Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Beetzsee Algen im Ketzürer Fruchtsaft
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Algen im Ketzürer Fruchtsaft
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:29 25.04.2018
Auf die Gesundheit: In Ketzür hatte am Mittwoch der Frucht-Algen-Saft Olga seine Premiere. Quelle: JACQUELINE STEINER
Ketzür

Der Geruch erinnert an Meer, das Aussehen ist gewöhnungsbedürftig, ein erster Schluck kommt fruchtig daher – und mächtig gesund. Olga deckt den Tagesbedarf des menschlichen Körpers an Vitamin B 12. Das sind etwa drei Mikrogramm pro 0,25 Liter-Flasche. Olga heißt die neueste Erfindung der Ketzürer Mosterei. Dahinter steckt ein naturtrüber Direktsaft aus heimischen Früchten, der mit einer Süßwasser-Mikroalge namens Chlorella verfeinert wird.

Zahlreiche Eigenmarken entwickelt

Die Lohnmosterei in Ketzür wurde 2006 gegründet. Vor allem Kleingärtner und Besitzer von Streuobstwiesen lassen ihre Früchte zu Most verarbeiten. Außerdem wurden mit den Jahren zahlreiche Eigenmarken entwickelt – wie Bugaloo im Buga-Jahr 2015. Neu ist die Mischung eines Direktsaftes mit der Chlorella Alge. Die Sorte Chlorella Vulgaris weist einen besonders hohen Vitamin B12-Gehalt auf. Diesem Vitamin wird ein starker Einfluss auf das körperliche und seelische Wohlergehen zugeschrieben.

Das Vitamin B12 ist unter anderem an der Blutbildung, dem Schutz des zentralen Nervensystems sowie der Entgiftung im Körper beteiligt. Ein Mangel kann anfangs zu leichteren und im fortgeschrittenen Stadium zu schweren Symptomen führen.

Die neue Saftkomposition sollte vor dem Trinken kräftig geschüttelt werden. Die Chlorella Alge setzt sich am Boden der Flasche ab, und wird durch das Schütteln aufgewirbelt. Angebrochene Flaschen lassen sich gekühlt bis zu drei Tage aufbewahren.

Der Markteinführung dieser mittelmärkischen Vitaminbombe waren zahlreiche Proben und Tests vorausgegangen. Unter anderem fand eine Verkostung unter Patienten der orthopädischen Reha-Klinik in Bad Belzig statt. „Die Resonanz war ausgesprochen positiv. Wir sind sehr froh, dass wir mit der Mosterei einen innovativen Kooperationspartner haben“, berichtete Heike Köpping, zuständig für das Qualitätsmanagement in der Reha-Klinik, am Mittwoch bei der Präsentation der Neuentwicklung in Ketzür.

Wirtschaftsförderung brachte Partner zusammen

Seit mehreren Jahren setzen die Bad Belziger in ihrer Großküche, die täglich 250 Patienten versorgt, verstärkt auf regionale Produkte. Direktsaft vom Beetzsee gibt es nicht nur in der Caféteria zu kaufen, sondern gehört in jeden Begrüßungskorb für neue Patienten. Die Wirtschaftsförderung des Landkreises hat die Mosterei mit der Reha-Klinik zusammengebracht. Mitgemischt bei Olga, ein Name, der eigentlich als spaßiger Arbeitstitel für Alge und Chlorella gedacht war, haben das Institut für Getreideverarbeitung (IGV) in Bergholz-Rehbrücke und die Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde.

Der Olga-Saft mit Algen aus der Mosterei Ketzür Quelle: JACQUELINE STEINER

„Toll, dass wir diese Zusammenarbeit hinbekommen haben. Das ist nicht immer selbstverständlich“, sagte Vize-Landrat Christian Stein (CDU) bei der ersten öffentlichen Verkostung des neuen Saftes im Restaurant „Christel’s Pension“. Inhaberin Christel Magnus gehört zu den lokalen Abnehmern der Mosterei-Produkte, die ihren Weg bereits in viele vegane und auf Regionalität setzende Läden in Berlin gefunden haben.

Markteinführung in der Reha-Klinik

„Im Moment beliefern wir die Reha-Klink in Bad Belzig exklusiv mit dem Chlorella-Saft. In unserem Online-Shop ist Olga ab sofort für jedermann erhältlich“, informierten die beiden Mosterei-Chefs Achim Fießinger und Manuel Stephan. Das findige Duo hatte die Mosterei 2015 von Kai Brass übernommen und gepachtet. Der Firmengründer zeigte sich vom fruchtigen Algendrink beeindruckt: „Die Mosterei liegt in guten Händen. Die Jungs machen das super.“

Abfüllanlage in der Mosterei Ketzür. Quelle: JACQUELINE STEINER

Doch zurück zu Olga. Der Rohstoff für die Neuerfindung kommt in Form eines Pulvers aus der Altmark. In Klötze produziert seit 17 Jahren die Firma Roquette (Algomed) Mikroalgen. Darunter auch die Chlorella, eine einzellige grüne Alge, die in Asien schon seit vielen Jahrzehnten für ihre gesundheitsfördernde Wirkung bekannt ist. „Die Algenzucht erfolgt in einem 500 Kilometer langen Glasröhrensystem, das von Sonnenlicht beschienen wird. Verunreinigungen von außen sind ausgeschlossen“, erklärte Geschäftsführer Jörg Ullmann den Gästen der Verkostung.

Algen als feines Pulver

Nach der Ernte werden die Algen getrocknet und in Ketzür als feines Pulver dem Obstsaft beigemischt. Es gibt Olga in zwei Geschmacksarten: Mit Apfel-Aronia und als Apfel-Möhre-Ingwer-Variante. Mit der Markteinführung hoffen die Safthersteller auf ein besseres Apfeljahr als 2017, wo Spätfröste für lange Gesichter sorgten. Solche Probleme haben die Algenproduzenten in Sachsen-Anhalt nicht. In ihrer Farm ist das gesamte Jahr Erntezeit.

Von Frank Bürstenbinder

Da guckt was aus dem Webcam-Nest: Frau Adebar in Fohrde hat das erste Ei gelegt. Ein zweites Exemplar wird jeden Tag erwartet. Die Entscheidung über die Namen für das Storchenpaar fällt am Sonnabend. Es gibt zwei heiße Favoriten.

24.04.2018

Für die Grundschule Pritzerbe werden dringend Bewerber mit Lehramt gesucht. Derzeit müssen vier sogenannte Seiteneinsteiger den Lehrermangel überbrücken. Kommunalpolitiker sprechen von einem Skandal.

24.04.2018

Geschafft: Handwerker haben die Orgel in der Roskower Kirche saniert. Das Instrument klingt nun wieder so, wie es die Erbauer einst wollten. Davon konnten sich die Besucher des ersten Konzerts auf dem überholten Instrument jetzt überzeugen.

23.04.2018