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Baumblütenfest in Werder Gemischte Gefühle bei Anwohnern in Werder
Lokales Potsdam-Mittelmark Baumblütenfest in Werder Gemischte Gefühle bei Anwohnern in Werder
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19:48 03.05.2016
Das Parkverbot während des Baumblütenfestes ist für viele Anwohner ein empfindliches Thema. Quelle: Luise Fröhlich
Werder

Des einen Freud ist des anderen Leid. So ist es auch auf dem Werderaner Baumblütenfest. Während die Feierlustigen und Weindurstigen von Obstgarten zu Obstgarten ziehen oder sich durch die engen Gassen auf der Insel drängen, müssen die Anwohner teilweise so einiges in Kauf nehmen. Musik donnert scheinbar aus jeder Ecke bis 22 Uhr und bereits eine Woche, bevor das Fest überhaupt beginnt, werden an vielen Ecken in der Stadt großflächig Parkplätze gesperrt. Wohin mit dem Auto? Wie komme ich zur Arbeit?

Am Dienstag präsentierte sich die Blütenstadt Werder/Havel den Besuchern des Baumblütenfestes von der besten Seite. Schulen, Kindergärten und Vereine stellten sich mit Showeinlagen auf der Bühne vor. Doch auch in anderen Ecken gab es viel Schönes zu sehen.

Diese Fragen sind für die Besucher, die am Dienstag auf das Blütenfest gekommen sind, nebensächlich. Die meisten hatten wahrscheinlich selbst ein Parkplatzproblem und sind froh, auf dem Festgelände angekommen zu sein. Dem Menschenstrom folgend geht es auf die Insel – dem Herzstück der Blütenstadt und auch des Festes.

Das Model, die Boutique und die Betrunkenen

Auf dem Weg dorthin liegt die Boutique „My Rebella“. Seit Oktober 2015 gibt es den Laden in der Straße Unter den Linden. „Für uns ist es das erste Mal hier mittendrin zur Baumblüte. Wir haben bis jetzt nur positive Erfahrungen gemacht“, erzählt Inhaberin Nadine Zechlin.

Sarah Domke, Verkäuferin Petra Sobszynski und Nadine Zechlin vor dem Modegeschäft „My Rebella“ in Werder. Quelle: Luise Fröhlich

Dank der guten Lage kommen sogar mehr Kunden in den Laden. Natürlich achten Zechlin und die Mitinhaberin und Playboy-Model Sarah Domke darauf, dass keine Betrunkenen über die Schwelle treten. Getränke müssen ebenfalls draußen bleiben. Domke selbst wohnt direkt auf der Insel und fühlt sich durch das Volksfest nicht beeinträchtigt. „Als alteingesessener Werderaner weiß man einfach, was da jedes Jahr auf einen zukommt. Das Fest gehört einfach zu Werder und hat viele Vorteile“, erzählt sie. So wird die Stadt durch das Fest bekannt und zieht viele Touristen an. „Es belebt einfach die Innenstadt“, sagt auch Zechlin.

Betrunkene ziehen direkt weiter

Ein paar Schritte weiter in Richtung Rummel und Menschenmassen befindet sich seit 2012 der Laden „Pulver&Blei“ – ein Shop für handgedruckte T-Shirts. Zum vierten Mal erlebt Verkäufer Andreas Winter die Baumblüte direkt vor der Nase. Ein kleines Umsatzplus ist in dieser Zeit normal, berichtet er. „Die Leute sind völlig entspannt. Die Betrunkenen kommen hier eh nicht rein und viele ziehen einfach nur vorbei.“

Enttäuschung über das Programm

Enttäuscht ist Winter in diesem Jahr vielmehr von dem dünnen Programm des Blütenfestes. „Es gibt kaum noch Highlights, zum Beispiel keine Bands mehr wegen denen man herkommen müsste. Eigentlich ist es immer das Gleiche“, erzählt er. Es werde höchstens mal ein Stand ausgewechselt, aber sonst gibt es kaum Neues und zudem viel Heimlichtuerei rund um das Programm. Warum versteht er nicht.

Am T-Shirt-Shop „Pulver&Blei“ laufen die meisten Baumblütenbesucher auf dem Weg zur Insel vorbei. Quelle: Luise Fröhlich

Außerdem verhält sich der Veranstalter rigoros, wenn es um die Ruhezeiten geht.

Geöffnet ist das Fest jeden Tag bis 22 Uhr. Die Musik geht beinahe überpünktlich aus, sagt Andreas Winter.

Zur Frühschicht um 3 Uhr morgens aus dem Bett

Eine Werderanerin, die direkt am Plantagenplatz wohnt, ist darüber sehr dankbar. Der Bass der Musik dröhnt direkt ins Haus. Das Auto musste die 25-Jährige bereits am Freitag vor dem Fest bei einer Bekannten abstellen, die mehr als einen Kilometer weiter weg wohnt.

Wenn sie Frühschicht ab 5 Uhr hat, muss sie um 3 Uhr aufstehen, um zuerst noch das Auto zu holen. Eine Zumutung, wie sie findet, zumal den Anwohnern nicht einmal Ersatzparkplätze von der Stadt angeboten werden.

Von Luise Fröhlich

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