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Beetzsee Tierkombinat für Flughafen BER abgerissen
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Tierkombinat für Flughafen BER abgerissen
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12:32 28.03.2019
Klaus Falkenberg (l.) und Siegfried Schröder vor alten Fotos aus Butzow. Vom ehemaligen „Kombinat“ mit über 1000 Tieren ist nur Grünland im Hintergrund geblieben. Quelle: Frank Bürstenbinder
Butzow

Schweine, Bullen und Milchkühe – über 1000 Tiere wurden einst in den Viehställen nördlich der Butzower Ortslage gehalten. Nach der Wende war damit Schluss. Dass vom „Kombinat“ keine Ruine übrig blieb, ist ausgerechnet dem Flughafen BER zu verdanken. Im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme floss Geld in den Abriss der seit den 1950er-Jahren entstandenen Aufbauten. Aus der Tierhaltungsanlage wurde Grünland, eine Streuobstwiese grenzt das Gras zum nächsten Acker ab.

Zeitzeugen erinnern sich

Siegfried Schröder (91) kann sich noch genau an die Anordnung der Gebäude erinnern. „Neben den Ställen gab es Silos und ein Futterhaus. Dort wurden die Kartoffeln gedämpft.“ Als Agraringenieur hat er viele Jahres seines Berufslebens in der Anlage verbracht, die zahlreichen Männern und Frauen Arbeit gab. Zu ihnen gehörte auch Klaus Falkenberg. Die ehemaligen LPG-Mitglieder kramten in ihren Erinnerungen, als der Förderverein „Butzower Dorfkern“ zum jüngsten Dorfspaziergang einlud.

Wo früher das "Kombinat" stand, war das Ziel des jüngsten Butzower Dorfspaziergangs. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Traditionell widmen wir uns bei diesen Veranstaltungen fast vergessenen Orten, die für Butzow einmal eine große Rolle gespielt haben“, sagte Vereinsvorsitzender Bernhard Weise der MAZ. So gab es schon Treffen auf dem ehemaligen Bahnhofsgelände, das längst zum Campingplatz gehört. Auch der alte Reitplatz und längst verschwundene Hofstellen im Marzahner Fenn wurden schon besucht. Rührig ist der Verein, wenn es darum geht Zeitzeugen zu finden, die aus eigenem Erleben aus der Dorfgeschichte berichten können. Bei Bratwurst, Kaffee und Kuchen kommen die Butzower und ihre Gäste auf vergangene Zeiten zu sprechen.

Schweinehaltung in Butzow. Quelle: Privat

Von den ehemaligen Stallanlagen existieren heute nur noch Fotos. Es gab einen Mastbullenstall, Offenställe für Rinder, eine Melkanlage und Ställe für Schweine. „Die Milch wurde am Anfang in Kannen abgefüllt und zur Molkerei nach Brandenburg gefahren“, erinnert sich der immer noch rüstige Siegfried Schröder. Für die Versorgung mit Strom bekam das „Kombinat“ ein eigenes Trafohaus. Bei Stromausfall sprang automatisch eine Netzersatzanlage ein. Unvergessen bleibt der Katastrophenwinter 1978/79, den die Butzower Melker und Tierpfleger trotz einiger geborstener Rohre gut gemeistert haben.

Das war der Stall für die Mastbullen vor dem Abriss. Quelle: privat

Die Butzower Ställe gehörten zur LPG Tierproduktion, die die drei Dörfer Butzow, Ketzür und Gortz umfasste. Die Gortzer Agrar GmbH bewirtschaftet heute noch vorhandene Stallanlagen in Gortz. Die einstigen Ställe am Ketzürer Beetzseeufer sind inzwischen ebenfalls im Rahmen von Kompensationsmaßnahmen restlos verschwunden. Milch wird schon lange nicht mehr produziert. Mutterkuhherden mit Fleischrinder bestimmen das Bild auf den Viehweiden am Beetzsee.

Kaffee, Kuchen und der Grill gehören zu jedem Butzower Dorfspaziergang. Quelle: Frank Bürstenbinder

Dass überhaupt in Butzow ein zentrales Stallobjekt gebaut wurde, ist dem zu DDR-Zeiten ansteigenden Viehbesatz geschuldet. „Die vorhandenen Aufbauten und Plätze in privaten Höfen haben nicht mehr ausgereicht“, berichtete Siegfried Schröder. Es war seine Familie, die der Genossenschaft den Grund und Boden für das „Kombinat“ gab. Ein Foto zeigt seinen Großvater mit Pferdegespann vor dem Pflug in einer Zeit, als an eine LPG in Butzow noch lange nicht zu denken war.

Von Frank Bürstenbinder

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