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Mühle mit Museum

Beelitz Mühle mit Museum

Der Beelitzer Mühlenverein erhält eine zweite Chance für sein ersehntes Mühlenmuseum. Ein geplanter Neubau auf dem Mühlengrundstück war abgelehnt worden. Nun könnte der Verein durch eine neue Förderrichtlinie einen Zuschuss zum geplanten Umbau einer alten Scheune neben der Mühle zu einem Informationszentrum erhalten.

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Aus der alten Scheune neben der Bockwindmühle soll einmal ein kleines Mühlenmuseum werden.

Quelle: GfP

Beelitz. Nach jahrelangem Ringen erfüllt sich jetzt offenbar der Wunsch des Beelitzer Mühlenvereins nach einem kleinen Museum neben der Beelitzer Bockwindmühle. Es soll in einer alten Scheune eingerichtet werden, die der Verein zum Informationszentrum umbauen möchte. Mit finanziellen Mitteln aus dem eigenen Sparstrumpf sowie Spenden unter anderem des Spargelhofes Buschmann und Winkelmann in Klaistow oder weiterer Bauern in der Region konnte der Verein vor einigen Wochen die Remise und einen angrenzenden Schuppen erwerben.

„Wir hatten bereits vor fünf Jahren einen Neubau auf dem Mühlengrundstück geplant und dafür Fördermittel beantragt. Doch das Projekt wurde abgelehnt“, sagt Vereinsvorsitzender Wolfgang Trebuth. Jetzt erhält der Mühlenverein eine zweite Chance, indem das Land Brandenburg eine neue Förderrichtlinie für besondere touristische Objekte auf den Weg bringen will. Mit diesem Programm könnte das Beelitzer Projekt zu maximal 75 Prozent gefördert werden, so Trebuth. Den Rest wollen die Mühlenfreunde über Spenden einwerben und aus der eigenen Tasche bezahlen. Dabei hoffen sie auch auf die Unterstützung der Stadt Beelitz. Wie viel der Umbau kosten wird, kann der Vereinschef jetzt noch nicht sagen. Der abgelehnte Neubau hätte früheren Unterlagen zufolge etwa 130 000 Euro gekostet.

Derzeit bereitet der Vereinsvorstand die Ausschreibung für die notwendigen Architekturleistungen vor. Im Herbst will er die kompletten Antragsunterlagen der Lokalen Aktionsgruppe (LAG) Fläming-Havel übergeben. Die LAG prüft die Dokumente und empfiehlt das Vorhaben gegebenenfalls dem zuständigen Ministerium zur Förderung.

„Die Stadt und auch einige umliegende Bauern sind sehr interessiert an diesem Museum“, versichert Trebuth. Viele Landwirte hätten noch alte Mahltechnik und Zubehör, wie beispielsweise kleine Handmühlen oder Scheffel sowie andere Mahlwerkzeuge bei sich zu Hause, die sie gern einmal öffentlich zeigen wollen.

Ursprünglich wollte der Verein die alte Scheune als Einzeldenkmal schützen lassen. Doch das hat nicht geklappt, sagt der Vorsitzende. Jetzt ist er sogar ein wenig froh, dass er beim Ausbau nicht zusätzliche Auflagen beachten muss. Noch in diesem Jahr sollen das Dach repariert und die Fenster erneuert werden, um die Bausubstanz des Gebäudes vor dem weiteren Verfall zu bewahren. Später könnten in der Scheune beziehungsweise im Anbau neben dem Museum und den notwendigen sanitären Anlagen eine kleine Werkstatt und ein Lagerraum eingerichtet werden. Auch eine Teeküche und einen Aufenthaltsraum für die Besucher sowie den Kassenbereich sieht der Entwurf des Nutzungskonzeptes vor. „Wir werden die Exponate ohnehin erst einmal nur unterstellen, bevor wir sie zu einem kleinen Museum anordnen können“, meint Vereinschef Trebuth.

Um 1900 soll es in der Beelitzer Region einmal elf unterschiedliche Mühlen gegeben haben, sagt Müller Ulrich Hyna. Die Beelitzer Bockwindmühle ist heute die einzige, die noch aktiv produziert, wenn auch nicht in ihrem ursprünglichen Umfang. So lässt beispielsweise der Beelitzer Bäckermeister Tobias Exner bei Ulrich Hyna Mehl mahlen, das er in sein Mühlenbrot mit einmischt.

Längst ist die Beelitzer Bockwindmühle als Touristenattraktion über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt geworden. Im vergangenen Jahr zählte der Mühlenverein bis zu 8000 Besucher. Oft halten Durchreisende an der Mühle an, wenn sie die sich drehenden Flügel sehen, sagt der Müller. Bei saisonalen Festen an der Mühle ist das Interesse an den Führungen durch das technische Denkmal besonders groß.

Dafür hat Ulrich Hyna jetzt Verstärkung aus dem Verein erhalten. Paul Hentsch und Ina Hentsch-Goldau sind ein Müllerpaar aus Luckenwalde, die auch an Mühlen in anderen Orten neugierigen Besuchern das traditionsreiche Müllerhandwerk erläutern.

Bei Reparaturen hilft ein Mühlenbauer aus Sachsen

Der Beelitzer Mühlenverein hat derzeit mehr als 50 Mitglieder. Ihr Durchschnittsalter liegt zwischen 50 und 60 Jahren.

Die alte Scheune ist etwa 100 Jahre alt. Ihr Mauerwerk ist aber solide, sagt Mühlenvereinsvorsitzender Wolfgang Trebuth.

Bei Reparaturen ruft der Verein einen Mühlenbauer aus Sachsen. Schlossereien in der Beelitzer Region unterstützen ihn bei der Wiederherstellung der Mahltechnik.

Die Mahltechnik wird entweder durch Ausbau aus anderen Mühlen oder durch den Nachbau der Teile ersetzt.

Von Heinz Helwig

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