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Baumblütenfest in Werder Das sind die besten Obstweine dieses Jahres
Lokales Potsdam-Mittelmark Baumblütenfest in Werder Das sind die besten Obstweine dieses Jahres
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19:04 17.04.2019
Sie strahlten bei der Verleihung der Obstweinkruken gleich dreifach: Marcel Lehnst, Uwe und Jillenne Leo und Stefan Lindicke (v.l). Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Drei Werderaner Obstbauern waren im diesjährigen Rennen um die besten Weine am erfolgreichsten. Sie dürfen ihre Höfe und Verkaufsstände zum Blütenfest mit jeweils drei Auszeichnungen schmücken. Ganz vorn mit dabei ist wieder Stefan Lindicke, der im vorigen Jahr drei Goldene Kruken holte. Am Mittwoch nahm er zwei silberne Medaillen für die Sorten Schwarze Johannisbeere und Pfirsich sowie eine goldene für seinen Himbeerwein mit nach Hause. Familie Leo sahnte Silber mit Stachelbeere und Sauerkirsche ab und bekam Bronze für den Erdbeertropfen. Familie Lehnst aus Elisabethhöhe erhielt Gold für die Schwarze Johannisbeere, Silber für Himbeere und Bronze für Sauerkirsche. Insgesamt brachte der Wettbewerb um die Goldenen Obstweinkruken 15 Preisträger hervor.

Die Jury verkostete 222 Proben von 26 Erzeugern – im vorigen Jahr reichten die Obstbauern 234 Weine ein. „Wir haben zahlenmäßig ein stabiles Niveau erreicht, das uns auch für die Zukunft hoffen lässt“, sagte Reinhard Schmidt vom veranstaltenden Obst- und Gartenbauverein. Eine Entwicklung habe den Juroren in diesem Jahr Kopfverbrechen bereitet: „Wir werden uns Gedanken darüber machen, künftig nur noch die heimischen Obstweine und keine Exoten mehr anzunehmen“, sagte er. Darunter fallen zum Beispiel Proben wie Löwenzahn, Flieder oder Pfingstrose.

Exoten sind schwer zu bewerten

„Das hat mit Obstwein nicht mehr viel zu tun“, erklärte auch Winzer und Obstanbauberater Manfred Lindicke, der den Wettbewerb im Verein seit vielen Jahren begleitet. Auf ein Grundproblem bei den Exoten wies Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) hin, die Teil der Jury ist: „Ich hatte Löwenzahn auf meiner Liste, weiß aber gar nicht, wie der schmecken müsste.“ Mit dem Ausschluss der Exoten könnten die heimischen und besonders nachgefragten Sorten wieder in den Vordergrund rücken.

Gruppenfoto aller Gewinner des diesjährigen Wettbewerbs um die Obstweinkruken. Quelle: Luise Fröhlich

Beim Blick auf die von der Jury verteilten Zensuren ist die Schwarze Johannisbeere von Marcel Lehnst mit Note 1,5 qualitativ am hochwertigsten. Stefan Lindickes Himbeerwein landete im Schnitt bei 1,63 und die Sorte Knupperkirsche von Schultz’ens Siedlerhof rangierte knapp dahinter mit der Note 1,68. Weil es teilweise sehr starke Abweichungen in den Zensuren eines Weines gab, denkt der Verein außerdem darüber nach, die Juroren vor der nächsten Verkostung noch einmal speziell zu schulen. „Immerhin sind die Kruken inzwischen eine ökonomische Größe für die Betriebe geworden“, sagte Manfred Lindicke.

Schwächen beim Erdbeerwein

Unter anderem kommt es bei der Bewertung auf den Geschmack und die Intensität der Frucht an. Zuckersüße Weine schneiden bei der Jury seit Jahren nicht mehr gut ab. „Wieder einmal hat sich gezeigt, dass wir sehr gute Kirsch- und Johannisbeerweine haben. Wir schwächeln noch immer bei der Erdbeere, die allerdings auch nicht so einfach zu Wein zu verarbeiten ist“, erklärte Manfred Lindicke.

Dietmar Bade holt zwei Goldene Kruken

Die Juryverkostet in neun Kategorien. Sieger bei Sauerkirsche ist der Obsthof Glindow, bei Erdbeere Marius Hübner, bei Schwarze Johannisbeere Marcel Lehnst und bei Strauchbeerenobst Stefan Lindicke mit Himbeere.

Bei Johannis- und Stachelbeere liegt Dietmar Bade mit der Roten Johannisbeere vorn, beim Steinobst die Knupperkirsche von Familie Schultz, bei Kernobst die Quitte von Jens Rzegotta, bei den Exoten erneut Dietmar Bade mit Rhabarber und bei Mehrfrucht Rolf Rogler mit Birne/Apfel.

Im Hohen Weg öffnen der Stadtgarten der Lindickes und der Weinverkauf bei Familie Leo bereits vor dem Blütenfest, ab Ostersamstag, 13 Uhr.

Das Aroma der Frucht sei schwer in die Kruke oder Flasche zu bekommen. „Wenn die Temperatur beim Gärverfahren zu hoch steigt, nimmt die Erdbeere einem das schnell übel und dann schmeckt der Wein nicht“, so der Experte. Der beste Erdbeerwein stammt in diesem Jahr von Marius Hübner aus Derwitz. Silber holte in dieser Kategorie Schultz’ens Siedlerhof und Bronze ging, wie erwähnt, an Familie Leo.

Frostnächte haben einigen Blüten zugesetzt

Erfolgreich war auch der diesjährige Gastgeber und Bauunternehmer Detlef Lapp aus Bliesendorf. Die Preisverleihung fand auf seinem Obsthof „Lapp A Rosa“ statt. Überzeugen konnte er in der umstrittenen Kategorie der Exoten mit der Aroniabeere, für die er eine Silberne Kruke erhielt, und mit seiner Himbeervariation, für die es unterm Strich Bronze gab. Seit sieben Jahren stellt Familie Lapp Obstwein her. „Aus ein bisschen wurde immer mehr“, erzählte Detlef Lapp, der auch schon in den Vorjahren Preise absahnen konnte.

Mit sorgenvoller Miene blicken die Obstbauern nach den Frostnächten auf die Blüten. So manche dürften tatsächlich erfroren sein. „Für einige sieht es nicht gut aus, zum Beispiel für die Kirsche oder auch Himbeere. Wir müssen jetzt abwarten. Der Apfel könnte noch gut weggekommen sein“, sagte Manfred Lindicke auf Nachfrage.

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Von Luise Fröhlich

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