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Potsdam-Mittelmark Frühstück bei Liesbeth
Lokales Potsdam-Mittelmark Frühstück bei Liesbeth
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17:01 12.05.2017
Vor allem das gemütliche Beisammensein und gemeinsame Frühstück mit Schwester Andrea sind Liesbeth Kemmeter wichtig. Quelle: Johanna Uminski
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Beelitz

Es riecht nach frischem Kaffee und Brötchen. Liebevoll ist der Esstisch gedeckt und lockt mit leckeren Käse- und Wurstscheiben. Unruhig kramt Liesbeth Kemmeter in den Taschen ihrer Jacke herum, die farblich perfekt zu ihrer grünen Stoffhose und Bluse abgestimmt ist. Pflegeschwester Andrea Spevak weiß sofort, was die 97-Jährige sucht und reicht ihr ein frisches Taschentuch.

Das Verhältnis zwischen Liesbeth Kemmeter und der Pflegeschwester ist vertraut, man versteht sich auch ohne große Worte. Seit mittlerweile sechs Jahren wird die Seniorin zwei Mal täglich von den Mitarbeitern der Pflegestation Harmony aus Beelitz betreut und gepflegt. Vor allem das gemütliche Beisammensein und gemeinsame Frühstück mit Schwester Andrea sind der alten Dame wichtig.

Menschenkenntnisse und Einfühlungsvermögen sind im Pflegeberuf unabdingbar, sagt Andrea Spevak. Wochenend- und Schichtarbeit gehören ebenfalls dazu. Das ist ihr Traumberuf, versichert die 51-jährige Fachfrau. „Das ist kein Job, sondern eine Berufung.“ Die soziale Ader und die Liebe zu diesem Beruf seien ihr quasi in die Wiege gelegt worden, betont die Beelitzerin. „Schon meine Eltern, Tanten und Onkels haben in verschiedenen Bereichen in Beelitz-Heilstätten gearbeitet.“ Es ist ein Beruf, der vielfältig ist, aber auch viel abverlangt, sagt Spevak. „Die Arbeit ist nicht nur körperlich, sondern auch psychisch schwer – man lässt viel Herzblut.“ Gerade wenn Patienten, die man über Jahre begleitet hat, plötzlich „einschlafen“, wie es die Pflegerin beschreibt.

Liesbeth Kemmeter ist dankbar für die Hilfe und Unterstützung, die sie von den engagierten Mitarbeitern der Pflegestation Harmony bekommt, die in und rund um Beelitz etwa 100 Patienten betreuen. Einen Beruf im Pflegebereich hätte sich die 97-Jährige aber für sich selbst nicht vorstellen können. „Ich möchte die Arbeit nicht machen, weil man Menschen sterben sieht – das mag ich nicht.“ Einen Umstand, mit dem die 29 Mitarbeiter im Beelitzer Pflegedienst und die sechs Mitarbeiter in der Tagespflege tagtäglich umgehen müssen. „Der Zusammenhalt untereinander ist sehr groß – wenn jemand Hilfe braucht, lassen wir ihn nicht alleine“, sagt Fachfrau Andrea Spevak, die als Leiterin überwiegend mit der Dienstplanung beschäftigt ist.

Dennoch sucht sie immer den Kontakt zu den Patienten, die sie betreut, so wie zu Liesbeth Kemmeter. Soweit es die Zeit der Pflegerin zulässt, frühstückt sie auch mit der alten Dame. „Andrea war mir sofort sympathisch, wir haben uns auf Anhieb verstanden“, sagt die 97-Jährige und strahlt über das ganze Gesicht.

Früher gab es Austauschmöglichkeiten im Konsum oder beim Friseur. Aber heute? „Die Patienten möchten ja auch ihre Nöte loswerden – wir sind meistens die Einzigen, die kommen und zuhören“, sagt Andrea Spevak. Täglich steht die Grundpflege und Verabreichung der Medikamente an. Hinzu kommen wöchentlich der Hauswirtschaftstag, Badetag und ein Einkaufstag.

„Es ist schwer, engagierte Mitarbeiter für diesen Beruf zu finden“, so Spevak. Sie sei dankbar für die geleistete Arbeit, Offenheit, Teamfähigkeit und Zuverlässigkeit ihrer Mitarbeiter. Auch wenn die Bezahlung in dem Berufssektor nicht gut sei, bekomme man ganz viel von den Patienten zurück, das man mit Geld nicht aufwiegen könne, betont die Beelitzerin. „Man schöpft aus den Lebenserfahrungen der Patienten, die in ihrem Bereich Gutes getan haben – und mit unserer Tat, sagen wir ihnen Danke.“

Der Branche droht Fachkräftemangel

In Borkheide und Borkwalde betreuen die Mitarbeiter vom Pflegedienst Harmony aus Beelitz gegenwärtig neun Patienten – sechs in Borkheide und drei in Borkwalde.

Junge Menschen zeigen relativ wenig Interesse für Pflegeberufe, so dass sich auch die Rekrutierung von Nachwuchs schwierig gestaltet.

Um dem Fachkräftemangel in der Branche entgegenzuwirken, unterstützt die Arbeitsagentur geeignete Umschüler mit entsprechenden Förderungen.

Auf dieses Angebot können auch nichtexaminierte Pflegekräfte zurückgreifen.

Im Landkreis Potsdam-Mittelmark arbeiten 813 Menschen in der Gesundheits- und Krankenpflege, beim Rettungsdienst und der Geburtshilfe.

In der Altenpflege sind kreisweit derzeit 821 Männer und Frauen tätig, 831 in der Erziehung, Sozialarbeit und Heilerziehungspflege.

Von Johana Uminski

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