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Beetzsee Nach der Schule ruft die Feuerwehr
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14:38 31.08.2018
Der Umgang mit der Kübelspritze gehört für die Brielower Jugendfeuerwehr zum Übungsalltag. Quelle: JACQUELINE STEINER
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Brielow

„Auf die Plätze – fertig – los!“ Kaum gibt Eileen Maly das Startkommando, flitzen zwei Jungen in blauer Kluft über den Platz. Ihre erste Aufgabe: Ein auf dem Boden liegender Verteiler muss mit einem Strahlrohr, einem C-Schlauch und einem D-Schlauch verbunden werden. Das Zusammenkuppeln klappt. Die Jugendwartin ist mit ihren Schützlingen zufrieden. Gleich geht es weiter zur Kübelspritze. Philipp pumpt, Gabriel zielt mit dem Strahlrohr. Es dauert nur ein paar Sekunden, dann fegt der Nachwuchs mit einem Wasserstrahl drei Flaschen von den Ständern. Im Sprint geht es zurück zur Startlinie. Gut gemacht. Beifall brandet auf. Das nächste Team ist an der Reihe.

Die Jugendwarte Eileen Maly und Bernd Hanisch mit ihren Teams beim Training. Das Jubiläum wird am 8. September begangen.

Für eine gute Stunde in der Woche gehört das Übungsgelände der Brielower Brandschützer der Kinder- und Jugendfeuerwehr. Auf dem Rasenplatz neben dem Gerätehaus trainieren derzeit rund 15 Mädchen und Jungen ihre Geschicklichkeit und Beweglichkeit, machen Bekanntschaft mit der Einsatztechnik der Erwachsenen, lernen Knoten binden und Erste Hilfe leisten. Die Feuerwehrleute von morgen teilen sich in zwei Gruppen; unter zehn und über zehn Jahre. Und das schon seit 25 Jahren. Zum Jubiläum am 8. September wollen alle fit sein. Die Ausbilder werden mit ihren Teams nicht nur feiern, sondern auch zum Wettstreit antreten. Die Eltern sollen erleben, was ihre Kinder gelernt haben.

Jugendwart Bernd Hanisch mit seiner Nachwuchsgruppe. Quelle: JACQUELINE STEINER

„Es ist ein tolles Gefühl zu sehen, wie die Kinder mit der Zeit und ihrem Können wachsen“, freut sich Jugendwart Bernd Hanisch. Der Brielower Löschgruppenführer gehört zu den Ausbildern der ersten Stunde. Er kümmert sich seit 1993 um den Nachwuchs in der eigenen Feuerwehr. Genau so lange ist Hanisch Amtsjugendwart im Amt Beetzsee. Wie viele Kinder er schon zu Feuerwehrleuten gemacht hat, kann der Jugendwart nicht aufzählen. Steffen Torge und Alexander Kneip zum Beispiel gehören zu den aktiven Kameraden, die durch seine Schule gegangen sind. Um die jüngsten Mitstreiter in der Brandschutztruppe kümmert sich Jugendwartin Eileen Maly. „Nachwuchs ist bei uns immer gerne gesehen. Schließlich müssen wir heute schon an den Brandschutz der Zukunft denken“, meint die Brielowerin.

Wettkämpfe zum Jubiläum

Das 25-jährige Bestehen der Kinder- und Jugendfeuerwehr in Brielow wird am 8. September ab 14 Uhr auf dem Feuerwehrgelände zeitgleich mit dem traditionellen Pflaumenkuchenfest begangen. Für die jungen Brandschützer gibt es Spiele und Wettkämpfe.

Die Freiwillige Feuerwehr Brielow wurde 1934 in der Dorfkneipe „Zur Stadt Rathenow“ gegründet. 25 Gründungsmitglieder fanden sich zusammen. Die Ausgangslage war spärlich. Es gab zehn Meter Schlauch und eine alte Handdruckspritze.

Wer bei der Kinder- und Jugendfeuerwehr mitmachen möchte und mindestens fünf Jahre alt ist, kann jeden Dienstag ab 17 Uhr zum Brielower Gerätehaus kommen. Erwachsene Freunde der Feuerwehr können Mitglied im Förderverein werden.

Währenddessen spurtet die neunjährige Josefine Wieland unter den strengen Augen von Bernd Hanisch eine Schlauchlänge zum Verteiler, den sie mit einem B-Schlauch verbinden muss. Ans andere Ende gehört das große Strahlrohr. Alles klappt, was aber nicht selbstverständlich ist. Der Jugendwart erklärt: „Alles sieht so einfach aus. Doch selbst Erwachsene machen Fehler. In ihrer Aufregung drehen sie die Kupplung in die falsche Richtung, oder setzen schief an. Bei der Fummelei gehen wertvolle Sekunden verloren. Bei einem scharfen Einsatz muss die Verbindung mit einem Hakenschlüssel nachgezogen werden, damit sie dem Wasserdruck standhält.“

Jugendwartin Eileen Maly weist ihre Schützlinge in die nächste Aufgabe ein. Quelle: JACQUELINE STEINER

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in der Feuerwehr bringt Höhen und Tiefen mit sich. In den Regalen der Brielower Feuerwehr stehen zwar viele Pokale, doch um das Interesse für die Feuerwehr muss immer wieder gerungen werden. „Manche kommen zwei- oder dreimal, dann sind sie wieder verschwunden. Bei anderen ist mit der Berufsausbildung Schluss, weil sie den Wohnort wechseln. Am Ende bleiben nur wenige Jugendliche übrig, die tatsächlich unsere Einsatzabteilung verstärken“, weiß Jugendwart Hanisch aus eigener Erfahrung. So will sich auch der siebenjährige Cedrik Kujawa noch ausprobieren. Er besucht die Töpfer-AG in der Radeweger Grundschule, spielt Fußball beim BSC Süd in Brandenburg und hat sich der Kinderfeuerwehr angeschlossen. Vater Thomas Bornschein bestärkt seinen Sohn darin der Feuerwehr treu zu bleiben. „Ich finde es gut, wenn Cedrik auch nach der Schule soziale Kontakte pflegt. Außerdem haben wir immer einen Feuerwehrmann im Haus.“

Von Frank Bürstenbinder

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