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Beelitz Mühlenverein baut ein Museum
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Mühlenverein baut ein Museum
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22:18 15.04.2019
Mühlenfreunde diskutieren über das zukünftige Museum: Bürgermeister Bernhard Knuth (Bürgerbündnis), Minister Jörg Vogelsänger (SPD), Vereinsvorstand Wolfgang Trebuth und Schaumüller Ulrich Hyna (v. l.). Quelle: Heinz Helwig
Beelitz

Für das geplante Mühlenmuseum an der Beelitzer Bockwindmühle hat der gleichnamige Förderverein am Montag einen finanziellen Zuschuss von 323.293 Euro aus dem europäischen Leader-Förderprogramm erhalten. Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) übergab auf dem künftigen Mühlenhof an der Trebbiner Straße den Zuwendungsbescheid an den Vereinsvorstand Wolfgang Trebuth.

Die Baugenehmigung zur Sanierung und für den Umbau der ehemaligen Scheune neben der Bockwindmühle zum Museum war im November des vorigen Jahres erteilt worden. Die Scheune ist seit Februar dieses Jahres für die Baufirmen freigegeben. Die Arbeiten sollen sobald als möglich beginnen, sagt Trebuth. Die Ausschreibung für die Bauleistungen ist am Montag gestartet worden.

Deutscher Mühlentag nach Beelitz

Trebuth hofft, möglichst regionale Firmen für das Projekt gewinnen zu können. „Vielleicht können wir unser Servicegebäude Ende des nächsten Jahres eröffnen“, wünscht er sich. Der Vereinsvorstand überlegt, den Deutschen Mühlentag am traditionellen Pfingstmontag im Jahr 2022 nach Beelitz zu holen. In dem genannten Jahr richtet die Stadt auch die brandenburgische Landesgartenschau aus.

Einzige noch aktive Mühle

Im Erdgeschoss soll eine Ausstellung die Mühlengeschichte in und um Beelitz bis zu den Anfängen von 1792 repräsentieren. Um 1900 soll es in der Region noch elf verschiedene Mühlen gegeben haben. Die Bockwindmühle ist heute die einzige noch aktive Mühle in der Region. Der Beelitzer Bäckermeister Tobias Exner mischt Mehl, das mit dem technischen Denkmal gemahlen wird, in sein Beelitzer Mühlenbrot. Neben dem Ausstellungsraum wird in einem neuen Anbau ein kleines Café eingerichtet. Gästetoiletten für die Besucher sollen die bisherigen unzureichenden Dixie-Klos endlich ablösen. Der Anbau soll in der Grundkonstruktion ein Fachwerkbau werden, erklärt Diplomingenieur Harri Wilhelm, der als Bauplaner das Gesamtprojekt betreut.

Hochzeitspaare lassen sich „vermehlen“.

Die Gesamtkosten für das neue Mühlenmuseum betragen annähernd 431 000 Euro. Davon muss der Mühlenverein etwas mehr als 107 000 Euro selbst aufbringen.

Der Beelitzer Mühlenverein hatte sich 2003 gegründet und hat derzeit rund 50 Mitglieder. Davon leisten 20 Mühlenfreunde aktive Vereinsarbeit.

Bei den Führungen und der Vorführung des technischen Denkmals unterstützt das Müllerpaar Ina Hensch-Godau und Paul Hensch aus Jüterbog den Schaumüller Ulrich Hyna.

In der Bockwindmühle können sich junge Hochzeitspaare nach ihrer Trauung „vermehlen“ lassen. Dazu müssen sie auch die Mühle in den Wind drehen.

Im Obergeschoss werden ein Büro für den Verein, ein Veranstaltungsraum sowie ein Lager eingerichtet. „Uns besuchen viele Schulklassen und Kindereinrichtungen, denen wir endlich die Geschichte des Müllerhandwerks und der Mühlentechnik erklären können“, sagt Trebuth. Bislang wertvollstes Ausstellungsexponat ist für Schaumüller Ulrich Hyna der Nachlass des Müllermeisters Arthur Röhl aus Sachsen-Anhalt. Röhl war nicht nur ein Meister seines Fachs, sondern fasste seine sprichwörtlichen Wanderungen in mehr als 400 bislang meist unveröffentlichten Gedichten zusammen. Aber auch andere Landwirte aus der Umgebung tragen mit alten Mahlwerken und Zubehör zum Fundus des künftigen Mühlenmuseums bei.

Auch Landwirte aus der Region bereichern den Fundus des künftigen Mühlenmuseums mit alter Mahltechnik, Zubehör oder anderen Exponaten vergangener Zeit. Quelle: Heinz Helwig

Für den Beelitzer Bürgermeister Bernhard Knuth (Bürgerbündnis) ist die Entwicklung eine Win-win-Situation für die Stadt und für den Verein. Knuth ist froh, dass der Verein seine ursprüngliche Idee eines Neubaus auf dem Mühlengrundstück aus verschiedenen Gründen verworfen und sich für den Kauf der alten Scheune des Eigentümers Heiko Voigt entschieden hat. „Der Verein hat ein zum Gesamtensemble passendes Gebäude und die Stadt den wohl letzten städtebaulichen Missstand beseitigt“, sagt der Bürgermeister. Dass die Beelitzer Stadtverordneten dem Mühlenverein bei der Verteilung von städtischen Fördergeldern an die Vereine immer den Höchstsatz zubilligen, zeige die Wertschätzung, die die Stadt der ehrenamtlichen Arbeit der Vereinsmitglieder entgegenbringe.

Leader-Förderprogramm geht weiter

Neben dem Fördermittelbescheid konnte Agrarminister Vogelsänger den Beelitzern auch eine allgemeine gute Nachricht aus Brüssel verkünden, von wo er gerade zurückgekehrt war. Die EU will ihr Leader-Förderprogramm auch in den nächsten Jahren fortsetzen.

Von Heinz Helwig

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