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Beetzsee Die „Schwedenlinde“ ist verkauft
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Die „Schwedenlinde“ ist verkauft
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14:11 10.08.2018
Die Immobilienberater Christian Schumann (l.) und Cornelia Roloff gratulieren Horst Berger zum erfolgreichen Verkauf der Traditionsgaststätte „Zur Schwedenlinde“ . Der Nachfolger will die Immobilie für private Zwecke nutzen. Quelle: Frank Bürstenbinder
Brielow

Auf der Speisekarte im Schaukasten ist die Zeit stehen geblieben. Soljanka mit Sauerrahm für 2,20 Euro. Dazu Filetgulasch mit Champignons für 4,50 Euro. Im Gastraum hängen noch Dankschreiben vom Fußballkreis Westhavelland und von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger für die Sponsorentätigkeit. Doch das ist alles lange her. Für Horst Berger (76) ist jetzt endgültig Schluss.

Seit November 1989 betrieb der Gastronom die Brielower Tradititionsgaststätte „Zur Schwedenlinde“. 2016 machte er den Laden aus Altersgründen dicht. In wenigen Wochen wird Berger die Immobilie, zu der auch eine Wohnung für seine Familie gehört, an einen neuen Besitzer übergeben. Dem in Brandenburg ansässigen Immobilienbüro von Poll war es gelungen für die nicht leicht zu vermittelnde Liegenschaft einen Interessenten zu finden. „Der Kaufvertrag wurde vor wenigen Tagen unterzeichnet“, bestätigte Immobilienberater Christian Schumann.

Aus für Gastronomie

Im Oktober wird ein Brandenburger, der ungenannt bleiben möchte, das Anwesen übernehmen, das 1978 als neu errichtete Gaststätte „Zur Schwedenlinde“ eröffnet wurde. Die Idee für den Namen stammte von Heinz Goldbeck, der als Tischlermeister bei der PGH Bau nicht nur den Ratskeller und das Wein-ABC, sondern auch die Konsum-Gaststätte in Brielow mit seinen Holzverkleidungen beglückte. Mit nostalgischen Rückblicken hat der Erwerber allerdings nichts am Hut. Der neue Besitzer betreibt in Brandenburg unter anderem einen Online-Shop für kreatives Handwerk und will seine neue Immobilie ausschließlich für private Wohnzwecke nutzen.

Ein letzter Blick in den ehemaligen Gastraum. Quelle: Frank Bürstenbinder

Horst Berger wird nach seinem Auszug aus der Schwedenlinde auch künftig Brielow die Treue halten. „Hier haben wir doch alles, was wir brauchen“, sagte er der MAZ. Zunächst wird eine Mietwohnung zum Domizil für seine Familie. An die vielen Jahre in der Gastwirtschaft denkt Berger mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurück. „Was wurde bei uns gefeiert. Vom Schlachtefest bis zum Karnevel, Silvester und die vielen Familienfeiern. Ich habe es nie bereut Gastwirt geworden zu sein“, meint Berger. In ihren Blütezeiten beschäftigte die Schwedenlinde 15 Leute. Allen voran Ehefrau Birgit und zwei Schwägerinnen.

Wohnanlage vom Tisch

Über den Kaufpreis haben beide Seiten Stillschweigen vereinbar. Berger selbst zahlte 1995 an das Bundesvermögensamt 360 000 D-Mark, um die Gaststätte endlich in seinen Besitz zu bringen. Nach der Wende waren Rückübertragungsansprüche gestellt worden. Trotz wackliger Eigentumsverhältnisse machte Familie Berger weiter. „Wir sind damals ein hohes Risiko eingegangen. Am Ende ging alles gut aus“, erinnert sich Berger. Der gebürtige Posener lernte die Gastronomie von der Pike auf kennen, machte erst eine Ausbildung zum Konditor, dann zum Koch. Sieben Jahre fuhr er zur See, um danach in Leipzig Gastronomie zu studieren. In Brandenburg leitete er viele Jahre bis zu seinem Wechsel nach Brielow den Ratskeller.

Das war einmal Brielows größter Saal. Quelle: Frank Bürstenbinder

Mit dem am Ende überraschenden Besitzerwechsel ist die Idee eines Ankaufs durch die Gemeinde Beetzsee endgültig vom Tisch. Ein von Bürgermeister Rainer Britzmann (CDU) unterstützter Plan sah den Abriss des Gebäudes und den Aufbau einer Wohnanlage für Senioren vor. Geld für den Ankauf war bereits im Haushalt eingestellt. Doch im Gemeinderat blieb das Vorhaben höchst umstritten. Die Kommunalaufsicht kündigte sogar an, die Zustimmung zu einer Kreditaufnahme für einen Neubau zu verweigern.

Von Frank Bürstenbinder

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