Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Beelitz: Schock nach tödlichem Arbeitsunfall

Mann (47) gerät in Maschine und stirbt Beelitz: Schock nach tödlichem Arbeitsunfall

Erneut ist in Brandenburg ein Mensch bei der Arbeit ums Leben gekommen. In Beelitz (Potsdam-Mittelmark) ist am Montagmorgen ein 47-Jähriger in eine Maschine geraten und tödlich verletzt worden. Der Schock in der Firma und im Ort ist groß. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Voriger Artikel
Gewerbepark bekommt neue Haltestelle
Nächster Artikel
Stahnsdorf streitet um Feuerwehr-Standort

Polizisten ermittelten am Montag vor Ort zum Unfallhergang.

Quelle: Foto: BBP

Beelitz. Schock im Beelitzer Gewerbegebiet Süd: Bei einem tragischen Arbeitsunfall ist am Montagmorgen ein 47-jähriger Mann ums Leben gekommen. Der Mitarbeiter der Firma For Farmers geriet kurz vor sechs Uhr bei Wartungsarbeiten in eine Futtermittelmischanlage. Für den Mann, der aus Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) stammen soll, kam jede Hilfe zu spät. Er erlag noch vor Ort seinen schweren Verletzungen, teilte die Polizei mit.

Geschäftsführer zeigt sich schwer geschockt

„Im Betrieb herrscht sehr große Betroffenheit. Wir sind noch unter Schock“, sagte For-Farmers-Geschäftsführer Gijsbert van Winkoop der MAZ. Das niederländische Unternehmen produziert und verkauft in Beelitz vor allem Tierfutter, aber auch Saatgut und Düngemittel. „Wir wissen im Moment noch ganz wenig. Es ist zu früh, zu den Ursachen des Unfalls etwas zu sagen“, so van Winkoop, der hinzufügte: „Wir kümmern uns jetzt um die Angehörigen und um unsere Kollegen.“

Höchstes Unfallrisiko im Baugewerbe

Es ist bereits der zweite schwere Arbeitsunfall in diesem Monat im Land Brandenburg. Vorigen Freitag war ein Mann auf einem Acker bei Gransee (Oberhavel) schwer verletzt worden. Der 24-Jährige hatte zwischen Traktor und einer Walze gestanden und Steine aufgesammelt, als er plötzlich hinfiel und von der Walze überrollt wurde.

Mindestens vier Menschen sind in diesem Jahr bei Arbeitsunfällen im Land Brandenburg getötet worden. So kamen in Lübben (Dahme-Spreewald) und Finsterwalde (Elbe-Elster) im März jeweils ein Bauarbeiter bei metertiefen Stürzen ums Leben. Im Februar starb ein Arbeiter in Milmersdorf (Uckermark), als er in eine Bandsäge geriet. Und Anfang März starb ein Mann in Schönewalde (Elbe-Elster) bei der Explosion einer Gasflasche.

Das höchste Unfallrisiko tragen Bauarbeiter. Das geht aus dem Brandenburger Arbeitsschutzbericht 2014 vor. Für 2015 liegt noch kein Bericht vor.

2014 passierten im Baugewerbe 13 schwere und tödliche Unfälle, in der Landwirtschaft drei und im Verkehrswesen drei. Vier der acht tödlichen Unfälle geschahen im Baugewerbe.

Die Staatsanwaltschaft schaltete am Montag einen Gutachter ein, um zu klären, wie es zu dem tragischen Arbeitsunfall kommen konnte. Nach Polizeiangaben wurde auch ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. „Bei unnatürlichen Todesursachen müssen wir ermitteln“, sagte Polizeisprecher Heiko Schmidt.

Im  städtischen Gewerbegebiet Beelitz Süd ragt der  Futtermittelturm der Firma For Farmers   weithin sichtbar heraus

Im städtischen Gewerbegebiet Beelitz Süd ragt der Futtermittelturm der Firma For Farmers weithin sichtbar heraus.

Quelle: Privat

Auch Mitarbeiter des Brandenburger Landesamtes für Arbeitsschutz waren vor Ort, um den Unfallhergang zu klären. Auch in der Behörde hieß es: Für weitere Details ist es noch zu früh. Der Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth zeigte sich bestürzt über den tödlichen Unfall. „Schon davon zu hören, ist bedrückend und beklemmend. Mein Mitgefühl gilt jetzt den Angehörigen“, sagte er.

Bürgermeister bezeichnet Unternehmen als vorbildlich

Das Gewerbegebiet gehört der Stadt. „For Farmers ist ein vorbildliches Unternehmen, wir haben nie Beschwerden von Mitarbeitern, die im Stadtgebiet wohnen, gehört“, sagte Knuth. Es sei bisher im Betrieb auch zu keinem nennenswerten Vorfall gekommen.

In der Potsdamer Umland-Region geschah zuletzt Ende 2015 in der Havelfrucht GmbH in Glindow ein schwerer Arbeitsunfall, als eine 51-jährige Frau aus Polen mit ihrer Hand in eine Maschine geriet. Die Hand musste amputiert werden. Nach Angaben des Landesamtes für Arbeitsschutz ereignen sich die meisten Arbeitsunfälle im Baugewerbe.

Von Jens Steglich

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Potsdam-Mittelmark

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg