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Beelitz Mondfinsternis bei den Sternfreunden
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Mondfinsternis bei den Sternfreunden
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19:19 29.07.2018
Drei Sternfreunde am Teleskop in der Kuppel: Frank Bernau, Rainer Bartsch und Günther Kroß (v.l.). Quelle: Jens Steglich
Beelitz

In Beelitz muss man sich ein bisschen anstrengen, um in den Genuss der guten Bilder zu kommen. Vor dem besten Blick in den Himmel, den man in der Spargelstadt haben kann, sind etwa 160 Stufen zu bewältigen. Sie führen hoch zum Wasserturm, wo die Beelitzer Sternfreunde ihr Domizil haben und Freitagnacht zum gemeinsamen Gucken der totalen Mondfinsternis eingeladen hatten. Bis hoch zur Kuppel, wo das Flaggschiff des Vereins – das große Teleskop – steht, sind es sogar 184 Treppenstufen.

Abgeschreckt hat das Mondfans nicht, die sich Freitagabend auf den Weg machten, um mit den Sternfreunden eine besondere Nacht zu erleben. „So viele Menschen habe ich hier oben noch nie gesehen“, sagte Rainer Bartsch vom Verein der Sternfreunde, der 20 Mitglieder hat, die die Volks- und Schulsternwarte auf dem Wasserturm regelmäßig fürs interessierte Volk aufschließen und auch mit Vorträgen immer wieder über Dinge informieren, die in den unendlichen Weiten des Weltraums passieren.

Auch der Mars mischte mit

Die Sicht auf die längste totale Mondfinsternis dieses Jahrhunderts war von der höchsten Stelle der Stadt nur am Anfang etwas getrübt, als am Horizont noch der Dunst der nahen Großstädte Berlin und Potsdam wie ein Schleier vor dem rotgefärbten Erdtrabanten hing. Wer länger blieb, sah nicht nur einen Mond, der 103 Minuten lang im Erdschatten lag und doch zu sehen war und kühn auch noch die Farbe wechselte, weil langwelliges rotes Licht der Sonnenstrahlen in der Erdatmosphäre gebrochen und Richtung Mond gelenkt wurde. Auch der Mars mischte mit, der unterhalb des Mondes bestens zu sehen war, „weil er diese Nacht der Erde so nah wie selten ist“, wie Sternfreund Günther Kroß erklärte. So nah wie selten heißt: Es waren nur knapp 58 Millionen Kilometer zwischen Mars und Erde.

Der Mars und andere Planeten wie Jupiter oder Saturn sind ein Fall für das Teleskop – der Mond ist fürs Flaggschiff der Beobachtungsgeräte eigentlich schon zu groß. Für ihn reichten die kleineren Fernrohre und das bloße Auge aus. Wer sich vor dem Blick ins All einen Gesamtüberblick übers Firmament verschaffen wollte, konnte sich den aktuellen Sternhimmel als Illustration anschauen, die im Innenraum des Wasserturms per Beamer an die Leinwand geworfen wurde. Während es auf der Aussichtsplattform rund um die Turmspitze freien Blick und freie Plätze gab, mussten Himmelsgucker, die hoch in die enge Kuppel zum Teleskop wollten, ein bisschen Wartezeit in Kauf nehmen.

Die Sternenfreunde haben den seltenen Venustransit zwei Mal gesehen

Die Vereinsmitglieder, zu denen auch vier Frauen gehören, haben schon einige Himmelsspektakel durchs Teleskop gesehen. Überhaupt erwischte der Verein in seinem Geburtsjahr 2004 aus astronomischer Sicht einen optimalen Start. Kurz nach der Gründung sahen die Sternfreunde die Venus vor die Sonne ziehen. Das seltene Ereignis wird Venustransit genannt. Dass der nur 14 Jahre alte Verein unter einem guten Stern steht, weiß man spätestens seit 2012, als die in ihm vereinten Hobby-Astronomen einen zweiten Venustransit beobachten konnten. Damit man es einordnen kann: Die letzten Venuspassagen waren 1882, 2004 und 2012, das nächste Mal zieht die Venus am 11. Dezember 2117 vor die Sonne.

In Erinnerung geblieben sind auch die totale Sonnenfinsternis von 2006 und 2015 eine 74-prozentige Verdunkelung der Sonne. Das Himmelsphänomen hatte auf der Erde eine besondere Wirkung. „Die Vögel haben aufgehört zu zwitschern und es ist etwa drei Grad kälter geworden“, erzählte Sternfreund Frank Bernau.

Von Jens Steglich

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