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Beelitz Schäpes Schinkelkirche ist gerettet
Lokales Potsdam-Mittelmark Beelitz Schäpes Schinkelkirche ist gerettet
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19:43 16.01.2019
Kurz vorm Ziel: Axel Grüsner (l.) und Hartwig Remy vom Förderverein an der Schinkelkirche in Schäpe. Quelle: Jens Steglich
Schäpe

Richtig angefangen hat alles, als die Schieferschindeln vom Dach des Kirchturmes herunterfielen und Teile des benachbarten Friedhofes gesperrt werden mussten. Für einige Schäper war das der letzte Anstoß, selbst etwas zu tun für die Rettung der Schinkelkirche. „Es war der Startpunkt für die Gründung des Fördervereins“, erinnert sich Axel Grüsner, 2. Vorsitzende des Vereins, der 2010 entstand und seither ein Ziel verfolgt: Geld für die Sanierung des Gotteshauses gewinnen. Mit originellen Ideen ließen die Vereinsmitglieder Taten folgen und haben bis heute etwa 75 000 Euro an Spenden für die Kirchensanierung beigesteuert. Der Anteil an der Gesamtsumme ist nicht der größte, das Wirken des Vereins hat sich aber als unbezahlbar erwiesen – für das Gotteshaus und für das Leben im Dorf.

Die Sanierer sind auf der Zielgeraden

Heute kann getrost gesagt werden: Schäpes Schinkelkirche ist gerettet. Die Sanierer um den Architekten Jürgen Götz sind auf der Zielgeraden. „Der Außenanstrich am Turm und am Übergang zum Kirchenschiff ist noch zu machen und die Innen-Restaurierung der Kirche“, sagt Götz und fügt hinzu: „Die Sanierung wird im Sommer abgeschlossen sein.“ Götz begleitet den Rettungsakt von Anfang an. Für ihn begann die Arbeit schon vor 17 Jahren, als sein Planungsbüro Götz & Ilsemann die Schadensaufnahme am 1827 errichteten Kirchenbau übernahm. Das war lange vor dem Start der Sanierung, die am Ende insgesamt etwa 900 000 Euro kosten wird. „Sieben Förder sind an der Finanzierung beteiligt“, sagt er und zählt auf: „Das Land Brandenburg, die Stadt Beelitz, die Stiftung zur Bewahrung kirchlicher Baudenkmäler, der Förderverein, Landeskirche und Kirchenkreis, der Deutsche Denkmalschutz und die Denkmalschutzbehörde des Kreises.“ Götz sagt auch noch: „Wir sind sehr stolz auf das, was uns da gelungen ist.“ Auch Feinheiten: Die Turmbekrönung etwa ist nach historischem Vorbild wieder vergoldet und die Kirche „hat wieder gequaderten Putz“.

Die Kirche entstand 1827 zunächst ohne Turm, der 34 Jahre danach gebaut wurde. Daher brauchten die Schäper in der Anfangszeit einen Glockenschauer. Später, als die alten Kirchenglocken, die im Zweiten Krieg beschädigt und 1964 ausgetaucht worden waren, wieder auftauchten, bauten die Schäper den Glockenschauer für diese einst ausrangierten Glocken wieder auf. Quelle: Jens Steglich

Es wird am Friedhof auch noch ein Haus mit Toiletten entstehen und im Gotteshauses über der Empore ein Raum für 20 Leute hergerichtet, wo Sitzungen oder Geburtstagsfeiern stattfinden können. Die Kirche soll nach der Sanierung, bei der nun die Stadt Beelitz Regie führt, als Gotteshaus und als kommunales Gemeindezentrum genutzt werden. Fördervereinschef Hartwig Remy denkt etwa an Ausstellungen, Konzerte und Vorträge. Dinge eben, die der Förderverein schon während der Sanierung organisierte, um Spendengeld für die Kirche einzunehmen.

Beim Einsatz fürs Gotteshaus entstanden neue Sehenswürdigkeiten

Beim Einsatz für das Gotteshaus entstanden sogar neue Sehenswürdigkeiten in Schäpe: das Fünf-Minuten-Museum zum Beispiel. Am Mini-Museum, das wie die gute Stube aus Omas Zeiten aussieht und durchs Fenster einen Blick auf die Kirche gewährt, wurde eine Spendenbox angebracht – für Einnahmen zur Kirchensanierung. Insgesamt vier Geldboxen hängen im Ort verteilt, in denen pro Jahr 800 bis 1000 Euro für die Kirche zusammengekommen sind, sagt Remy, der nach Veranstaltungen gern sagte, er wolle es in der Spendenbox nicht so sehr klingeln, eher rascheln hören.

Legendär ist die Spendensammlung für den Glockenschauer, der nach altem Vorbild neu entstand. Axel Grüsner hatte die Idee, republikweit Familien anzuschreiben, die Schäpe heißen, um sie für eine Spende für den Glockenschauer im Ort Schäpe zu begeistern. „Schäpes aus Bochum reisten gleich an, um zu gucken, ob alles mit rechten Dingen zugeht“, sagt Remy. Jetzt stehen sie genauso an der Spendentafel wie die Bäckerfamilie Schäpe aus Schwedt, die zu fünft verewigt ist.

Einige Schäpes gaben je 100 Euro für die Wiedererrichtung des Glockenschauers im kleinen Ort Schäpe. Die Spender sind an der Spendertafel verewigt. Quelle: Jens Steglich

Von Jens Steglich

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