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Beetzsee Senioren sehen sich am Beetzsee wieder
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15:31 29.01.2019
In der Radeweger Seniorenwohngruppe mit Unternehmensinhaberin Elke Rettig, Bewohner Werner Dethloff, Altenpflegerin Melanie Wiegand und Pflegedienstleiterin Julia Kunczak (v.l.). Quelle: Frank Bürstenbinder
Radewege

 „Da war ich in Venedig, daneben hängt Griechenland. Und Norwegen kenne ich auch, deshalb der Fjord.“ Seit seinem Umzug von Brandenburg nach Radewege schmücken Werner Dethloffs (84) Bilder aus halb Europa die Seniorenwohnanlage in der Hauptstraße. Der ehemalige Messebauer und Trickfilmer war einmal ein reiselustiger Mensch. Dass er in seiner Jugend Malerei studiert hat, glaubt man dem Rentner gern. Heute ist Dethloff auf den Rollstuhl angewiesen. Vor einem Jahr tauschte er die eigene Wohnung in der Havelstadt mit einem Zimmer in Beetzseenähe.

In zehn Jahren gewachsen

Die PSL GmbH „Ihr Pflegedienst für Stadt und Land“ kann in diesem Jahr auf ihr zehnjähriges Bestehen zurückblicken. Neben der ambulanten Pflege betreibt das Unternehmen drei Wohngruppen in Brandenburg, Radewege und Jerchel.

In Radewege kommt bald eine Wohngruppe für Kinder- und Jugendliche mit neun Plätzen hinzu. Außerdem wird ein neues Verwaltungsgebäude gebaut. Beide Neubauten passen sich in ihrer Kubatur den Vorgängerbauten des einstigen Bauernhofes an.

Die Ende 2016 an den Start gegangene Pflegeeinrichtung nutzt im Kern die Gebäude des 1994 in Betrieb gegangenen Landhotels „Radeweger Hof“. Der bislang in Brandenburg ansässige Pflegedienst erwarb das Hotel samt des dazugehörigen bäuerlichen Anwesens aus privatem Besitz.

 

Dethloff gehört zu den elf pflege- oder hilfebedürftigen Damen und Herren, die ihren Lebensabend dort verbringen, wo sich von 1994 bis 2016 Hotelgäste verwöhnen ließen. Neben den Mietern der festen Wohngemeinschaft kümmert sich der Träger werktags um bis zu 20 Senioren, die nur tagsüber in Radewege betreut und verpflegt werden. „So bleiben soziale Kontakte erhalten, die Angehörigen werden entlastet“, beschreibt Eva Rettig die Vorzüge der Tagespflege. Die Brandenburgerin ist Inhaberin des Unternehmens „Ihr Pflegedienst für Stadt und Land“, dass vor über zwei Jahren daran ging ein ehemaliges Hotel in den Pflegebetrieb zu integrieren.

Auf dem Hof der Pflegeeinrichtung wurde bereits Platz für zwei Neubauten geschaffen. Quelle: Frank Bürstenbinder

Offensichtlich mit Erfolg. Werner Dethloff fühlt sich sowohl in der Gemeinschaft als auch in seinem Ein-Bett-Zimmer mit eigenem Bad wohl. Langeweile gibt es nicht. Zur Tagesbeschäftigung gehören schöne Spaziergänge an frischer Luft, im großzügigen Außengelände sorgen zwei Ponys für Abwechslung. Die Mischung aus ehemaligen Stadt- und Landbewohnern sorgt immer für Gesprächsstoff. „Bei uns haben sich Leute wiedergetroffen, die sich zuletzt vor 30 Jahren gesehen haben“, freut sich die Chefin des Trägerunternehmens, das auch für ihre ambulanten Pflegeleistungen in Brandenburg und rund um den Beetzsee bekannt ist.

Gut aufgenommen

„Wir sind gut in Radwege mit unserem Unternehmen aufgenommen worden. Die Nachfrage ist groß, freie Plätze gibt es so gut wie nie“, berichtet Eva Rettig, die ihre Entscheidung in das Beetzsee-Dorf zu gehen, nicht bereut hat. Zunächst waren erhebliche Investitionen in bauliche Veränderungen und Brandschutzmaßnahmen nötig. Alle elf Zimmer für die Wohngruppe sind jetzt Einzelzimmer. Grundrisse wurden verändert, ein Aufzug musste her, ein großes Pflegebad entstand, Barrierefreiheit war das Gebot der Stunde. Während im früheren Restaurant die Dauerbewohner ihre Mahlzeiten einnehmen, ist der große Veranstaltungsraum im hinteren Bereich des Hauses zum Domizil für die Tagesgäste geworden, für deren Wohlergehen Pflegedienstleiterin Julia Kunczak mit ihrem Team verantwortlich zeichnet.

Blick in die Tagesbetreuung, die im Veranstaltungsraum des ehemaligen Landhotels stattfindet. Quelle: Frank Bürstenbinder

Die Aufbauarbeit ist mit einer gut funktionierenden Seniorenwohngruppe und einer Tagespflege noch nicht beendet. Das Gelände des ehemaligen Bauerngehöftes der Familie Wolf wird sich noch in diesem Jahr sichtbar verändern. An Stelle des bereits abgerissenen Wohnhauses entsteht ein Neubau für die Aufnahme von neun Kindern und Jugendlichen, davon drei Plätze für pflegebedürftige Kinder. Das ebenfalls verschwundene Stallgebäude wird durch einen Verwaltungsbau für den Pflegedienstleister ersetzt. Außerdem ist ein öffentliches Café geplant.

Enger Kontakt zur Nachbarschaft

Überhaupt ist der Einrichtung ein enger Kontakt zu den Radewegern und ihren Gästen wichtig. Scheunenkino und Adventsmarkt, Oktoberfest und Erntedank sind gute Möglichkeiten für gemeinsame Treffen. Tolle Stimmung herrschte im vergangenen Jahr, als der Pflegedienst zum Public Viewing während der Fußball-WM einlud. „Die guten Kontakte mit unserer Nachbarschaft wollen wir auch in Zukunft pflegen“, kündigte Eva Rettig an.

Von Frank Bürstenbinder

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