Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Beetzsee Heult die Sirene, kann es das Herz sein
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Heult die Sirene, kann es das Herz sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:54 28.01.2019
David Voigt zeigt den Kützkower Defibrillator. Quelle: Frank Bürstenbinder
Kützkow

Die Sprachanweisung versteht jeder: Schock abgeben! David Voigt, Vertriebsbeauftragter der Firma Böhm Elektromedizin aus Berlin, erklärt den Kützkower Feuerwehrleuten die Bedienung eine Defibrillators, der seit wenigen Tagen im Gerätehaus des abgelegenen Dorfes stationiert ist. Der batteriebetriebene Schockgeber kann Leben retten, wenn weit und breit keine ärztliche Hilfe in Sicht ist. Zum Beispiel nachts, wenn die Havelfähre Pause macht, kein Hubschrauber fliegt, Rettungswagen weite Umwege fahren müssen.

Rote Tasche im weißen Kasten

Für kardiologische Notfälle, wie bei einem Verdacht auf plötzlichen Herzstillstand, haben die Kützkower jetzt vorgesorgt. Der von der Stadt Havelsee finanzierte Defibrillator wird von ihnen sozusagen selbst verwaltet. Die rote Tasche mit dem kleinen Lebensretter befindet sich in einem weiß lackierten Kasten, der im Vorraum des Gerätehauses an die Wand geschraubt wird. Dort ist das Gerät für jeden der zehn aktiven Kameraden zugänglich. Alle haben einen Schlüssel.

Die Kützkower Feuerwehrleute werden im Umgang mit dem Defibrillator geschult. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Alarmkette funktioniert so: Angehörige eines zum Beispiel bewusstlosen Patienten fordern zunächst über die 112 den Rettungsdienst an. Sie eilen dann zum Gerätehaus der Feuerwehr. Zwischen den beiden Toren zur Fahrzeughalle befindet sich in einem verglasten Kästchen der Knopf für die lokale Sirene. Die ausgelöste Sirene alarmiert Feuerwehrleute, die den Defibrillator entnehmen und als Ersthelfer vor Ort zum Einsatz bringen. „Wir gehen davon aus, das sich von zehn Mann immer jemand im Dorf befindet“, so Löschgruppenführer Jens Grünheit.

Impuls durch das Herz

Damit alle Feuerwehrleute zu geschulten Ersthelfern werden, wiederholt Elektromedizin-Experte Voigt die einzelnen Schritte noch einmal bei einer Unterweisung. Er erklärt die Ein/Aus-Taste auf der Vorderseite und die Schocktaste. Wichtig ist das korrekte Aufkleben der Einmal-Pads am von der Kleidung befreiten Brustkorb. Erkennt das Gerät bei der Herzrhythmus-Analyse einen durch Kammerflimmern oder durch bestimmte ventrikuläre Tachykardien ausgelösten Herzstillstand, wird der Ersthelfer akustisch aufgefordert die Schocktaste zu drücken. Dann sendet der Defibrillator einen elektrischen Impuls durch das Herz, damit es wieder regelmäßig schlägt.

Der Defibrillator ist ab sofort einsatzbereit. Quelle: Frank Bürstenbinder

„Man kann nichts falsch machen“, ermuntert Voigt die Kameraden, die noch einige Nachfragen haben. Zum Beispiel muss bei der Anwendung an Kindern noch ein gesonderter Kinderschlüssel nachgeordert werden. Auch unverbrauchte Pads müssen nach zwei Jahren erneuert werden. Die Batterie hält vier Jahre, dann ist eine Neuanschaffung fällig. Ausgelöst wurde die Anschaffung eines Defibrillators durch die Initiative von Karsten Batsch. „Wir haben in Kützkow schon mehrfach erlebt, dass die Mindesthilfsfrist von 15 Minuten deutlich überzogen wurde. Mit dem Defibrillator haben wir für Notfälle ein Stück mehr Sicherheit im Dorf“, sagte Batsch der MAZ.

Von Frank Bürstenbinder

Das Pflanzkommando kam plötzlich und unerwartet. Jede Menge Laubbäume wurden entlang der Landesstraße zwischen Pritzerbe und Hohenferchesar in die Erde gebracht. Doch was wird aus dem Radweg?

28.01.2019

Zur Kommunalwahl am 26. Mai tritt Günter Noack noch einmal an. Der Pritzerber bewirbt sich erneut um das Ehrenamt des Bürgermeisters von Havelsee. Ein Mitbewerber ist noch nicht in Sicht.

24.01.2019

Das Dezember-Gehalt konnte ihr Familienbetrieb nicht mehr zahlen. Jetzt hat Konditormeisterin Antje Schugardt die Notbremse gezogen und Insolvenz angemeldet. Der Betrieb geht zunächst weiter.

23.01.2019