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Beetzsee Nach der Kettensäge kommt die Allee zurück
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Nach der Kettensäge kommt die Allee zurück
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15:34 28.01.2019
Die Landesstraße 99 zwischen Pritzerbe und Hohenferchesar bekommt mit Neupflanzungen ihren Alleencharakter zurück. Das führt zu einigen Diskussionen. Quelle: Frank Bürstenbinder
Pritzerbe

 Uups, was ist denn da passiert? Fast so schnell wie die Ebereschen zwischen Hohenferchesar und Pritzerbe der Kettensäge zum Opfer fielen, wurde die verloren gegangene Baumallee entlang der Landesstraße 99 plötzlich wieder nachgepflanzt. Allerdings vergingen zwischen beiden Aktionen fast 20 Jahre. Und die Stadtverordneten von Havelsee wundern sich.

Ansitze für Greifvögel

Den Verlusten bei Alleebäumen durch Stürme oder altersbedingte Abgänge wirkt der Landesbetrieb Straßenwesen durch das Pflanzen neuer Bäume entgegen. Grundlage ist ein vom Land aufgestelltes Alleenkonzept.

Die jungen Bäume werden von sogenannten Freiböcken gestützt, um das Anwachsen zu fördern. In regelmäßigen Abständen werden Ansitze für Greifvögel errichtet. Von den Ansitzstangen können Vögel nach Beute Ausschau halten, ohne die Bäume zu beschädigen.

Zu den Laubbaumarten, die häufig entlang von Alleen gepflanzt werden, gehören zum Beispiel Ulmen, Hainbuchen und Eichen. Seit Jahren steht der Landesbetrieb in der Kritik, weil deutlich mehr Alleebäumen fallen als neue nachgepflanzt werden

 

„Eine neue Allee hat Konsequenzen. Eines Tage werden wir auch dort Tempo 70 haben“, stellte zum Beispiel Karsten Batsch fest, der die Anpflanzungen nicht für optimal hält. Carsten Wuttke, Ortsvorsteher aus Marzahne spricht gar von einer „schallenden Ohrfeige“, für alle Menschen, die sich für einen Radweg entlang der Landesstraße nach Pritzerbe stark machen. „Wir haben Unterschriften gesammelt und eine Absage bekommen. Jetzt werden ohne Absprache Bäume gepflanzt, die einem möglichen Radweg die Perspektive nehmen“, monierte sich Wuttke gegenüber der MAZ.

Marzahnes Ortsvorsteher Carsten Wuttke. Quelle: Frank Bürstenbinder

Nicht verstehen kann die ganze Aufregung Potsdam-Mittelmarks Vize-Landrat Christian Stein (CDU). Als die Kettensägen kurzen Prozess mit den Ebereschen machten, war die Empörung in der Öffentlichkeit groß. Stein war damals neuer Stadtverordneter in Pritzerbe. „Gleich in meiner ersten Rede hatte ich mir auf die Fahnen geschrieben für Ersatzpflanzungen einzutreten. Jetzt wurde endlich nachgeholt, was damals Konsens war. Für einen Radweg werde ich auch weiter kämpfen“, so Stein. Heute muss auch er sich fragen lassen, warum die Baumpflanzungen nicht wenigstens kommuniziert wurden.

Dafür habe es überhaupt keinen Grund gegeben, meinte dagegen Frank Schmidt, Dezernatsleiter im Landesbetrieb Straßenwesen, auf Nachfrage. Er sieht keine Mitwirkungspflicht seiner Behörde bei landeseigenen Flächen, die sich außerorts befinden. „Die Bankette gehören uns, da gibt es klare Verantwortlichkeiten. Der Landesbetrieb ist außerdem dazu verpflichtet für den Erhalt der Alleen in Brandenburg zu sorgen“, stellte Schmidt klar. Die Sorge von Marzahnes Ortsvorsteher teilt Schmidt nicht. Ein möglicher Radweg werde durch die neue Baumallee nicht verhindert. Für eine Trasse könne später immer noch Land erworben werden. Doch vor 2030 sei dies laut Radwegekonzeption des Landes nicht zu erwarten, sagte der Dezernatsleiter.

Frank Schmidt, Dezernatsleiter beim Landesbetrieb Straßenwesen Brandenburg - Region West. Quelle: Rüdiger Böhme

„Wir sind nicht gegen Bäume. Doch stört uns die selbstherrliche Art, mit der Anlieger, Landnutzer und Kommunen vor vollendete Tatsachen gestellt werden“, beklagt sich dagegen Havelsee-Bürgermeister Günter Noack. Für ihn stehen einige Bäume zu dicht an Abzweigungen. „Sichtbehinderungen sind vorprogrammiert“, befürchtet das Stadtoberhaupt. Spekulationen, wonach der Landesbetrieb bereits einen Landstreifen für einen künftigen Radweg gekauft haben soll, haben sich nicht bestätigt. „An uns ist niemand herangetreten. Wenn ein Radweg zugesagt worden wäre, hätten wir uns dem Anliegen sicher nicht verschlossen“, sagte Horst Kähne, dessen Familie zu den Flächeneigentümern entlang des Straßenabschnittes zwischen Pritzerbe und Marzahne zählt.

Von Frank Bürstenbinder

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