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Potsdam-Mittelmark Beelitz will sich für Laga bewerben
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz will sich für Laga bewerben
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01:07 14.11.2014
Der Wasserturm mit Park würde bei einer Gartenschau eine zentrale Rolle spielen. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Beelitz

Die Stadt Beelitz will die Landesgartenschau (Laga) 2019 ausrichten. Der Hauptausschuss hat am Montagabend in seltener Einmütigkeit für eine Bewerbung der Spargelstadt votiert. Das letzte Wort hat die Stadtverordnetenversammlung, die in einer außerplanmäßigen Sitzung am 24. November entscheidet, ob Beelitz sein Interesse an der Laga 2019 bekunden wird. Bis zum 28. November ist dies noch möglich. Danach entscheidet das Land in einer zweiten Runde, welche Kommunen in die engere Wahl kommen und sich dann mit detaillierter Planung bewerben können.

Rückendeckung von allen Fraktionen
Nach der Hauptausschuss-Sitzung besteht indes kaum noch ein Zweifel daran, dass Beelitz ins Rennen gehen will. Von allen Fraktionen gab es Rückendeckung für den Plan. Bürgermeister Bernhard Knuth sprach von einem tollen Signal nach außen. Die Kosten fürs Projekt schätzt er auf zehn bis zwölf Millionen Euro. Für Investitionen kann Beelitz aber mit einer Förderung von 75 Prozent rechnen. Bei Kosten von zehn Millionen Euro kämen 7,5 Millionen aus dem Fördertopf, 2,5 Millionen müsste Beelitz tragen, sagte er. Das sei finanziell darstellbar und eine lohnende Ausgabe, „wenn man es ins Verhältnis setzt mit dem, was man dafür bekommt“.

Der ganze Ort wird zum Garten
Erste detaillierte Ideen für eine Beelitzer Gartenschau stellten Knuth und die Landschaftsplanerin Anja Möller im Hauptausschuss vor. Motto: „Ganz Beelitz: ein Garten.“ Geplant ist, am Bahnhof, wo viele Besucher ankommen dürften, mit dem Gang in den Park am Wasserturm ins Laga-Erlebnis einzusteigen. Der Turm könnte dabei zu einem spektakulären Auftakt werden: Die Landschaftsplanerin sprach vom größten Wasserfall Brandenburgs. Aus den alten Wasserspeichern am Turm könnte das Nass in die Tiefe in ein Brunnenbecken am Fuße des Riesen rauschen. Anja Möller hat es ausprobiert und Wasser heruntergeschüttet: es geht, ohne die Fassade in Mitleidenschaft zu ziehen! Das Thema des ersten Standortes nannte sie „Wasserturm und Wassergarten“. Wobei der Besucher dort noch mehr erleben soll. Der alte Wasserbehälter im oberen Turmbereich könnte in einen Klangraum verwandelt werden. Das Zusammenspiel von Wasser und Musik will man zum Erlebnis für Ohren und Augen machen. Es soll sichtbar sein, wie Musikklänge eine Wasseroberfläche in Bewegung bringen. Zudem war die Rede von einem Sternengarten am Wasserturm, in dem bekanntlich die „Beelitzer Sternenfreunde“ ihren Sitz haben. Vom Turm aus kann der Laga-Gast mit dem Fernrohr in die Sterne gucken, unten im Park wachsen sternenförmige Pflanzen.

Schwebebahn für müde Füße
Das Grobkonzept sieht danach den Gang in Richtung eines Nieplitzparkes vor, wo vorher noch eine „Welt der Wiesen und Gräser“ wartet. Um die Füße zu schonen, soll der Besucher über die Bullenwiesen mit einer Schwebebahn „transportiert“ werden. Abgesetzt würde der schwebende Fahrgast dann an der nächsten Attraktion – an der alten Wassermühle. Zum Plan für den Nieplitzpark gehört auch, Mühlenfließ und alten Nieplitzarm wiederherzustellen. Weniger schöne Hinterlassenschaften der Vergangenheit sollen ebenso einbezogen werden – das alte Klärwerk etwa. Bekommt Beelitz den Zuschlag für die Laga, würde das Absetzbecken, in dem früher der Klärschlamm drin war, Teil eines pyramidenartigen Gebildes. Unten wären die Hänge des Beckens, oben eine offene Stahlkonstruktion in Pyramidenform. Eine Idee zur Nutzung gibt es auch: Das Ex-Becken könnte – mit begrünten Hängen und Zuschauerrängen – zum Open-Air-Veranstaltungsort werden. Es wäre ein Platz für die Beelitzer Festspiele und im Sommer einer für die Jugend. 

Aufwertung der Stadt
Die Ideen-Palette erntete im Hauptausschuss vorwiegend Lob. „Es ist fast alles nachhaltig, vor allem der Südteil der Stadt wird aufgewertet“, sagte Tilo Köhn (GfB/SPD). „Meine Unterstützung haben Sie“, sagte Elke Seidel (GFT) in Richtung Bürgermeister. Sie regte an, Beelitz-Heilstätten mit einzubeziehen und die Laga so mit dem Thema „Gesundheit“ noch aufzupeppen.

Neuer Anlauf

  • Schon einmal hatte Beelitz 2008 einen Anlauf unternommen, eine Landesgartenschau auszurichten – für 2013. Ausrichter wurde aberPrenzlau. 
  • Inzwischen werden die Chancen der Spargelstadt als besser eingeschätzt. 
  • Bekäme Beelitz die Laga 2019, sollen auch die Ortsteile eine Rolle spielen. Sie würden auf dem Laga-Terrain jeweils mit einem prägenden Gebäude in Miniaturform präsentiert.

Von Jens Steglich

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