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Beelitz CDU-Ortsverbände rebellieren gegen Königer-Kandidatur
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz CDU-Ortsverbände rebellieren gegen Königer-Kandidatur
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17:24 25.02.2019
Steffen Königer war Mitglied im AfD-Bundesvorstand. Quelle: Christoph Soeder/dpa
Treuenbrietzen/Brück

In mehreren Orten des Landkreises Potsdam-Mittelmark rebellieren Akteure der CDU-Basis gegen ihren Kreisverband. Unter anderem in Treuenbrietzen, Brück und Beelitz haben Ortsverbände jetzt erklärt, ihre Kandidaten für die Wahl zum Kreistag zurückzuziehen, wäre die zwischenzeitlich erwogene Kandidatur von Steffen Königer, dem ehemaligen Mitglied der AfD Brandenburg, aktuell geblieben.

Die Kritik aus einigen Stadt- und Amtsverbänden bleibt stark, obwohl Königer am Wochenende sein Vorhaben zurückgezogen hat, als parteiloser Bewerber auf der CDU-Liste für den Kreistag Potsdam-Mittelmark zu kandidieren.

Distanziert von einer möglichen Nachnominierung des ehemaligen AfD-Mitgliedes hat sich der CDU-Stadtverband Treuenbrietzen. Wäre es dazu gekommen, hätte er alle fünf Kandidaten geschlossen zurückgezogen, bekräftigt Anja Schmollack, die Vorsitzende des Stadtverbandes, in einer Mitteilung an die MAZ.

Aufarbeitung notwendig

„Herr Königer hat sich in der Vergangenheit mehrfach in einer Weise im Ton vergriffen, die eine Aufarbeitung notwendig macht. Diese ist bisher nicht erfolgt. Ebenso vermissen wir eine glaubhafte Distanzierung von Inhalten und Aussagen, die Herr Königer als Mitglied der AfD getätigt hat und die nicht mit den Werten der CDU vereinbar sind“, heißt es aus Treuenbrietzen.

Anja Schmollack (li.) aus Treuenbrietzen kritisiert den CDU-Kreisverband um dessen Chefin Saskia Ludwig (re.). Quelle: privat

Indes lies auch Michael Knape (parteilos), Bürgermeister der Stadt Treuenbrietzen, der ebenfalls wieder auf der Liste der CDU Potsdam-Mittelmark kandidieren möchte, mitteilen: „Für den Fall, dass kein Treuenbrietzener mehr für den Kreistag kandidiert, ist die Grundlage entzogen, dass ich im Interesse der Stadt für Treuenbrietzener im Kreistag werbe.“

Für Zusammenarbeit nicht tragbar

Öffentliche Kritik kommt auch vom CDU-Amtsverband Brück. Auch er stellt sich gegen die mögliche
Kandidatur von Steffen Königer, der in Werder/Havel zu Hause ist. „Diese Zusammenarbeit ist für uns als Kreistagskandidaten der CDU des Amtes Brück nicht tragbar“, teilt CDU-Amtschef Holger Meyer aus Borkheide mit.

„Die verschiedenen Äußerungen von Herrn Königer im Landtag und im rechtspopulistischen Umfeld machen eine Zusammenarbeit mit der CDU unmöglich. In der Vergangenheit zeigte Herr Königer deutlich, wie seine Wertevorstellung aussehen und wie er Politik betreiben möchte“, so Meyer: „Von seinen ehemaligen AfD-konformen Standpunkten und Positionen hat er sich bis heute nicht ausreichend distanziert“.

Gewünscht hätte sich Holger Meyer „eine offene Diskussion mit den Stadt- und Ortsverbänden im Vorfeld einer solchen Entscheidung, um somit frühzeitig eine richtige Entscheidung finden zu können. Schnellschüsse und Alleingänge haben sich nicht immer als richtig erwiesen“, teilt der Amtsverband Brück weiter mit.

Offene Debatte vermisst

Diese Kritik teilt auch Jacqueline Borrmann, Chefin des CDU-Stadtverbandes Beelitz. Auch dieser hätte seine vier Kandidaten zurückgezogen, hätte der 46-jährige Königer an seiner Kandidatur festgehalten. „Vom Vorgehen her ist es nicht schön, dass solche Dinge nicht vorher mal intern besprochen werden“, sagt Borrmann am Montag der MAZ.

Auch im Nachgang der Protestschreiben habe es bislang keine Reaktionen von der CDU-Kreisebene gegeben. Auch sie habe Gespräche vermisst, sagt Anja Schmollack am Montag der MAZ. Wie ihre Kollegen der anderen CDU-Ortsverbände kritisiert sie, „dass wir erst aus der Zeitung von dem Thema erfahren haben.“

Kreisvorsitzende will nur intern reden

Saskia Ludwig, die Kreisvorsitzende der Christdemokraten in Potsdam-Mittelmark lehnt am Montag eine öffentliche Stellungnahme zum Thema ab. „Das ist eine interne Geschichte, die wir auch dort klären wollen“, sagt die CDU-Chefin knapp der MAZ.

Auch in anderen Fraktionen stößt der Vorstoß des CDU-Kreisvorstandes auf Unbehagen: „Ich finde es unmöglich, wie die CDU das ganze Thema nun als Lappalie abtut“, sagt der FDP-Abgeordnete Hartwig Frankenhäuser der MAZ.

Nach Ansicht des Beelitzers habe Steffen Königer „nicht seine Gesinnung gewechselt, nur weil er aus der AFD ausgetreten ist“.

Kreistagschef in der Kritik

Frankenhäuser kritisiert vor allem Aussagen von Werner Große von der CDU in Werder/Havel in einem MAZ-Artikel, mit dem die Personalie Königer vorige Woche erst öffentlich wurde. Der langjährige Bürgermeister Werders und jetzige Kreistagsvorsitzende Große hatte auf Königers gute Reputation im Heimatort verwiesen, wo er aus einer angesehenen Unternehmerfamilie stamme. „Mich erbost das ganze Thema ziemlich“, so Frankenhäuser.

„Aus meiner Sicht ist Königer ein Karrierist, der nun versucht wieder in einer anderen Partei Fuß zu fassen. Doch damit würde sich die CDU selbst keinen Gefallen tun“, sagt der Geschäftsmann aus Beelitz.

Von Thomas Wachs

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