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Beetzsee Vollgas in der schwimmenden Rakete
Lokales Potsdam-Mittelmark Beetzsee Vollgas in der schwimmenden Rakete
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10:47 12.08.2018
Bernd Böhmer in seinem Element. Er steuert das Rennboot seines Vaters, mit dem dieser viele Siege einfuhr. Tochter Ulrike winkt dem Publikum auf der Ablage zu. Quelle: Rüdiger Böhme
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Pritzerbe

Heiko Schulz hat wieder ganze Arbeit geleistet. Als sich die Dunkelheit über den Havelbogen senkte, schoss der Meister der Pyrotechnik vom Kützkower Ufer ein Füllhorn farbenprächtiger Feuerwerkskörper in den noch jungen Pritzerber Nachthimmel. Im Wasser spiegelte sich die beeindruckende Choreographie explodierender Sterne und Kometen wieder, abgefeuert von unzähligen Raketen, Bomben und Batterien. Es waren wieder viele hundert Besucher auf der Ablage, die den grandiosen Funkenregen bejubelten. Doch bevor die Havel zum mittlerweile 20. Mal flambiert wurde, hat sie ein Mann umgepflügt.

Erinnerung an Vater Herbert

Bernd Böhmer (65) juckte es noch einmal in den Fingern – und den Fußsohlen. Barfuß gab der Pritzerber Vollgas im hölzernen Rennboot aus den 1950er-Jahren, mit dem Vater Herbert mehrere Weltrekorde einheimste, DDR-Meister wurde, und an einem 24-Stunden-Rennen in Südfrankreich teilnahm. An die Mauer war damals noch nicht zu denken. So kam es, dass Mercedes Benz dem erfolgreichen Wassersportler einen Motor aus der eigenen Sportwagenproduktion spendierte. Die 105-PS-Maschine treibt das in der Yachtwerft Berlin gebaute Boot bis heute tadellos an.

Der Auftritt der „Bunnys“ vom Premnitzer Karnevalsclub gehörte zum Programm der „Flambierten Havel“ in diesem Jahr. Quelle: Rüdiger Böhme

Mal gemächlich, mal rasant zog Böhmer mit der schwimmenden Rakete vor der Kaimauer seine Runden. Auf 80 Stundenkilometer kann es Vaters heißer Ofen bringen. Die vielen Menschen auf der Ablage winkten dem Rennbootpiloten zu, der in seiner weißen Baumwollkluft und der altmodischen Rettungsweste an eine längst vergessene Zeit erinnerte. Alles ist noch so original wie die Startnummer 60 auf dem Bug und der Oldtimerhelm, Marke Eierschale, auf dem Kopf.

Dank an alle Helfer

„Danke, dass ich wieder fahren durfte. Danke an meine Familie, die meine Eskapaden duldet“, sagte Böhmer am Mikrofon in einer kurzen Pause. Dann machte er dem Publikum ein Angebot. Wer mindestens 18 ist, und nicht mehr als 65 Kilo wiegt, hätte zu ihm ins Boot steigen können. „Diese Gelegenheit wird es nie wieder geben“, warb der Pritzerber. Erstaunlicherweise fasste sich niemand ein Herz. Es muss wohl an dem Maximalgewicht gelegen haben. Schließlich fand sich die eigene Tochter Ulrike als Beifahrerin. Noch einmal gehörte der Havelbogen für eine knappe halbe Stunde allein dem Weltmeisterboot.

Die Märkische Schalmeienkapelle aus Brandenburg zu Gast in Pritzerbe. Quelle: Rüdiger Böhme

Zwischen Rathaus und Havel wurde derweil weiter gefeiert, gegessen und getrunken. Mit zahlreichen Ständen war für das leibliche Wohl gesorgt. Wie jedes Jahr hatte der Verein der Pritzerber Kulturerben den Hut für die „Flambierte Havel“ auf. Vorsitzende Sylvia Bajerski freute sich sichtlich über die entspannte Stimmung und das schöne Wetter. Ihr Dank gilt den zahlreichen Helfern, die am Sonnabendvormittag die mit einem großen Segel geschmückte Ablage in eine Feiermeile verwandelt haben. „Als Stadt haben wir uns selbst mit Mobilar ausgestattet, um unabhängig von Dienstleistern zu sein. Doch die vielen Bänke und Biertische müssen erstmal aufgebaut sein“, sagte Havelsee--Bürgermeister Günter Noack der MAZ.

Unter der Stadtfahne und dem geschmückten Segel wurde am Sonnabend ausgiebig in Pritzerbe gefeiert. Quelle: Rüdiger Böhme

Einen Schreck gab es für die Veranstalter, als kurzfristig der Berliner Vertragspartner den Bühnenaufbau absagte –per Whatsapp. Zum Glück fand sich in Rathenow mit der Soundspower Event GmbH ein Retter in der Not. So konnten die „Dandys“ aus dem Milower Land mit Frontfrau Antje Hübener nach Lichtermeer und Feuerwerk gut überdacht zum Tanz in die Nacht aufspielen.

Von Frank Bürstenbinder

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