Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Beetzsee Ein Jahr nach dem Orkan: Hunderte Bäume verheizt
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Ein Jahr nach dem Orkan: Hunderte Bäume verheizt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:07 20.12.2018
Die beräumte Baumreihe an der Südkante des Hauptgrabens. Schon bald wird sich die Natur die kahlen Abschnitte zurückerobern. Quelle: Frank Bürstenbinder
Marzahne

 Das Grünland ist beräumt, doch die Spuren des Orkans sind noch sichtbar. Hunderte Baumstümpfe säumen die Südkante des Hauptgrabens, der die Talwiesen des Marzahner Fenns entwässert. Erst langsam wird sich die Natur die kahl geschlagenen Wunden zurückholen. Schuld an der lokalen Naturkatastrophe war die Sturmnacht zum 23. Juni 2017. Damals wurden massenhaft Birken, Erlen und Pappeln samt ihrer Wurzelteller aus dem Boden gehebelt. Das ganze Ausmaß der Schäden mitten im Naturschutzgebiet sickerte erst nach und nach an die Öffentlichkeit. Die Feuerwehren zwischen Havel und Beetzsee hatten in jenen Stunden ganz andere Sorgen.

Die bei einem Orkan in der Nacht zum 23. Juni 2017 umgestürzten Bäume wurden inzwischen beräumt und zu Energieholz geschreddert. Jetzt muss sich die Natur selbst die kahlen Stellen zurückholen. Ersatzpflanzungen sind nicht geplant.

Über ein Jahr nach dem Drama im Marzahner Fenn, das zum großen Teil von der Brielower Agrar GmbH bewirtschaftet wird, sind sämtliche umgeknickte Bäume gekappt, abtransportiert und geschreddert worden. „Über den trockenen Sommer 2018 können wir in diesem Falle froh sein. Sonst wäre eine Beräumung auf dem in der Regel durchfeuchteten Standort nicht machbar gewesen“, berichtete Marco Kapfer vom Wasser- und Bodenverband Rathenow. Bei einem Lokaltermin erläuterte der Verbandsingenieur in dieser Woche Behördenvertretern die aktuelle Situation am Hauptentwässerungsgraben nach den Aufräumarbeiten.

Überbleibsel der Eiszeit

Das Marzahner Fenn ist ein eiszeitlich geprägtes Feuchtgebiet. Durch die Talsohle verläuft ein Hauptentwässerungsgraben. Ohne dieses künstliche Fließgewässer würden das Grünland zu beiden Seiten des Grabens dauerhaft vernässen.

Der Hauptgraben, der im Volksmund Russengraben genannt wird, entwässert in Richtung Radeweger Löcher. Er wurde 1917 von russischen Kriegsgefangenen ausgehoben, um eine landwirtschaftliche Nutzung des Fenn möglich zu machen.

Möglicherweise bilden die Talwiesen des Marzahner Fenns eine lokale Wetterküche, in der Sturm- und Regenfronten zur Hochform auflaufen. So geschah es schon im Starkregenjahr 2007, wo es zu canyonartigen Ausspülungen des Russengrabens unweit von Radewege kam.

Die Baumreihe wurde bei dem Sturm auf einer Länge von über 300 Meter ausradiert. An die Beräumung machte sich im Auftrag des Wasser- und Bodenverbandes der Forstdienstleister Hendrik Heienbrock aus Wenzlow. Dabei kam nach den Sägearbeiten eine spezieller Greifer mit extra breiter Bereifung auf dem moorigen Boden zum Einsatz. Insgesamt wurden 180 Raummeter Stammholz und 556 Raummeter Kronenholz aufbereitet. „Der gesamte Ertrag ging in die Energieholzverwertung“, sagte Heienbrock der MAZ. Für die Stadt Havelsee und die Gemeinde Beetzsee überzeugte sich Amtsdirektor Guido Müller von der Beseitigung der auf private Flächen gefallenen Grabenbäume. Denn die beiden Kommunen übernahmen die Finanzierung der Arbeiten. Am Hauptgraben stoßen nämlich die Grenzen der Gemarkungen Butzow und Marzahne aneinander.

So sah es im Marzahner Fenn nach der Sturmnacht im Sommer 2017 aus. Quelle: Frank Bürstenbinder

Für die Naturschutzbehörde des Landkreises Potsdam-Mittelmark geht Christian Kurjo davon aus, dass schon in kurzer Zeit Sträucher und Gehölze die kahl geschlagene Grabenkante zurückerobern werden. „Rotdorn oder Weide wachsen bald von alleine nach. Ersatzpflanzungen sind nicht vorgesehen“, so Kurjo. Fast alle Wurzelteller sind nach dem Absägen der unter Spannung stehenden Stämme in den Graben zurückgeklappt, wie es die Fachleute vorhergesagt hatten. Restliche Abbruchkanten könnten dem Eisvogel für das Anlegen von Brutröhren dienen. „Wir werden beobachten, wie sich die Böschung stabilisiert und dann über weitere Arbeiten entscheiden“, kündigte Verbandsingenieur Kapfer an. Ohne die Beräumung des Windbruchs wäre der Zugang zu dieser Grabenseite für den Verband nicht möglich gewesen.

Abgearbeitet sind inzwischen auch die in der selben Nacht angerichteten Sturmschäden in der Gemarkung Schmerzke, wo der Wasser- und Bodenverband Rathenow rund 40 umgeworfene Grabenbäume beräumen lassen musste.

Von Frank Bürstenbinder

Anfangs blieben die Kaninchen unter sich. Später kamen die Geflügelfreunde hinzu. Jetzt feiern die Kleintierzüchter ihr 50-jähriges Jubiläum. Vor der Zukunft muss ihrem Verein nicht bange sein.

18.12.2018

Das traditionelle Sangha-Fest in der buddhistischen Klosterschule in Päwesin war wieder Anziehungspunkt für über 1000 Besucher. Vor allem die große Bühnenshow versetzte die Zuschauer in Begeisterung.

16.12.2018

Planungssicherheit für Eltern und Kommunen. Für alle Schulen im Brandenburger Umland gibt es eine stabile Nachfrage. Lehnin nimmt sogar wieder Kurs auf das Abitur.

09.12.2018