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Potsdam-Mittelmark Baustelle bringt Grebser Bäckerei in Existenznot
Lokales Potsdam-Mittelmark Baustelle bringt Grebser Bäckerei in Existenznot
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12:22 13.02.2019
Konditormeisterin Marion Koloska hat die Bäckerei Schmidt von ihrem Vater übernommen. Die Umsatzeinbußen durch die Großbaustelle an der Bundesstraße 102 bereiten ihr schlaflose Nächte. Quelle: JACQUELINE STEINER
Grebs

Die seit fast 125 Jahren bestehende Bäckerei Schmidt in Grebs ist von Schließung bedroht. Der Ausbau der Bundesstraße 102 bringt den Familienbetrieb ans Limit. Die Dauerbaustelle mit Kappung der direkten Verbindung von der B 102 nach Lehnin kostet drastisch deutlicher Kunden. An manchen Tagen kommen nur noch halb so viele wie zuvor, beklagen Bäckers-Eheleute Marion und Jens Koloska.

„Die Situation ist existenzbedrohend.“ Eine ihrer vier Angestellten mussten sie bereits kündigen. Ihre Rücklagen seien aufgebraucht, sagt Marion Koloska. „Ich kann vor Sorgen kaum noch schlafen. Wir denken darüber nach, aufzugeben und zu schließen.“

Wichtige Verbindungsstraße ist gesperrt

Der Hintergrund: Seit September ist der Knotenpunkt der B 102 mit der Landstraße 88 voll gesperrt. Wer von der B 102 nach Lehnin möchte, muss über Rietz ausweichen oder die Autobahn nutzen. „Das Problem ist, dass viele Leute jetzt über die Autobahn nach Lehnin fahren, die Umleitung über Rietz ist zu umständlich“, sagt Jens Koloska. „Damit kommen bei uns viel weniger Autofahrer vorbei und das führt zu Umsatzeinbußen.“ Etwa 800 bis 1000 Euro weniger die Woche verdient die Bäckerei nun.

Auch in den Monaten zuvor gab es langwierige Umleitungsstrecken, die Durchgangsverkehr von Grebs drosselten. Zwar war auch einmal die Autobahnabfahrt Brandenburg über einige Wochen gesperrt und die Autofahrer mussten über Netzen und Grebs nach Brandenburg fahren. 30 Prozent mehr Umsatz bescherte das den Koloskas in diesen sechs Wochen. „Das Umsatzplus in dieser Zeit hat aber nicht das jetzige Minus aufgefangen“, sagt Jens Koloska.

Erst im April wird es wieder besser

Nach Angaben von Frank Schmidt, zuständiger Dezernatsleiter im Landesamt für Straßenbau Brandenburg, wird im April der Knotenpunkt bei Paterdamm wieder für den Verkehr freigegeben. „Mit dem Ausbau der Bundesstraße 102 liegen wir im Zeitplan“, sagt Frank Schmidt. Damit warten jedoch immer noch weitere sechs schwierige Wochen auf die Koloskas und ihre Angestellten.

Hoffnung auf Entschädigung von der öffentlichen Hand haben die Bäckersleute nicht mehr. Zwar gibt es nach dem Brandenburgischen Straßengesetz Ausgleichszahlungen bei Straßenbauarbeiten. Diese könnten für gewerbliche Anlieger existenzbedrohlich sein, weiß auch der Landesgesetzgeber. Die Handwerkskammer Potsdam hat eigens für die Betroffenen ein Merkblatt erstellt. Danach schützt zwar die Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichtes den Handwerksbetrieb in allem, was seinen Wert ausmacht.

Lage ist nicht geschützt

Bloße Umsatzchancen jedoch aufgrund seiner Lage etwa an einer Durchgangsstraße aber gehören nicht dazu. Nur die generelle Erreichbarkeit der Firma ist unter Schutz gestellt. Bauarbeiten verletzen demnach nur dann das Eigentumsrecht, wenn der Betrieb von Fahrzeugen überhaupt nicht mehr angefahren werden kann beispielsweise.

Koloskas schätzen ihre eigenen Chancen auf Entschädigung als gering ein. „Die Anforderungen sind viel zu strikt und passen gar nicht für solche Fälle wie unseren“, sagt Jens Koloska, der als Lehrer auch im Flakowski-Oberstufenzentrum in Brandenburg Bäcker ausbildet.

Von Marion von Imhoff

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