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Große Pläne für sagenumwobenes Gelände

Lungenheilstätten in Beelitz Große Pläne für sagenumwobenes Gelände

Dieses Gelände ist sagenumwoben. Der morbide Charme der ehemaligen Lungenheilstätten in Beelitz (Potsdam-Mittelmark) lockt allerlei Touristen und skurriles Publikum an. Nun steht das Gelände vor einer Renaissance. Eine Immobiliengesellschaft will das Areal zu einem „voll funktionsfähigen Ort“ entwickeln – und hat große Pläne.

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Noch sind viele Gebäude der früheren Lungenheilstätten verfallen. Das soll sich ändern.
 

Quelle: Heinz Helwig

Beelitz-Heilstätten.  Das Gelände der ehemaligen Lungenheilstätten in Beelitz steht nach seiner Blütezeit in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts möglicherweise vor einer Renaissance. Die Berliner Immobiliengesellschaft KWDevelopment will das Areal und die Umgebung zu einem „voll funktionsfähigen Ort“ entwickeln. „Das ist keine Sache von drei oder vier Jahren. Das muss langfristig wachsen“, sagt David Eckel. Der PR-Manager hat für das Immobilienunternehmen die Öffentlichkeitsarbeit übernommen.

Wo Horrorfans und Historiker sich treffen

Die ehemalige Lungenheilanstalt Beelitz-Heilstätten versprüht bis heute einen morbiden Charme, der sowohl Horrorfans als auch Historiker auf das verfallene Gelände lockt. Ein Spaziergang durch die Ruinen.

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Originale Aufarbeitung

Mit dem sogenannten Refugium Beelitz hat KWDevelopment-Geschäftsführer Jan Kretzschmar sein Gesamtvorhaben vor zwei Jahren erfolgreich gestartet. Nach einjähriger Planung restaurieren Baufirmen seit 2016 im südwestlichen Bereich des Geländes – dem sogenannten Quadranten D – den alten Küchentrakt des Frauensanatoriums, einen früheren Pavillon und die ehemalige Wäscherei und bauen sie zu Wohngebäuden um. Die Arbeiten erfolgen in enger Abstimmung mit der Denkmalpflege. Fassaden und Fenster, Türen, Wände und Fußböden werden original wieder aufgearbeitet und sogar die kleinen Kondenswasserauffangkästchen unter den Fensterbänken erhalten. Nur die gesamte Haustechnik in den Wohnräumen ist modern.

Das einstige Küchengebäude des Frauensanatoriums ist bereits fertig saniert

Das einstige Küchengebäude des Frauensanatoriums ist bereits fertig saniert: Marketing-Geschäftsführer Christian Neumann, Pressesprecher David Eckel und KWDevelopment-Projektleiter Sebastian Gleue (v. l.).

Quelle: Heinz Helwig

29 Eigentums- und 32 Mietwohnungen

Ende des nächsten Jahres sollen in allen drei Gebäuden 29 Eigentums- und 32 Mietwohnungen entstanden sein. Mehr als 12 Millionen Euro hat die Immobiliengesellschaft dann in den Standort investiert. Je nach Größe der Wohnungen beginnen die Mieten bei 8,50 Euro je Quadratmeter und die Preise für das Wohneigentum bei 2400 Euro je Quadratmeter. „Das Interesse, in einem Denkmal zu wohnen, ist groß“, bestätigt Christian Neumann, Geschäftsführer der Verimag Vertriebs- und Marketinggesellschaft, die die Wohnungen vermarktet. Im mittlerweile voll restaurierten Küchengebäude sind von den 14 Wohnungen nur noch zwei zu haben. Von den 30 Wohnungen im halb sanierten Pavillon sind noch drei frei, und für die 17 Wohnungen in der früheren Wäscherei gibt es ebenfalls schon Anmeldungen. Darüber hinaus entstehen in unmittelbarer Nachbarschaft bereits neun weitere Einfamilienhäuser.

 – Neue Attraktion – spektakulärer Baumwipfelpfad eröffnet

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Am 11. September um Punkt 11 Uhr öffnet der erste Teilabschnitt des Baumkronenpfads hoch über dem Beelitzer Heilstättenpark seine Tore. Highlight des Pfades ist die Aussichtsplattform in 40 Metern Höhe. Bei gutem Wetter kann man von dort sogar den Berliner Fernsehturm sehen – und auch sonst hat der neu gestaltete Park einiges zu bieten.

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In enger Zusammenarbeit mit der Stadt Beelitz plant Investor Kretzschmar auch schon, wie sich der südöstliche Bereich – der sogenannte Quadrant C – entwickeln könnte. Dort sollen zuerst das ehemalige Verwaltungsgebäude, der Pavillon des Männersanatoriums sowie das Zentrale Badehaus restauriert werden. Dem Bauherren wäre ein Gesamtmieter für alle drei Objekte am liebsten, etwa eine Universität oder ein Schulungszentrum. Durch eine Nutzung für Bildungs- oder Forschungszwecke blieben die Gebäude öffentlich zugänglich, sagt Kretzschmar. Noch müssen die Details mit der Stadt Beelitz durchgesprochen werden, bevor er im Frühjahr konkrete Pläne vorstellen kann. Auch für die nördlichen Quadranten A und B gibt es Überlegungen zum Bau von preiswerten Mietwohnungen bis 2020 beziehungsweise zum Ausbau eines Gebäudes für gewerbliche Zwecke.

Vollkommen neue Infrastruktur und viele Arbeitsplätze

Durch die neuen Wohnungen, aber auch durch die Ansiedlungen von Verwaltungen und Gewerbefirmen hält Jan Kretzschmar bis zu 1400 neue Arbeitsplätze für durchaus realistisch. Daher will die KWDevelopment ausgehend vom Bahnhof Beelitz-Heilstätten eine vollkommen neue Infrastruktur mit Supermarkt, Grundschule, Kita, Hort, Ärztehaus, Café oder Restaurant sowie Reinigung und Kiosk schaffen. Ein Marktplatz könnte das urbane Zentrum werden.

„Wir spüren bei der KWDevelopment ein solides Herangehen an die Planungen und glauben, auf einem guten Weg zu sein“, sagt Bürgermeister Bernhard Knuth (Bürgerbündnis). Der Hauptausschuss der Stadtverordnetenversammlung will sich am 20. November zu einer Sondersitzung treffen. In dieser Zusammenkunft will Geschäftsführer Jan Kretzschmar den Ausschussmitgliedern seine Pläne noch einmal detailliert vorstellen.

In Berlin und Potsdam 2000 Wohnungen gebaut

Die KWDevelopment wurde 2012 als GmbH vom Immobilienexperten Jan Kretzschmar gegründet. Er hatte bei einem führenden Entwickler und Bauträger Projekte mitrealisiert.

Die Gesellschaft ist auf die Quartiersentwicklung spezialisiert und beherrscht die Sanierung von Altbauten und Denkmälern.

In Berlin und Potsdam hat die Immobiliengesellschaft seit ihrer Gründung annähernd 2000 Wohnungen mit etwa 150.000 Quadratmetern Wohnfläche entwickelt. Das Investitionsvolumen bei diesen Projekten beträgt rund 400 Millionen Euro.

Beispiele für diese Projekte sind unter anderem die „Hofhäuser Karlshorst“, das Quartier „Wohnen an den Gärten der Welt“ in Berlin oder die „Villen am Filmpark“ in Potsdam-Babelsberg.

Das größte begonnene Projekt ist das Brunnen-Viertel in der Potsdamer Waldstadt (ehemaliges Plattenwerk), für dessen zweiten Bauabschnitt am
27. April der Grundstein gelegt wurde.

Von Heinz Helwig

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