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Beetzsee Berühmter Gasthof steht zum Verkauf
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Berühmter Gasthof steht zum Verkauf
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10:40 13.03.2019
Klaus Meyer mit dem ehemaligen Rathaus-Tresor. Dieser ist jetzt Bestandteil der künftigen Ausstellung im ehemaligen Stallgebäude der zum Verkauf stehenden Gaststätte. Quelle: Frank Bürstenbinder
Pritzerbe

 Dem im Pritzerber Rathaus ausgemusterten Vorkriegstresor ist die Verschrottung erspart geblieben. Gastwirt Klaus Meyer (62) hat den rund 300 Kilo schweren Panzerschrank zum Bestandteil einer heimatkundlichen Sammlung gemacht, die er im Mai der Öffentlichkeit vorstellen will.

Die Helfer, wie Klaus Taege und Christian Meurer, haben einige Schweißtropfen vergossen, um den Tresor auf seinen neuen Platz zu hieven. Jetzt kann er dort besichtigt werden, wo noch bis nach der Wende die von den Bauern angelieferte Milch gesammelt wurde.

Wechselvolle Geschichte

Zu dem von der Firma Bodenstein in Berlin produzieren Rathaus-Tresor hat Klaus Meyer eine besondere Beziehung. Der Panzerschrank stand auch in der Stadtverwaltung, als der Pritzerber von 1979 bis 1982 stellvertretender Bürgermeister war.

Bevor Klaus und Heidrun Meyer 1990 die Kreuzdamm-Gaststätte übernahmen, waren sie in der Pritzerber Schulküche beschäftigt. Davor leiteten sie von 1982 bis 1986 die HO-Gaststätte „Havelblick“ auf der Festwiese.

Im Kern geht die Bausubstanz der Gaststätte „Am Kreuzdamm“ auf das Jahr 1830 zurück. Ab 1868 durfte sie den Namen „Prinz Albrecht von Preußen“ tragen. Nach dem Krieg „Goldene Kugel“. In der DDR war es die Konsumgaststätte „Haveleck“.

Darüber befindet sich das ehemalige Heulager, wo Meyer schon viele Stunden seiner Freizeit verbracht hat. „Balken und Dielen mussten erneuert werden, bevor an eine Nutzung als Ausstellungsraum überhaupt zu denken war“, berichtet der heimatverbundene Gastronom. Inzwischen hat er zahlreiche Gebrauchsgegenstände aus der Vorkriegszeit zusammengetragen, die einst den Alltag der Pritzerber prägten – von der Kaffeemühle bis zur Milchkanne. Alles muss noch an seinen Platz.

Für die Gaststätte "Am Kreuzdamm" suchen die jetzigen Besitzer einen Nachfolger. Quelle: Frank Bürstenbinder

Doch wozu die ganze Mühe? In Pritzerbe ist es kein Geheimnis mehr, dass die Wirtsleute Klaus und Heidrun Meyer sich bald aus dem aktiven Berufsleben zurückziehen wollen.

Seit 29 Jahren hält das Ehepaar die Gaststätte „Am Kreuzdamm“ als erstes Haus am Platze – so lange wie kein anderer Vorbesitzer. „Ja, wir arbeiten auf den Ruhestand hin. Unsere Kinder helfen zwar immer wieder aus, haben jedoch andere Lebenspläne“, bestätigt Klaus Meyer. Deshalb steht das traditionsreiche Haus, das einst den stolzen Namen „Prinz Albrecht von Preußen“ führte, bei einem Immobilienportal zum Verkauf. Wer 300 000 Euro mitbringt, kann das Restaurant mit Saal, Biergarten und Nebenräumen zum 1. Januar 2020 übernehmen.

Kein Interessent in Sicht

Zur Immobilie gehört eben auch das mit einem Torbogen verbundene Stallgebäude, dessen Obergeschoss bald als Heimatstube dienen soll. „Ich ziehe das jetzt durch. Meine Hoffnung geht dahin, dass wir uns im Falle eines Eigentümerwechsels oder einer Verpachtung mit dem Nachfolger über den Bestand der Sammlung verständigen können“, so Meyer. Bislang gibt es jedoch keinen ernsthaften Interessenten. Der Markt für Gastwirtschaften auf dem Lande ist extrem schwierig, wie zahlreiche andere Beispiel im Amt Beetzsee belegen. Nicht mal die Nähe zum Wasser ist eine Garantie für eine erfolgreiche Übernahme.

Krüge und Töpfe aus Keramik schmücken die ersten Regale in der Heimatstube. Quelle: Frank Bürstenbinder

Natürlich würden sich die Meyers mit einem lachenden und einem weinenden Auge in den Ruhestand zurückziehen. Die Kreuzdamm-Gaststätte ist ihr Leben. 1990 kauften der gelernte Vollmatrose und die Köchin das Objekt der Stadt ab. Dann kam das dicke Ende: Rückübertragungsanspruch. 1996 musste das Ehepaar das Wirtshaus zum zweiten Mal kaufen. Schrittweise wurde saniert und modernisiert. Bei Meyers feiern Familien, treffen sich Vereine, tagen die Stadtverordneten, essen Durchreisende und Urlauber. Pritzerbe ohne Kreuzdamm-Gaststätte wäre nur schwer vorstellbar.

Von Frank Bürstenbinder

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