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Beetzsee Kunst vom Ringofen bis zum Gutshaus
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Kunst vom Ringofen bis zum Gutshaus
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15:51 30.07.2018
Vor der ersten Abfahrt: Auf dem Fahrrad war in diesem Jahr das Päwesiner Kunst- und Kulturfest zu erleben. Quelle: Bernhard Rengert
Päwesin

Für ihr diesjähriges „Kunst-Kulturfest“ am vergangenen Sonnabend hatten sich die Mitstreiter des Päwesiner Kulturvereins richtig ins Zeug gelegt. Während etliche Pedalritter dem Badewetter zum Trotz gleich in mehreren Pulks den ambitionierten Parkour zwischen Päwesin, Bagow und Riewend in Angriff nahmen, hatten sie noch alle Hände voll zu tun. Katrin Werlich vom Vereinsvorstand vertröstete auf ein unbestimmtes Später und schwang sich hinters Lenkrad eines Transporters, um die Streckenausschilderung zu kontrollieren. Die war farbenprächtig und originell zugleich, nur der Schlenker zur alten Gärtnerei bedurfte einer Nachbesserung. Verfahren hat sich dennoch keiner.

Pizza-Ofen angeworfen

Am Pizza-Ofen auf dem Päwesiner Pfarrhof legte Andreas Wendt derweil noch letzte Hand an. Damit niemand hungrig nach Hause gehen musste, wurde in der benachbarten Scheune eifrig „geschnippelt“. Zehn Hände bereiteten hier die Rohlinge und den Belag für 120 Pizzen vor. Schon die Sortenauswahl ließ das Wasser im Munde zusammenfließen: Päwesiner Gemüse der Saison, Spinat – Gorgonzola, Rukkola mit Pinienkernen und die klassische Pizza Salami sollten am Abend zur Auswahl stehen.

Heidi Ramlow liest in Päwesin. Quelle: Bernhard Rengert

Aufregung bis zur letzten Minute, auch in der Scheune in der Fischerstraße, wo Jette Ahrens das Zepter schwang und dafür Sorge trug, dass alles auch optisch stimmte. „Da ist er ja, unser Haus- und Hofschauspieler“, begrüßte sie Reimund Groß erleichtert, als der sich blicken ließ. „Ich hab mir extra einem Bauch angefuttert“, meinte der schmunzelnd und klopfte sich dabei auf sein sichtlich aufgepolstertes Outfit. Wenig später würde er hier den Text des Kunsthistorikers Wilhelm Fraengler über „Die fette und die magere Küche Pieter Brueghels“ d.Ä. auf seine Weise interpretieren und zupfte schon einmal an den Saiten seiner Gitarre. „Wilhelm Fraengler war nach 1945 sogar zwei Jahre lang Bürgermeister in Päwesin“, lässt Daniela Klein wissen.

Rundkurs mit acht Stationen

Sie ist als Vereinsmitglied fasziniert von den historischen Zusammenhängen, denen sie hier auf dem Dorf bei vielen Gesprächen ganz im Sinne der Oral History schon nachspüren konnte. Dennoch versichert sie: „Ich fühl’ mich wie am Rand des Meeres.“ Jede Welle brächte eine neue Überraschung und alles sei wahnsinnig spannend. Wer mochte, konnte am Sonnabend diesen kleinen und großen Entdeckungen nachspüren oder sich an den acht Stationen des Rundkurses einfach dem Kunstgenuss hingeben. Dafür öffneten sich auch Privaträume, die sonst nicht zu betreten sind.

Die Veranstalter vor der Tausch-Bibliothek des Vereins. Quelle: Bernhardt Rengert

Überall gab es für die Teilnehmer etwas zu erleben. So wurden sie beim Blick in den schon aus dem Jahre 1545 stammenden, ältesten Teil des heute wieder der Familie von Ribbeck gehörenden Bagower Gutshauses beispielsweise von einer besonderen Tonaufnahme überrascht. Die heute in Berlin lebende 95-jährige Irmgard Weber, berichtete hier von ihren Erlebnissen als Küchenmädchen bei den Ribbecks während des letzten Weltkrieges. Das interessierte selbst ältere Bagower, die sich zu Fuß auf den Weg ins Gutshaus machten.

Autoren stellen Werke vor

Ein paar Kilometer weiter, gleich neben der Ruine des alten, Päwesiner Ringofens lud der Potsdamer Mäzen und Stifter Hermann Kremer in sein Familiendomizil zu einem weiteren Ohrenschmaus ein. Neben Heidi Ramlow, die Passagen aus ihrem Krimi „Feuerspuren“ und Thomas Frick, der aus seinem unveröffentlichten Romanerstling „Luna 15“ las, stellten hier noch zwei weitere Autoren des Potsdamer Literarischen Kolloquiums Auszüge aus ihren Werken vor.

Nicholas Bamberger am Klavier. Quelle: Bernhardt Rengert

Bei dem bis weit in die Nacht hinein andauernden Kulturfest kam natürlich auch die Musik nicht zu kurz. Schon am Start motivierte Nicholas Bamberger am „Schreibtischklavier“ des Vereins die Radler mit seinem versonnenen Spiel. „Der Klang ist nicht so ganz toll“, entschuldigte sich der 35 jährige Pianist aus der Schweiz, auch wenn das eigentlich keiner merkte. Seit zwei Jahren ist er schon in Berlin mit einem Klavier als Straßenmusikant unterwegs. Dabei hätte ihn Katrin Werlich erlebt und nach Päwesin eingeladen. Mit der Hand am Fahrradlenker lauschte auch Birgit Pankouin aus Groß Behnitz seinem Spiel. „Ich finde die Idee des Vereins zum Kulturfest ganz toll“, sagt sie und trat als eine der Ersten in die Pedale, um nichts zu verpassen.

Von Bernhard Rengert

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