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Beetzsee Wärmeschub beflügelt Spargelbauer
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Wärmeschub beflügelt Spargelbauer
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17:08 28.02.2019
Die Arbeiten auf den Spargelfeldern laufen schon in vollem Gang. Hier zwischen Brielow und dem Seehof. Quelle: Rüdiger Böhme
Mötzow/ Herrenhölzer

Der ungewöhnliche Wärmeschub im Februar beschert den Spargelbauern der Region einen vorzeitigen Erntebeginn. Heinrich Thiermann, Geschäftsführer des Vielfruchthofes Mötzow, rechnet mit dem Start der Spargelsaison Anfang April. „Das ist 14 Tage früher als im vorigen Jahr.“

Ekhard Wolter, Verwalter auf Gut Herrenhölzer bei Bensdorf, geht sogar von einem Erntebeginn Mitte, spätestens Ende März aus: „Der Boden ist unter der Folie schon jetzt zehn Grad warm, ab elf Grad fängt der Spargel an zu wachsen. Grund ist die kontinuierliche Sonneneinstrahlung.“

Heinrich Thiermann ist Chef des Vielfruchshofes Domstiftsgut Mötzow. Quelle: Erik Hinz

Schon seit Wochen sind Saisonkräfte auf den Spargelfeldern im Einsatz, um die Ernte vorzubereiten. „80 Leute bereiten die Arbeiten vor“, berichtet Heinrich Thiermann. Es gilt die Spargeldämme mit schwarzer Folie plus darüber liegendem Folientunnel abzudecken. Am Donnerstag bereiteten die Saisonarbeiter dies auf einem Feld bei Brielow vor. Anfang April bekommen sie dann Verstärkung. Nach Angaben Heinrich Thiermanns werden zwischen 800 und 1000 Erntehelfer aus Rumänien, Polen, aber auch aus Deutschland dafür anreisen.

Die Spargelbauern waren mit der Ernte im vorigen Jahr nicht zufrieden. Sie begann Mitte April relativ spät. Grund dafür war der Kälteeinbruch im März mit strengem Frost. Die Saison war dann relativ kurz, es kam sehr viel Spargel binnen weniger Wochen auf den Markt, was den Preis massiv drückte. „2018 war das schlechteste Jahr“, so Heinrich Thiermann. Das Kilo Spargel war ein Euro zu billig. „Durch die große Wärme hatte der Verbraucher zudem zu wenig Appetit auf Spargel, was zu katastrophalen Preisen führte. Das beste Jahr ist das, wo der Hunger der Verbraucher größer ist als das Angebot.“

Spargelbauern befürchten weitere Dürre

Ekhard Wolter vom Gut Herrenhölzer verweist auf die Wuchskraft des Spargels. „Eine Pflanze bringt immer die gleiche Menge, wenn die Spargelsaison kurz ist, wird der Preis billig.“

Die milden Temperaturen im Februar lässt die Branche auf eine gute Saison hoffen. „Wir leben von der Hoffnung“, so Ekhard Wolter von Gut Herrenhölzer.

Sorge bereitet ihr aber nach wie vor das zu trockene Wetter: „Ich glaube, es wird wieder ein trockenes Jahr“, so Heinrich Thiermann. Das Niederschlagsdefizit aus dem Dürrejahr 2018 sei noch längst nicht ausgeglichen und auch jetzt falle wieder deutlich zu wenig Regen.

Spargelfläche deutlich reduziert

Sollte auch dieses Jahr deutlich zu trocken werden, fürchtet der studierte Landwirt Wolter auch um die wirtschaftliche Lage von Viehhaltern. Die Wärme für Wachstum sei da, aber die nötige Feuchtigkeit fehle.

Auf Gut Herrenhölzer arbeiten bereits 32 Saisonkräfte auf den Feldern. 300 Landarbeiter werden es bei Erntestart sein. Der Betrieb baut in diesem Jahr auf 120 Hektar Spargel an. Das sind zehn Hektar weniger als im vorigen Jahr.

Angespannte Arbeitsmarktlage

Auch Heinrich Thiermann hat die Fläche deutlich reduziert. Es müsse ein Überangebot auf dem Markt vermieden werden, um einen ausreichenden Stundenlohn zahlen zu können. Grund sei auch die angespannte Arbeitsmarktsituation: „Die Leute sind auf den Baustellen unterwegs.“ Heinrich Thiermann lässt auf 40 Hektar rund um Mötzow Spargel anbauen.

Insgesamt bewirtschaftet das Unternehmen in Potsdam-Mittelmark „300 bis 400 Hektar“, so Thiermann, und damit so viel wie in Niedersachsen. Hier wie dort betrug die Anbaufläche im vorigen Jahr 500 Hektar. Thiermann gilt als größter Spargelbauer Deutschlands. Im vorigen Jahr erntete das Unternehmen 4500 Tonnen Spargel und damit trotz der Dürre so viel wie 2017.

Von Marion von Imhoff

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