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Beetzsee Naturpark lehnt Asphalt auf Radwegen ab
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Naturpark lehnt Asphalt auf Radwegen ab
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17:23 14.02.2019
Der Ausbau des alten Heerweges zu einer befestigten Trasse für Radfahrer und landwirtschaftliche Fahrzeuge könnte an den Bedenken der Naturparkverwaltung scheitern. Quelle: Frank Bürstenbinder
Amt Beetzsee

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. Der Ausbau des Radwegenetzes zwischen Havel und Beetzsee trifft überraschend auf Ablehnung. Und zwar in der Verwaltung des Naturparks Westhavelland. Die der Abteilung Großschutzgebiete im Landesamt für Umwelt unterstehende Behörde hat massive Bedenken gegen die Radwegekonzeption des Amtes Beetzsee angemeldet. Darüber informierte in dieser Woche Amtsdirektor Guido Müller zuerst auf einer Routineberatung mit den Bürgermeistern.

Gemeinsames Projekt

Für den Radweg zwischen Brielow und Hohenferchesar wollen die Gemeinde Beetzsee und die Stadt Havelsee zusammen über eine Million Euro investieren. Eigenmittel sind eingestellt, ein positive Förderzusage liegt vor.

Nach einem Ausbau bleibt die Verbindung ausschließlich Radfahrern und der Landwirtschaft vorbehalten. Für Kfz ist kein Durchgangsverkehr vorgesehen. Welche Folgen die Ablehnung durch den Naturpark hat, ist noch unklar.

Ablehnend gegenüber steht die Naturparkverwaltung auch asphaltierten Radwegen unter anderem zwischen Hohenferchesar und Fohrde, von Lünow zur L 91 und vom Marienhof zur L 91 gegenüber.

Im Rahmen eines Beteiligungsverfahrens sieht die Naturparkverwaltung grundsätzliche Bedenken wegen zu erwartender Konflikte mit den Zielen des Naturschutzes. Von 44 im Konzept aufgeführten Maßnahmen werden zwölf teilweise oder vollständig abgelehnt. Ein Dorn im Auge ist den Naturschützern vor allem die geplante Asphaltierung von bisher unbefestigten Wegeverbindungen.

Vermessungen haben bereits stattgefunden. Quelle: Frank Bürstenbinder

Zum vorerst prominentesten Opfer könnte das gemeinsame Ausbauprojekt der Stadt Havelsee und der Gemeinde Beetzsee werden. Beide Kommunen beabsichtigen den alten Heerweg zwischen Brielow und Hohenferchesar auf einer Gesamtlänge von rund 3,4 Kilometer auszubauen. Und zwar für Radfahrer und den landwirtschaftlichen Verkehr. Deshalb in Asphalt und deshalb in einer Breite von 3,50 Meter.

Neuversiegelung abgelehnt

Die Naturparkverwaltung lehnt in ihrer der MAZ vorliegenden Stellungnahme eine Neuversiegelung von Wegen ab. Alternativ wird eine wassergebundene Decke vorgeschlagen. Für Havelsee-Bürgermeister Günter Noack ein Unding: „Wir investieren doch kein Geld in einen Wegebau, der auf Dauer keinem Traktor standhält.“ Dagegen verweisen die Kritiker auf die Lage des Weges, der sich vollständig im Landschaftsschutzgebiet Westhavelland befindet. Eine Versiegelung seit dort nicht zulässig und eine Befreiung von den Festlegungen unwahrscheinlich. Denn nach Ansicht des Naturparks ist der Weg gegenwärtig für den landwirtschaftlichen Verkehr und als Radfahrweg gut geeignet.

Weit reicht der Blick vom alten Heerweg über das Land. Quelle: Frank Bürstenbinder

Eine Einschätzung, die nicht alle Radwanderer teilen dürften. Die durch die eiszeitliche geprägte Landschaft führende Trasse ist mit Schlaglöchern und Bodenwellen übersät. Eien Teilbefestigung mit Schotter und Feldsteinen erweist sich eher als Reifentöter und Stolperfalle für Wanderer. Doch im Falle einer Asphaltierung befürchtet der Naturpark die Zunahme von Kfz-Verkehr, was zu Verlusten bei Vögeln, Amphibien und Reptilien führen könnte. Wörtlich wird in der ablehnenden Stellungnahme im Zuge der Überbauung von „betriebsbedingten Tötungen von Arten“ gesprochen. Dabei wollen beide Kommunen nach einem Ausbau keinen Durchgangsverkehr für Kfz erlauben.

Landesbauamt ist dafür

Amtsdirektor Guido Müller hat bei einer Sitzung der Gemeindevertreter von Beetzsee angekündigt, weiter für das Projekt kämpfen zu wollen. „Was da vom Land abgelehnt wird, ist an Schwachsinn nicht zu überbieten“, echauffierte sich der Verwaltungschef am Mittwoch im Schulungsraum der Radeweger Feuerwehr. Doch es gibt auch Landesbehörden, die auf einer Linie mit dem Amt Beetzsee sind. So schreibt das Landesamt für Bauen und Verkehr in seiner Stellungnahme: „Die Maßnahmen stehen im Einklang mit den verkehrspolitischen Zielen des Landes, Verkehre von der Straße auf die Verkehrsarten des Umweltverbundes, hier den Radverkehr zu verlagern und die Nutzung des Fahrrades sowohl im Alltag als auch touristisch durch ein attraktives, sicheres Wegenetz zu fördern.“

Von Frank Bürstenbinder

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