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Beetzsee Kräftige Windböen pusten Neujahrsfeuer an
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Kräftige Windböen pusten Neujahrsfeuer an
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11:35 02.01.2019
Das Neujahrsfeuer in Pritzerbe wurde von heftigen Böen begleitet. Es ist traditionell die erste öffentliche Veranstaltung des Kulturerbenvereins. Quelle: Frank Bürstenbinder
Pritzerbe

Sie trafen sich zum ersten Glühwein des Jahres, wünschten sich ein „gesundes Neues!“, freuten sich über die wärmenden Flammen an einem ungemütlichen Nachmittag. Am Ende waren es ein paar mutige Pritzerber, die sich von Regenschauern und starken Windböen nicht vom Besuch des traditionellen Neujahrsfeuers abbringen ließen. Angelockt von der lodernden Kulisse auf den Havelwiesen neben der Rohrweberei fanden sich die Gäste zur ersten öffentlichen Veranstaltung der Pritzerber Kulturerben 2019 ein.

Bratwürste und Glühwein

Auf ein Zeichen der Vereinsvorsitzenden Sylvia Bajerski griffen Feuerwehrleute zur Fackel, um den Stoß Rundhölzer zu entzünden. Bis zur letzten Minute war offen geblieben, ob sich die Veranstalter tatsächlich für einen feurigen Start ins neue Jahr entscheiden würden. Doch die Kulturerben blieben angesichts einer Regenpause optimistisch. „Wenn Leute kommen, dann machen wir das Feuer auch an“, meinte die Vereinschefin entschlossen. Auf dem Grill von „Manni’s Feldküche“ bruzzelten bereits Bratwürste, erste Heißgetränke wurden ausgeschenkt.

Das Pritzerber Neujahrsfeuer wird entzündet. Quelle: Frank Bürstenbinder

Zum Glück trieben die von Norden kommenden Wolkenfronten den Wind im sicheren Winkel an den Aufbauten der Rohrweberei vorbei, so dass Feuerwehrchef Thomas Betz den Startschuss zum Anbrennen auch aus fachlicher Sicht vertreten konnte. Außerdem war der Holzstoß nicht ganz so groß wie in den Vorjahren. Für die Pritzerber Kameraden wird es im neuen Jahr einen Wechsel im Gerätehaus geben. Ihr W 50-Tanklöschfahrzeug wird sehr wahrscheinlich im Juni von einem fabrikneuen Nachfolger abgelöst. Für die über 250 000 Euro teure Ersatzbeschaffung hat das Amt Beetzsee als Träger des Brandschutzes zwei Jahre lang gespart. Bis zur Indienststellung sind noch einige Anpassungsarbeiten in der Fahrzeughalle nötig. So muss der hintere Teil für den neuen „Tanker“ vertieft werden.

Ruhige Silvesternacht

Beim Neujahrsfeuer arbeiten die Kulturerben schon immer eng mit der Feuerwehr zusammen. Während die Vereinsmitglieder mit Genehmigung der Waldbesitzer Bruchholz einsammeln und aufschichten, übernehmen die Brandschützer das kontrollierte Abbrennen des lodernden Neujahrsgrußes. Nach einer ruhigen Silvesternacht blicken die Kameraden auf insgesamt 26 Einsätze im alten Jahr zurück. „Für Pritzerber Verhältnisse ist das eine anspruchsvolle Zahl“, berichtet Feuerwehrchef Betz. Ein Grund waren die Waldbrandeinsätze unter anderem bei Briest, Seelensdorf und Marzahne. Für immer in die Feuerwehrchronik eingehen werden Löscharbeiten bei den verheerenden Waldbränden bei Fichtenwalde und Treuenbrietzen. Auch den Pritzerber Einsatzkräften ist es zu verdanken, dass bei diesen Katastrophen keine Menschen und Häuser zu Schaden kamen.

Neues Projekt der Kulturerben

Für die Kulturerben ist das Neujahrsfeuer traditionell der Beginn des jährlichen Veranstaltungsreigens, der am 30. April mit einer Feier in den Mai weitergeht. Im August wird das 20-jährige Jubiläum der „Flambierten Havel“ gefeiert. Neu in diesem Jahr ist ein besonderes Vereinsprojekt in der historischen Altstadt. Für die Stadtgeschichte bedeutsame Gebäude sollen nach dem Vorbild anderer Altstädte mit Informationstafeln versehen werden. Unter Leitung einer kleinen Gruppe mit Klaus Meyer, Helmut Polanik und Jürgen Patzlaff werden entsprechende Vorbereitungen getroffen. Das Pritzerber Rathaus gehört zu den ersten Häusern, das in diesem Jahr ausgeschildert werden soll.

Das Neujahrsfeuer der Pritzerber Kulturerben wird jedes Jahr von der freiwilligen Feuerwehr entzündet. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Rohrweberei, die seit Jahren Treffpunkt für das Neujahrsfeuer ist, blickt mit ihrem Museum im April auf ihr fünfjähriges Bestehen nach der Sanierung zurück. „Dazu wollen wir uns im Rahmen des Saisonsstarts etwas besonderes einfallen lassen. Ansonsten begrüßen wir gern Schulklassen, Kitas, Vereine und Heimatfreunde, die sich für die Geschichte der Schilfrohrverarbeitung am Pritzerber See interessieren“, sagte Museumsleiter Wolfgang Wagner der MAZ. Er koordiniert auch die Veranstaltungen im Haus der Begegnung in der Havelstraße, dass 2019 eine neue Aufgabe bekommen wird. Der Treffpunkt wird einer von mehreren Standorten für das vom Amt Beetzsee geplante Familienzentrum.

Von Frank Bürstenbinder

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