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Beetzsee Buddhistisches Kloster sucht Friseur
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Buddhistisches Kloster sucht Friseur
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12:20 19.02.2019
Das Team im Friseursalon Päwesin bei der Arbeit: Angelika Quapp, Christin Pflug und Jeanette Willer (v.l.) Quelle: JACQUELINE STEINER
Päwesin

Waschen, schneiden, färben: Jeanette Willer hat gut zu tun im Salon in der Bahnhofstraße. Vor einigen Monaten wechselte sie ihren Arbeitsplatz von Nauen nach Päwesin. Bezahlt wird sie von der Buddhistischen Klosterschule Ganden Tashi Choeling, die seit 2003 im Dorf ansässig ist. Dabei ist die Friseurin weder auf dem Pfad zur Erleuchtung, noch sucht sie Erfüllung in der spirituellen Gemeinschaft.

Personelle Verstärkung

„Die religöse Zugehörigkeit zum Buddhismus ist keine Voraussetzung für ein Anstellungsverhältnis mit unserer Lehreinrichtung. Wir freuen uns einfach über die personelle Verstärkung“, sagt Harald Ochner von der weltlichen Klosterleitung. Und Jeanette Willer erlebt in ihrem Job nach vielen Berufsjahren gänzlich neue Erfahrungen. „Es ist schon außergewöhnlich für ein buddhistisches Kloster tätig zu sein, doch einen besseren Arbeitgeber kann ich mir heute nicht mehr vorstellen. Hier kann ich selbstständig Entscheidungen treffen. Sogar für das Essen wird gesorgt“, sagte sie der MAZ.

Wirtschaftliches Standbein

Wie die Kloster-Bäckerei gehört das Friseurgeschäft zu den wirtschaftlichen Betrieben der Buddhisten. Ihre Einrichtung nutzt die Lücken in der ländlichen Nahversorgung als Chance, um Anhängern Arbeitsplätze und dem Kloster Einnahmen zu verschaffen. Doch während hinter der Kuchentheke von „Backwahn“ fast ausschließlich Nonnen und Mönche die Kundschaft bedienen, wird das Geschäft mit der Haarmode Mitarbeiterinnen überlassen, die keine Mitglieder der klösterlichen Wohngemeinschaft sind.

Neben dem Friseursalon gehört die Backstube „Backwahn“ zu den wirtschaftlichen Betrieben der Klosterschule. Quelle: JACQUELINE STEINER

Dazu gehören Christin Pflug aus Retzow und Angelika Quapp aus Bollmannsruh. Im Unterschied zu Jeanette Willer fühlen sich beide Frauen als Laien dem Kloster verbunden. Etwa zweimal die Woche widmen sie sich nach Feierabend buddhistischen Studien, nehmen an Meditationen und Gebeten im nur wenige Meter entfernten Kloster teil, das aus einem ehemaligen Dorfgasthof entstand. „Das Kloster bringt uns großes Vertrauen entgegen. Niemand redet in unsere Arbeit hinein“, berichtet Christin Pflug, die bereits seit 2012 im klösterlichen Friseursalon arbeitet.

Viele Stammkunden

Was ist in Päwesin anders, als in anderen Frisierstuben? „Das Zugehen auf die Menschen, die entspannte Atmosphäre“, findet Kathrin Erfle aus Nauen, während ihr ein Kaffee gereicht wird. Als Stammkundin ist sie ihrer Friseurin gefolgt. Jeanette Willer steckte ihr bereits vor 25 Jahren den Hochzeitsschleier. Auch Claudia Müller aus dem Nachbardorf Wachow fühlt sich im Salon gut aufgehoben, aus dessen gerade renovierter Einrichtung sich keine Rückschlüsse auf den ungewöhnlichen Träger ziehen lassen. Nur auf einem Regal wacht ein goldfarbener Buddha über die Geschäfte mit Schere und Lockenwickler.

Neue Pläne

Bei der Modernisierung des Salons haben die drei Damen tüchtig Hand angelegt, wie es auch im benachbarten Kloster üblich ist, wenn handwerkliche Arbeiten gefragt sind. „Es hat Spaß gemacht, weil wir den Salon nach unseren Vorstellungen gestalten und ausstatten konnten“, schwärmt Jeanette Willner. Die Klosterleitung plant schon weiter. Weil neben der Bäckerei eine Nachbarimmobilie erworben werden konnte, sollen sich dort nach einer Renovierung ein von den Buddhisten betriebener Fußpflegesalon und ein asiatischer Kleinkunst-Shop ansiedeln.

 

Von Frank Bürstenbinder

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