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Beetzsee Die Kleintierzucht stirbt nicht aus
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11:40 18.12.2018
Vater und Sohn bilden eine erfolgreiche Zuchtgemeinschaft. Friedhelm Bredow mit einer preisgekrönten Texas-Taube. Adrian Bredow (r.) mit einem Spitzen-Hahn der Rasse Zwerg-Brahma. Quelle: Frank Bürstenbinder
Fohrde

 So alt wird kein Kaninchen. Seit 50 Jahren halten die Fohrder Kleintierzüchter im Verein zusammen. Gefeiert wurde schon im Sommer. Doch erst die große Tierschau in der Ausstellungshalle am Bahnhof machte das Jubiläumsjahr perfekt. Schon am ersten Tag wollten über 70 Besucher die edelsten Kaninchen, stolzesten Hähne und schönsten Tauben der Region sehen. Fleißig wurde gefachsimpelt über Blaue Holicer, Deutsche Wyandotten und Texaner. Gerne weihten die Profis ihre Gäste in die Geheimnisse der Züchtersprache ein. Rund 230 Tiere konnten die Fohrder mit Unterstützung zahlreicher Gastaussteller unter anderem aus Kade, Tremmen und Werder der Öffentlichkeit präsentieren.

Nicht unüberlegt Tiere schenken

Jeden letzten Freitagabend im Monat treffen sich die Fohrder Kleintierzüchter zur Mitgliederversammlung im Vereinsheim am Bahnhof (Zufahrt über August-Bebel-Straße). Interessenten sind herzlich willkommen.

Vor dem Weihnachtsfest raten die Fohrder Züchter dringend von unüberlegten Kleintier-Käufen ab. Vereinschef Georg Radel: „Wer Tiere hält, trägt Verantwortung. Das muss auch Kindern klar sein. Besser erst mit Fachleuten reden. Unsere Züchter beraten gern.“

Zu DDR-Zeiten hatte die Kleintierhaltung auch einen ökonomischen Aspekt. Eier, Fleisch und Kaninchenfelle waren begehrt. Von den Einnahmen wurde unter anderem Futter gekauft. Die Zucht selbst hatte auch vor 1990 einen hohen Stellenwert.

Was die Kleintierzüchter vereint, ist neben der Freude am Hobby der Erhalt der Rassenvielfalt. „So manche Spezies wäre vergessen oder ausgestorben, würde es nicht Menschen geben, die ihre Freizeit der Nachzucht widmen“, weiß Vereinsvorsitzender Georg Radel. So freuen sich die Fohrder wenn immer wieder neue Mitglieder oder Gastaussteller mit bislang nicht vertretenen Rassen zu ihnen stoßen. Sorgten im vergangenen Jahr Perlhühner für Aufsehen, waren zur Jubiläumsschau die Kalifornier Kaninchen von Barbara Wiechert und die Blauen Holicer Kaninchen von Marlen Wolle aus Kade dicht umlagert.

Rassegeflügelzüchter Manfred Kroh aus Premnitz errang mit seinen Deutschen Wyandotten Blau einen Kreisverbandsehrenpreis. Quelle: Frank Bürstenbinder

Es war 1968, als der Fohrder Gerhard Trautmann eine Gruppe heimatlos gewordener Kaninchenzüchter um sich scharrte. Der Verein in Pritzerbe hatte sich aufgelöst, dafür starteten die Fohrder einen Neubeginn. Für Ausstellungen wurde der Saal im „Fohrder Eck“ hergerichtet. 1979 stießen die ersten Geflügelzüchter um Fridtjof Müller zu den Kaninchenfreunden. Seither widmen sich die Liebhaber kleiner Tiere unter einem Dach den Kaninchen, Tauben und Hühnern. Dienstältestes Mitglied ist heute Edith Kaiser (80), die seit 1973 dem Verein die Treue hält. Selbst züchtet sie keine Kaninchen mehr. Dafür ist die Tombola, die auf keiner Vereinsschau fehlen darf, bei ihr in guten Händen. Aussteller und Sponsoren sorgen immer dafür, dass jedes Los einen Sachpreis gewinnt.

Kaninchenliebhaberin Ilona Friedrich zeit ein Löwenköpfchen-Kaninchen. Zwar züchtet sie selbst nicht mehr, hält dem Fohrder Verein aber als Schriftführerin die Treue. Quelle: Frank Bürstenbinder

Als Glücksfall erwies sich 1990 der Kauf der einstigen Düngerhalle von der LPG Fohrde. In vielen Arbeitsstunden bauten die Kleintierzüchter das Gebäude am Bahnhof zum Vereinsheim aus. Es dient nicht nur den jährlichen Ausstellungen, sondern auch den monatlichen Mitgliederversammlungen und geselligen Zusammenkünften. Bei einem Blick in die Zukunft wird Vereinschef Radel nicht bange: „Wir haben konstant 20 Mitglieder. 2019 wollen neue und jüngere Züchter zu uns stoßen. Unser Hobby wird nicht aussterben.“

Diverse Ehrungen

Bestes Beispiel ist sein Stellvertreter Adrian Bredow. Der 28-jährige Radeweger hat sich schon vor einigen Jahren auf die Hühnerrasse der Zwerg-Brahma spezialisiert. Zu erkennen sind die Tiere vom Laien unter anderem an ihren befiederten Läufen. „Ich bin begeistert von dieser ruhigen, schönen und zahmen Rasse“, schwärmt Bredow, der zusammen mit seinem Vater Friedhelm eine Zuchtgemeinschaft bildet. Für seine Zwerg-Brahma und Texas-Tauben wurden dem Duo von den Preisrichtern diverse Ehrungen zugesprochen.

Edith Kaiser gehört dem Kleintierzüchterverein seit 1973 an. Heute kümmert sie sich um die Tombola bei den Vereinsschauen. Quelle: Frank Bürstenbinder

So gab es für die beste Zuchtleistung unter anderem die Bundesmedaille des Verbandes Deutscher Rassegeflügelzüchter. Auch bei den Ehrenpreisen der Landes- und Kreisverbände räumten die Bredows ab. Gleich drei vereinsinterne Wanderpokale durften Vater und Sohn mit nach Hause nehmen. Bei den großen Hühnern war Manfred Kroh erfolgreich. Der Premnitzer Zuchtfreund, der sich seit 1967 seinem Hobby widmet, holte sich mit seinen Deutschen Wyandotten Blau unter anderem einen Wanderpokal. Ein Kreisverbandsehrenpreis ging unter anderem an Marko Wenslau für sein Thüringer-Kaninchen. Auch eine alte Nutztierrasse, die regelmäßig aber nicht allzu häufig gezeigt wird.

Von Frank Bürstenbinder

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