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Beetzsee Der Tresor, der nie geknackt wurde
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Der Tresor, der nie geknackt wurde
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12:06 30.11.2018
Der Pritzerber Rathaustresor hat viele Bürgermeister kommen und gehen gesehen. Jetzt hat der Panzerschrank endgültig ausgedient. Quelle: JACQUELINE STEINER
Pritzerbe

Das eiserne Monster hat alle politischen Umbrüche überstanden, sah Bürgermeister kommen und gehen. Angeschafft in Zeiten, als Pritzerbe noch von einem Magistrat regiert wurde, hat der legendäre Rathaustresor wohl jetzt für immer ausgedient. „Die Stadtkasse ist Geschichte, Verschlusssachen waren einmal, und Personalunterlagen befinden sich in der Amtsverwaltung“, erklärt Havelsee-Bürgermeister Günter Noack den Abschied von dem rund 150 Kilogramm schweren Möbelstück.

Gut für’s Museum

Seit 1979 stand der Tresor, der die Olsenbande entzückt hätte, im Büro von Pritzerbes Ortsvorsteher Thomas Schenk. Dort trifft sich auch der Ortsbeirat zu seinen Sitzungen. Damals musste der kunstvoll verzierte Panzerschrank den Raum wechseln, weil im Rathaus ein Standesamt eingerichtet wurde. Im Zuge der jetzt laufenden Sanierung fiel die Entscheidung das raumgreifende Ungetüm auszurangieren. „Wir wissen noch nicht, was mit dem Tresor passiert. Eigentlich gehört der ins Museum“, meint Bürgermeister Noack. Er kennt das gute Stück schon seit 1984, als er damals als hauptamtlicher Bürgermeister ins Rathaus einzog.

Havelsee-Bürgermeister Günter Noack besucht Revierpolizist Gilbert Christensen in seinem renovierten Dienstzimmer. Quelle: JACQUELINE STEINER

 

Mit dem Tresor, der nie geknackt wurde, sind bei den Modernisierungsarbeiten im Erdgeschoss auch andere Altlasten verschwunden. Ein Heißluftofen aus DDR-Zeiten wurde ebenso abgetragen, wie die Relikte einer alten Telefonanlage. Die nach der Wende installierte Gastherme haben Handwerker durch eine neue Anlage ersetzt. Zwei Räume im Rathaus, die auch dem Besucherverkehr dienen, haben eine zeitgemäße Ausstattung bekommen. Fußboden, Elektrik, Beleuchtung und Wandgestaltung sind neu. Dazu gehört dem Ortsvorsteherbüro auch der benachbarte Raum als Sitz von Revierpolizist Gilbert Christensen. Die bislang düstere Atmosphäre in dem Zimmer, wo der Beamte auch Anzeigen aufnimmt, ist einem modernen Bodenbelag und in Pastelltönen gehaltener Vliestapete gewichen.

Kitas gingen vor

Das Mobilar im Ortsvorsteherbüro wird noch ergänzt. „Außerdem sollen bald Bilder mit lokalen Ansichten an den Wänden hängen“, kündigte Ortsbeiratsmitglied Klaus Meyer an. Über frischen Wind im Rathaus war schon lange diskutiert worden. „Doch unsere Kitas, die Schule und der Hort hatten Vorrang“, so der Bürgermeister. Sein eigenes Büro in der rechten Haushälfte bleibt unverändert. Dort war vor einigen Jahren renoviert worden. Selbst die Neuzera-Schrankwand aus DDR-Zeiten wird weiter für die Stadt Havelsee ihren Dienst tun. Der einzige Luxus im Pritzerber Rathaus ist der freie Blick über die Ablage auf die Havel.

Die Pritzerber leisten sich ein bescheidenes Rathaus. Quelle: JACQUELINE STEINER

Die bauliche Hülle des 1801 errichteten Rathauses bleibt bei den laufenden Arbeiten unverändert. Dach, Fenster und Fassade waren nach der Wende bereits erneuert worden. Allerdings soll es im Frühjahr einen neuen Anstrich geben. Das einstöckige Rathaus mit dem ausgebauten Dachgeschoss wirkt bescheiden im Verhältnis zur über 1000-jährigen Geschichte Pritzerbes, das wie einst Ziesar ein Sitz der Brandenburger Bischöfe war. Immerhin beschlossen die Ratsherren im Erbauungsjahr ein Gefängnis einzurichten, damit die Arrestanten nicht mehr nach Ziesar überstellt werden mussten. An den einstigen Karzer erinnert heute nichts mehr.

Von Frank Bürstenbinder

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