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Beetzsee Feuerwehrleute retten ihren Schlauchturm
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11:57 07.01.2019
Nach seiner Sanierung bleibt der mit Lärchenholz beplankte Schlauchturm auch für die nächste Generation ein Wahrzeichen in Tieckow. Quelle: Frank Bürstenbinder
Tieckow

Er ist das höchste Gebäude und das Wahrzeichen von Tieckow. „Andere Dörfer haben eine Kirche, wir einen Schlauchturm. Dieser bedeutet uns viel“, erklärt Löschgruppenführer Ingo Barnewitz die Verbundenheit der Einwohner und Feuerwehrleute mit der 1960/61 hinter dem Westgiebel des Gerätehauses errichteten Holzkonstruktion. Weil Wind und Wetter dem Turm über die Jahrzehnte zugesetzt haben, entschlossen sich die Brandschützer eine Initiative zur Rettung des Bauwerkes zu starten. Das Ergebnis ist jetzt für die Öffentlichkeit sichtbar.

Kirche nie wieder aufgebaut

Die 1925 gegründete Freiwillige Feuerwehr in Tieckow hat derzeit elf aktive Kameraden. Diese mussten im vergangenen Jahr zu zwei Einsätzen ausrücken. Das waren der Waldbrand bei Briest und ein Unfall auf der Landesstraße.

Jeden ersten Freitag im Monat treffen sich die Tieckower zur Mitgliederversammlung im Schulungsraum in der Tieckower Havelstraße. Zur Einsatztechnik gehört ein Mannschaftswagen samt Anhänger.

Das Gerätehaus samt Schlauchturm steht auf einer Fläche, die einst zum alten Friedhof gehörte. Auf diesem Dorfanger soll sich bis zum 30-jährigen Krieg die Kirche befunden haben. Sie wurde nie wieder aufgebaut.

Über 11 000 Euro wurden in die Sanierung der Außenhülle investiert. Im Kern ging es dabei um eine neue Beplankung des Turms. „Neben einer Firma haben sich Kameraden mit Eigenleistungen eingebracht, um dieses Kapitel Feuerwehrgeschichte für die nachfolgende Generation zu erhalten“, würdigte Barnewitz das Engagement der Helfer bei der Jahreshauptversammlung der Tieckower Feuerwehr. Rund 7500 Euro Fördermittel gab es aus der Leader Förderung für den ländlichen Raum, weitere 3700 Euro kamen aus Spenden und Hauhaltsmitteln der Stadt Havelsee zusammen. 2015 hatte die Kommune bereits einen Mannschaftswagen zum 90-jährigen Stiftungsfest für die Feuerwehr finanziert.

Loreen Emanuel stellt auf der Jahreshauptversammlung der Tieckower Feuerwehr ihren Bericht zur Geschichte des Schlauchturms vor. Quelle: Frank Bürstenbinder

Der rund zehn Meter hohe Turm ist voll funktionstüchtig. Schläuche werden mit einem Flaschenzug aufgezogen. Dann hängen sie gerade und können gut ablüften. Das war besonders wichtig, als noch Schläuche aus Hanf zum Einsatz kamen. Heute werden generell alle Kunststoffschläuche zentral im Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) des Landkreises in Beelitz-Heilstätten gereinigt und getrocknet. Nur in Ausnahmefällen leistet der Turm immer noch gute Dienste. „In erster Linie handelt es sich heute um ein Wahrzeichen, das für das ehrenamtliche Engagement unserer Feuerwehrleute steht“, sagte Amtswehrführer Jan Lehnhardt auf der Jahreshauptversammlung.

Feuerwehrveteran Karl Philipp. Quelle: Frank Bürstenbinder

Eine neben der Eingangstür angebrachte Informationstafel berichtet über die Geschichte und die Bedeutung des Bauwerks, an dessen Außenseiten vier Fledermauskästen angebracht sind. Tieckows ältester Bürger, Karl Philipp (93), kann sich noch gut an die Zeit vor 60 Jahren erinnern. Damals war der gebürtige Thüringer selbst Wehrleiter. 1958 wurde zunächst das Gerätehaus gebaut, in dem sich noch heute die Einsatztechnik befindet. Zwei Jahre später folgte der Baubeginn für den Schlauchtrockenturm. Das Holz stifteten die Waldeigentümer. „Unsere Kameraden leisteten Aufbaustunden. Material vom Staat war nicht zu erwarten. Dafür hat der Rat des Kreises die Rechnung übernommen“, erinnerte sich Philipp. Für den Bauantrag reichte noch ein DIN A4-Blatt mit Bauzeichnung und Lageskizze. Die Baugenehmigung gab es eine Woche später. Komlett fertig war der Turm im Mai 1962 und wurde von den Behörden „ohne Beanstandungen“ abgenommen.

Die neue Informationstafel am Schlauchtrockenturm. Quelle: Frank Bürstenbinder

Auch für 2019 haben sich die Tieckower einige Arbeiten vorgenommen. Die Eingangstür zum Schulungsraum soll erneuert werden. Außerdem hätten Gerätehaus und Schulungsraum einen neuen Anstrich nötig, wie Löschgruppenführer Barnewitz im Beisein aktiver Kameraden und Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung ankündigte. Havelsee-Bürgermeister Günter Noack sprach über die Notwendigkeit weiterer Feuerlöschbrunnen in den Ortsteilen, um neue Bauplätze erschließen zu können. Amtsdirektor Guido Müller bezeichnete die vom Land ab 2019 geplante Aufwandsentschädigung für jeden aktiven Kamerad von jährlich 200 Euro als „richtigen Schritt“. Wichtiger wäre jedoch die massive Förderung von Fahrzeugen und Einsatzkleidung, um eine finanzielle Überforderung des Amtes und der Kommunen abzuwenden, so der Verwaltungschef.

 

Von Frank Bürstenbinder

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