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Beetzsee Bäckerei Schugardt meldet Insolvenz an
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Bäckerei Schugardt meldet Insolvenz an
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15:19 23.01.2019
In der Pritzerber Puschkinstraße befindet sich das Stammhaus der Bäckerei Schugardt. Seit wenigen Tagen hat in dem Familienbetrieb ein Insolvenzverwalter das Sagen. Quelle: Frank Bürstenbinder
Pritzerbe

 Nach dem Bangen um das Unternehmen „Lila Bäcker“ mit zahlreichen Filialen in der Region, kommt die Branche nicht zur Ruhe. Jetzt steckt die Pritzerber Bäckerei Schugardt in ernsthaften Schwierigkeiten. So hat Inhaberin Antje Schugardt für ihren Handwerksbetrieb die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Die Konditormeisterin ist allein nicht mehr in der Lage die Gehälter für ihre Angestellten zu zahlen. Neben dem Stammhaus in der Pritzerber Puschkinstraße sind von der Insolvenz auch die beiden Brandenburger Filialen in der Hauptstraße und in der Wilhelmsdorfer Straße (Norma) mit insgesamt 15 Mitarbeitern betroffen.

Lange Tradition

Bäckereigründer Ernst Schugardt legte 1964 seine Meisterprüfung ab. 1967 machte er sich in Brandenburg am Trauerberg selbstständig. Der Umzug nach Pritzerbe erfolgte 1994 in das Haus der ehemaligen Gaststätte „Zur Sonne“, wo neben der Backstube auch ein Café betrieben wird.

Das Bäckerhandwerk hat in Pritzerbe eine lange Tradition. Bereits 1688 beantragten die Bäcker Hans Friedrich Britzke und Martin Brösicke eine Gilde, um eine Vereinigung des Handwerks zu gründen. Bei der Zählung der Berufsgruppen in der Stadt werden 1800 drei Bäcker registriert.

Nach dem zweiten Weltkrieg arbeitete Bäckermeister Rudi Kabelitz in seiner Bäckerei in der Puschkinstraße. Konsum und HO verkauften in ihren Läden ebenfalls Backwaren. So existierte bis 1985 das Konsum-Backwarengeschäft mit Leiterin Elfriede Weiß.

Die Produktion und der Verkauf an allen Standorten wird zunächst fortgesetzt. Ein Insolvenzverwalter ist bereits eingesetzt. Der Rechtsanwalt verschaffte sich an diesem Dienstag in Pritzerbe einen Überblick über die finanzielle Situation der Bäckerei. „Unser Ziel ist es, den Betrieb fortzuführen. Unter welchen Bedingungen dies künftig möglich sein wird, muss sich erst noch zeigen“, sagte die Bäckermeisterin der MAZ.

Unvermeidbarer Schritt

Über die Bundesagentur für Arbeit ist sichergestellt, dass die Beschäftigten rückwirkend ihr Gehalt als Insolvenzgeld für Dezember erhalten. „Die Entscheidung ist mir nicht leicht gefallen, doch ließ sich der Schritt in die Insolvenz trotz aller Sparmaßnahmen nicht vermeiden“, bedauerte die Bäckerei-Inhaberin, die den Handwerksbetrieb vor zehn Jahren von ihrem im Oktober 2018 verstorbenen Vater Ernst Schugardt übernahm. Es gab reduzierte Öffnungszeiten und ein ausgewählteres Sortiment. Doch auch die bereits vor einigen Wochen erfolgte Schließung eines Verkaufsladens in der Brandenburger Jacobstraße konnte das drohende Dilemma nicht mehr aufhalten.

Umsatz geht zurück

Auf dem hart umkämpften Markt für Backwaren wurde die Schere zwischen Einnahmen und Ausgaben zum Schluss immer größer. Den steigenden Kosten für Rohstoffe, Löhne, Energie und betrieblichen Ausstattungen stehen sinkende Umsätze gegenüber. Auch der über Land fahrende Verkaufswagen machte immer weniger Kasse. Von der Insolvenz der 1967 gegründeten Bäckerei ist auch Ehemann Uwe Schugardt betroffen. Der gelernte Schlosser kümmerte sich bislang um Auslieferungen, Reparaturen und einen Teil der Büroarbeit.

Bürgermeister hofft auf Lösung

Havelsee-Bürgermeister Günter Noack nahm die Nachricht von der Insolvenz der Bäckerei mit Bestürzung zur Kenntnis: „Ich hoffe sehr, dass gemeinsam mit dem Insolvenzverwalter eine Lösung gefunden wird, um den Standort Pritzerbe zu erhalten.“ Bereits im vergangenen Jahr hatte die Premnitzer Bäckerei Wernsdorf überraschend auch ihre Filiale in der Pritzerber Kirchstraße geschlossen.

Ohne den Familienbetrieb Schugardt würde es in der gesamten Stadt Havelsee mit seinen fünf Ortsteilen keine frischen Backwaren mehr geben. Ohnehin ist es um die Nahversorgung zwischen Briest und Marzahne schlecht bestellt. In Pritzerbe ist eine einzige Lebensmittelverkaufsstelle in der Havelstraße übrig geblieben. Die nächsten Supermärkte befinden sich in Brandenburg und im havelländischen Döberitz.

Von Frank Bürstenbinder

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