bekam. Zum Blütenfest zog er sich ein Tigerkostüm über. In den zwei Jahren davor war er beim Fest jeweils als Hund verkleidet. „Mit Kostüm geben die Leute viel mehr Geld“, sagt er.

Von Jens Steglich

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