Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 3 ° Regenschauer

Navigation:
Kahlschlag in Kienwerder

Anwohner empört über genehmigte Baumfällungen Kahlschlag in Kienwerder

Anwohner in Kienwerder sind empört: Ein privater Bauherr hat zwei ortsbildprägende alte Bäume ohne Not fällen lassen, sagen sie. Der Bauherr hat allerdings eine Sondergenehmigung für diese Rodung vorweisen können. Auch die Gemeindeverwaltung Stahnsdorf, zu der Kienwerder gehört, hatte sich für den Erhalt der Bäume ausgesprochen.

Voriger Artikel
Aus Buche und Kiefer wird Deutsche Eiche
Nächster Artikel
Sternstunden im Wiesenburger Schlosspark

Die Bäume wurden zunächst angesägt und anschließend mit dem Bagger niedergedrückt, sagen die Anwohner.

Quelle: Foto: Privat

Kienwerder. Baumfällungen in der Straße Am Wiesengrund im Güterfelder Siedlungsteil Kienwerder erregen derzeit die Gemüter etlicher Einwohner. An der Straße hat ein privater Bauherr an seiner Grundstücksgrenze zwei Bäume fällen lassen, die nach Meinung der Kienwerderaner ortsbildprägend waren. Die Bäume – eine 100-jährige Kiefer und eine mehr als 50-jährige Eiche – hätten dem Bauvorhaben überhaupt nicht im Wege gestanden, meinen die Anwohner. Die Bäume seien zuerst angesägt und anschließend mit einem Bagger niedergedrückt worden.

„Bäume wurden in unserem Ort auch schon in der Vergangenheit gefällt. aber noch nie habe ich solch einen Kahlschlag gesehen“, bangt Regina Schwarz um den Ruf ihrer Siedlung als grünes Kleinod. Die Gemeindevertreterin, die für die Wählergruppe „Bürger für Bürger“ im Stahnsdorfer Ortsparlament sitzt, ist nach eigenen Angaben in den vergangenen Tagen von vielen Kienwerderanern auf die Fällungen angesprochen und angeschrieben worden. „In der Kiefer gab es zwei Spechthöhlen, von denen eine von einem Kleiberpärchen nachgenutzt wurde. In dem früheren Waldstück hat sich oft eine Ricke mit ihrem Kitz aufgehalten“, verweist Schwarz auf die Tragweite der Maßnahme.

Der leitende Bauingenieur habe eine Sondergenehmigung für die Fällungen vorweisen können, sagt Schwarz. Die Maßnahme gelte als Waldumwandlung, an deren Verfahren die Naturschutzbehörde des Kreises kaum beteiligt sei, teilt die Kreisverwaltung auf MAZ-Nachfrage mit. Über eine Waldumwandlung entscheide die Forstbehörde, die innerhalb des Baugenehmigungsverfahrens ihr Einverständnis erteilt habe, wie die Oberförsterei Potsdam bestätigte. Die Naturschutzbehörde habe ein Artenschutzgutachten angefordert, aus dem hervorgehe, dass in den Bäumen keine Vögel nisteten, so der Kreis weiter.

„Außendienstmitarbeiter sind Bürgerhinweisen nachgegangen und haben die Situation vor Ort dokumentiert“, sagt Stahnsdorfs Gemeindesprecher Stephan Reitzig. In der Stellungnahme zum Bauantrag habe die Gemeinde darauf hingewiesen, ortsbildprägende Bäume zu erhalten, soweit sie nicht das Bauvorhaben behindern.

Von Heinz Helwig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg